Sonntag, 16. Januar 2011
Von Missionaren, Sergeanten und Hauptkassierern
Als ich unlängst nach harten Regentagen mal wieder in den häuslichen Briefkasten blickte, entdeckte ich, daß die lokalen Missionare der Watchtower Society diesen offenbar während der sogenannten Festtage wieder einmal reichlich mit ganzen Jahrgängen der Steadyseller 'Wachtturm' und 'Erwachet' gefüllt hatten. Sicher haben diese nicht gewusst, daß besagter Briefkasten alles andere als wetterfest ist, und daß es so bei der regnerischen Wetterlage unausweichlich war, daß sich missionarisches Wort in gedruckter Form zu einem homogenen Klumpen eines Papierbreis weiterentwickelte.....eine sehr eigenwillige Form von Kreationismus. Nur sollte man so mit gedruckter Wahrheit verfahren? Was ist eigentlich Wahrheit und was ist Fiktion; und was ist vorsätzliche Irreführung und was ist galoppierende Pseudologie?
Ich möchte da ein Beispiel nennen – eine Beobachtung aus dörflicher Agglomeration vor Ort, unweit der kleinen Postfiliale, in der es auch Kurzwaren und Erzeugnisse der Regenbogenpresse zu kaufen gibt. Scheinbar waren zwei Passanten im winterlichen Treiben aneinandergeraten und trugen ihre Differenzen nun weit hörbar verbal öffentlich aus. Einer der Kombattanten, ein Mann um die 50, sehr kräftig, aber etwas untersetzt, brüllte dabei eine zierliche ältere Dame an....unter Benutzung von Termini, die der Schreiber von Welt nur sehr ungern schriftlich wiedergibt (ich denke, der Leser versteht, was ich meine). Worum es genau ging, hatte ich nicht verstanden. Interessant fand ich nur, daß der vulgäre Herrim Anschluss einen Kleinwagen bestieg und davonfuhr, auf dem ein Firmenaufkleber prangte: Ihre Krankenpflege mit Herz – freundlich, liebevoll, kompetent – alle Kassen.
Natürlich fällt einem da sofort ein, daß da Werbung und Realität nicht so hundertprozent kongruent zu sein scheinen. Nichtsdestotrotz hätte man aber Lust, da mal anzurufen und für die Großmutter eine Pflegekraft zu bestellen. 'Bitte schicken sie mir aber den martialischen Herrn mit dem Charme eines Sergeanten der Fremdenlegion und dem Stiernacken, meine Oma ist schon viel zu lange auf der Welt'.....
Besser den Charme eines Sergeanten als gar keinen, mag da mancher denken, und geflunkert wird doch überall. Erinnert wurde ich daran, als ich letztens die Zeitschrift des SHC aufschlug, die jetzt das Layout einer Schülerzeitung einer unambitionierten Mittelschule hat. Dort las ich unter der der Rubrik, in welcher sich Amtsträger vorstellen, daß es dem ersten Vorsitzenden Knödler in der Zucht um eine gesunde, faire und ehrliche Basis geht. Sicher könnte man anführen, daß es ein guter Ansatz wäre, einfach mal aufzuhören mit der endlosen Lügerei, der ständigen üblen Nachrede gegenüber Mitgliedern und dem Plündern der Vereinskasse zu persönlichen Zwecken, auch wenn man dann fast alle Vorstandskollegen opfern müsste. Unterm Strich wäre es aber besser, mal ein paar Tage von der älteren Dame aus Auetal angebrüllt zu werden, die ihre Welpenkäufer mit falschen Papieren übers Ohr haut, als im Nachhinein selbst noch in den Sumpf gezogen zu werden.
Er hat auch nichts davon, wie ich finde, den zweiten Vorsitzenden Ebertshäuser zu decken, der ganz nebenbei eine Labradorvermehrerei betreibt (im VDH-Jargon neuerdings 'unüberwachte Zucht', früher 'Dissidenz') wobei die Wurfmaschine, die hoffentlich immer schöne scholadenfarbene, kleine Nichtsnutze produziert, ihre Wurzeln in Deutschlands übelster Puppymill hat, die glücklicherweise schon vor Jahren dichtgemacht wurde. Was bringt es ihm denn persönlich, daß dem Herrn Hauptkassierer einer mittelgroßen Volksbank nicht der Zwinger dicht gemacht wird und der Zwingerschutz erlischt, wie es die VDH- und SHC-Regularien erfordern (eine faire Maßnahme gegenüber solchen Vermehrern übelster Kajüte, wenn man an das Elend denkt, was da weitergetragen wird)? Was will er denn den Welpenkäufern sagen, wenn dereinst womöglich die betreffenden Papiere der parallel gezogenen 'absolut reinrassigen Siberian Huskies' für ungültig erklärt werden sollten, obwohl er über alle Mißstände informiert war, aber vorsätzlich nicht gehandelt hat? Ich wünsche ihm, daß er weiß, was er da eingestielt hat, denn eigentlich steht er metaphorisch betrachtet einerseits zwar 'on top of the list', andererseits aber auch 'knietief im Dispo'......
Wir berichten weiter......bleiben Sie dran, denn es gibt auch News aus Kaisersesch!!!
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