Dienstag, 22. Juni 2010

Odenwälder Impressionen


Bitte verschont mich mit weiteren Hinweisen darauf, daß die Örtlichkeit der letzten Ausstellung, die eigentlich eine Zuchtschau war, da sie nicht nach Verbandsregeln durchgeführt wurde, bereits nach einer Woche auf der Website korrigiert wurde – und das gleich im ersten Versuch. Seht das nicht mit Häme, seht es positiv, als einen Schritt auf dem Weg zur Besserung, auch wenn man natürlich noch weit entfernt ist von den Ansprüchen, die die freie Wirtschaft an einen Pfleger von Internetpräsenzen stellen würde.

Bezüglich der Kurzinfo des 1. Vorsitzenden befinde ich mich immer noch im Stadium der Meinungsbildung. Sicher wäre es ungewöhnlich, sollte diese tatsächlich einmal aus eigener Feder stammen, soweit stimme ich zu. Tendenziell würde ich nicht widersprechen, daß sie nicht der Phantasie des fleischgewordenen Emoticons entsprungen ist, dessen Begeisterung analog zur Anzahl der verwendeten Ausrufezeichen zu bemessen ist, zumal dieses ja abgetaucht zu sein scheint. Für die Vermutung, es könne ein Beitrag der Loud Lady sein, möchte ich mich auch nicht erwärmen, vermisse ich doch im Ausdruck die sonst so freimütig eingeräumte Feindseligkeit gegenüber verschiedenen Präpositionen und deren anerkannter Schreibweise.

Die übermäßige Verwendung von positiv besetzten Attributen und das Hervorheben von Nichtigkeiten, die nicht nur Psychologiestudenten ab dem 4. Semester aufwärts zu dem Verdacht treiben, es müsse ordentlich etwas vertuscht werden, sind auch kein bedeutsamer Hinweis auf eine Urheberschaft aus ungelenk-jugendlicher Hand, auch wenn uns verschiedene Stilblüten (Versorgung des leiblichen Wohls, Herbstzuchtschau (Freud lässt grüssen), außerordentliche JHV) in Richtung unerfahrener Rhetorik zerren. Dafür würde natürlich auch die namentliche Beweihräucherung sprechen, wie es ein Schreiber ganz richtig anführte. Aber eigentlich möchte ich mich nicht damit beschäftigen, die Inhalte sind doch interessanter, vor allem die Kernaussage.

Die DNA-Typisierung sei nun fest verankert in der Zuchtordnung, heisst es da. Nun könne man darüber philosophieren, wann denn etwas fest verankert sei, z.B. wenn es rechtlich nicht anfechtbar ist, da es auf völlig korrekt gefassten, rechtsstaatlichen Entscheidungen basiert oder ob es nicht genüge, das etwas nun einfacher Bestandteil einer Sache sei – bedenke aber auch hier das Hervorheben von Nichtigkeiten, Leser! Manch einer findet natürlich immer ein Haar in der Suppe und sagt, da ohnehin alles illegal begonnen hat und das ist nunmehr sogar anwaltlich bestätigt, ist doch alles jederzeit anfechtbar, andere würden mäkeln, das stünde doch in erster Linie in der Zuchtzulassungsordnung und nicht in der Zuchtordnung oder was nicht auf Tagesordnungen explizit steht, kann als Änderung von Satzung und Ordnungen gar nicht beschlossen werden usw. Kritik ist immer einfach, das möchte ich entgegenhalten. Es ist schwer, im rechtsfreien Raum für nachvollziehbare Strukturen zu sorgen, die ja den ungleichen Geschwistern Spontaneität und Willkür Handfesseln anlegen – das muss immer bedacht werden.

Aber es sei doch Unsinn, daß 'dies' nun Debatten über die Reinrassigkeit der einzelnen Würfe überflüssig mache, äußerte ein aufgeregter Leser. So etwas aus der Hand eines Vorsitzenden eines Rassehundezuchtvereins sei doch wohl der Versuch oder aber der Beweis der totalen Verblödung. Jemand anderes schrieb, das sei doch wieder nur eine dreiste Standardlüge (man beachte die gewollte Zweideutigkeit!) von dem, für den sogar das FBI die Parameter der eigenen Lügendetektoren verändern müsste, damit ihnen nicht die Messinstrumente um die Ohren fliegen würden.

Nun aber halt, muß ich dem erregten Leser gebieten, Lügendetektoren basieren auf seriösen Messungen von 'Emotionen', die sich in körperlichen Signalen feststellen lassen und nicht auf der Dreistigkeit einer Lüge an sich, bei der dem 'Haut den Lukas' der Deckel wegfliegen würde – ich verbitte mir solche Polemik. Der erste Einwand ist aber nicht von der Hand zu weisen, eine solche Behauptung ist natürlich grenzenloser Unsinn. Weshalb aber veröffentlicht ein Mann in dieser Position eine solche Sicht der Dinge?

Jemand schrieb ja schon, das diene der Verblödung der Leserschaft und sei pure Absicht. Andere Meinungen gehen dahin, daß es der Mann tatsächlich selbst glaube oder nicht besser wisse, was er da unterschrieben hat, wieder andere vermuten, er hätte einfach der Veröffentlichung zugestimmt ohne gegengelesen zu haben, was ja auch kein Novum sei. Wohlwollende Harmonisten stellten in den Raum, es sei lediglich unglücklich formuliert, eigentlich meinte er etwas ganz anderes, und jemandem gleich Manipulation zu unterstellen, nur weil man ihm die Erfindung des Alphabets nicht anlasten könne sei ja wohl unterste Schiene.

Einig waren die Streithähne nur in dem Punkt, daß eine solche Typisierung lediglich eine Elternschaft nachweisen könne, wenn die am Test beteiligten Personen glaubwürdig seien und alles korrekt verlaufe, und daß eine solche Typisierung natürlich nach hinten losginge, wenn man auf die Idee käme, auf Basis dieser Resultate genetische Richtwerte für Reinrassigkeit erstellen zu wollen, was nichts anderes bedeute als die nachträgliche Legalisierung illegaler Mischlingseinkreuzung. Regelfetischisten wollten unbedingt darauf verweisen, daß die Zuchtregularien der FCI bei DNA-Proben ohnehin die Bestätigung eines Tierarztes erforderlich machen, damit man im Falle eines Verstosses einen Verantwortlichen hat, also sei die gesamte Diskussion um Zuchtwarte, denen mannigfaltige Zuchtverstösse vorgeworfen werden, ohnehin überflüssig.

So eine Meinungsbildung kann ganz schön anstrengend sein.......

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