
Sicher löst diese Metaphorik die Problematik der zur Schau gestellten Inkompetenz ganz gut auf, jedoch vermisse ich in diesem Zusammenhang auch einen klaren Hinweis auf die ausgeglichene Verteilung der Ehrungen unter den jeweiligen Honoratioren sowie die Notwendigkeit der Verpflichtung unseres Hans, demnächst im Rahmen einer Veranstaltung wieder Mischlinge gegen ein Entgelt als reinrassige Hunde zu registrieren. Außerdem ist Hans Maulwurf erst 31, da wurde nachlässig recherchiert.
Als Cineast freue ich mich immer wieder, wenn die Atmosphäre dieser Veranstaltung vom Haugout her stark in die Nähe der Ballszene aus 'Fearless Vampire Killers' gerückt wird, dieser Idee möchte ich nicht widersprechen, wenn sich Extremisten unterschiedlicher Lager zum puren Eigennutz verbünden und alles irgendwie surreal anmutet. Aber es existieren geradezu liebevoll improvisierte Fotos der Veranstaltung, und Vampire erscheinen weder im Spiegel noch auf Fotos, oder gilt das nur für die Analogfotografie?
Etwas sehr grob mit der Politkeule finde ich den Hinweis auf den Hitler-Stalin-Pakt, obwohl solch ein Diskurs in die Niederungen diktatorischer Absprachen und deren Auflösung zum geeigneten Zeitpunkt sicher einen Archetypus menschlischer Verhaltensweisen innerhalb jeder soziologischen Dialektik repräsentieren kann. Das können aber nur Leser nachvollziehen, denen das Rüstzeug präsent ist - ich habe da meine Zweifel bei Publikationen, die grösstenteils von den beschriebenen Tätern selbst gelesen werden, die solche Fähigkeiten bislang immer als schädlich und absolut vernachlässigbar betrachteten.
Sicher eher Säbel oder sogar Keule denn Florett das angebliche zugespielte Foto des BOB-Gewinners, aber sind wir ehrlich, im Vergleich zur Realität ist man immer eher bereit zu lachen als sich begründet zu schaudern - daher: Daumen hoch in bezug auf Symbolik, wenn's auch die grobe Kelle ist....zu Recht, wie ich finde
Aber kommen wir zu den anderen Aufgaben, z.B. liegt mir eine Lösung vor zur Thematik 'Sinn und Unsinn von Satzung und Ordnung und die Forderungen nach Einhaltung derselben'. In diesem Kontext sollte ja umschrieben werden, wie sinnlos es ist, gegenüber einer Gruppe von vorsätzlichen Rechtsbeugern wiederholt Satzungskonformität zu verlangen oder gar zu erwarten. Ein Seminarteilnehmer löste die Aufgabe mittels einer Miniatur anlässlich eines Überfalls eines Bankinstituts in einer Rheinischen Kleinstadt. Ganz witzig, wenn auch fehlerhaft, die Einführung einer Bankräuberbande unter Führung von 'Ma Braun' in Anlehnung an die berühmte Straftäterin aus dem amerikanischen Raum ,die sogar schon von Boney M. besungen wurde.
Große Nähe zu den Protagonisten beweist der Schreiber des Gleichnisses dann im Dialog, als die Gruppe der Überfallenden naiv von einem Bankkunden, einem lokalen Jungindustriellen, verbal angegangen wird.....es sei doch nicht notwendig, hier darauf zu bestehen, auf 9mm herausgegeben zu bekommen, nur weil man seine EC-Karte nicht dabei hätte, in den AGB des Instituts sei doch klar vermerkt, daß notfalls auch auf Personalausweis und Auszahlungsschein Bares Wahres werden könne usw.
Authentisch der postwendende Wutbrüllanfall der Anführerin, was es sich denn einbilde, dieses dumme Jungchen und überhaupt, es wisse wohl nicht, wen es vor sich hätte, und nicht nur Insider werden geschmunzelt haben, als ein Mitglied der Bande in Odenwälder Mundart entschuldigend in den Raum stellte, er müsse mal gucken, ob er nicht seine EC-Karte nur verlegt hat und daß er eigentlich mit dem Überfall nichts zu tun hätte und die anderen Beteiligten gar nicht kenne.
Alles in allem, eine sehr gute Darstellung der beliebten Gegensätze 'naiv' und 'indolent', kompliziert zwar wegen der Nähe zu den Persönlichkeiten der Protagonisten und etwas billig, wenn statt des Geldautomaten dann auch noch der Kontoauszugsdrucker mitgenommen wird und vier Bankräuber in einem Smart mit Aufdruck eines Hundefutterverkäufers fliehen - einfach zu viel des Guten, finde ich.
Völlig unzufrieden war ich mit der Ausarbeitung des Themas 'Der HZW unterschlägt weiterhin die Papiere für ganze Würfe und riskiert lieber die Vereinskasse als unter Druck der eigenen Unruhe nachzugeben'. Unbeachtet blieben hier offenbar die Hinweise, vielleicht angesichts druckimplizierter Hysterie und des notwendigen Zurechtrückens von Köpfen sich cineastischer Metaphern aus dem 'Cage aux Folles' zu bedienen - nun, nicht jeder mag diesen Film, ich schon._-03.jpg)
Das Thema 'Stalking' ist in der heutigen Zeit ja ein durchaus ernstes, die Ausarbeitung eines solchen Zusammenhangs im Kontext einer Gerichtsverhandlung im humoristischen Umfeld daher eher grenzwertig. Die Grenzen der Satire sind aber mehr als durchlässig, und was ist schon dabei, wenn ein Kursteilnehmer eine ganze Gerichtskammer um Polizeischutz bitten lässt, da sie sich von einem Vereinsvorstand unter Anführung einer älteren Dame nicht nur verfolgt, sondern auch bedrängt fühlt?
In der Übertreibung liegt die Anschaulichkeit, und die Aufgabe war auch schwer, denn es galt ja, zwei Sachverhalte unter einen Hut zu bringen. Zunächst einmal ging es um ein Schreiben im Zusammenhang mit einem Zivilprozess, das ein Anwalt nach Aufforderung durch einen Vereinsvorstand unaufgefordert in den Prozesskreislauf einwarf, um quasi auf Vereinskosten zu behaupten, die Klägerin sei vom Teufel besessen, damit der Beklagte weiterhin als gedungener Kronzeuge für die eigenen Unwahrheiten eintreten könnte. Daraus wurde dann nichts, weil sich der Beklagte und eine Zeugin zu sehr in Unwahrheiten verstrickten und letztendlich hochgingen.
Dann war da noch ein Gutachten, das die alte Dame an das Gericht schickte, ohne darum gebeten worden zu sein und ohne überhaupt die Qualifikation dafür zu besitzen und in welchem sie im Grunde 80% aller reinrassigen Hunde monetär wertlos darstellte (es sei denn, es handele sich um die ihrigen oder die ihrer Sputniks).
Solche der realen Welt entlehnten Absurditäten sind oftmals nur durch das satirische Mittel der Übertreibung darzustellen, so daß die alte Dame dann letztendlich täglich bis zu zwanzig Eingaben an das Landgericht R. schickt und final wegen Verlustes des eigentlichen Realitätsbegriffs in Schutzhaft genommen wird. Drastisch, aber lückenlos und detailverliebt ausgearbeitet. Empfehlenswerte Lektüre.
Schade, daß die Zeit heute zu rennen scheint, leider schaffen wir es nicht, alle Vorgänge abzuarbeiten. Als Hausaufgabe zu nächster Woche bitte ich um metaphorische Umsetzung des Themas 'Ein Vorstand verpulvert 16000€, um seine eigenen, privaten Schweinereien anwaltlich reinzuwaschen und möchte die Verursachung der Kosten anderen in die Schuhe schieben'. Freie Hand in der Wahl der Mittel - nur bitte keinen Basisaufbau auf das Lied 'Wo is mein Jeld nur jeblieben?' der unsäglichen Helga Hahnemann selig, da diese nur eine lokale Größe ist......und auch nicht ihn hier,
bitte
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