Interessanter ist vielmehr, in welchem Kontext das so auftauchte. Im Fernsehen schnappte ich auf, jenes Fernsehen, von dem man sagt, daß es Dumme dümmer macht und Kluge klüger, wie jemand erzählte, daß er ein in Afghanistan dienender Soldat der BW war und nach der Entlassung sogleich einen Orden suchte, um sich dem kontemplativen Klosterleben zu widmen und so weiter. Er entschied sich für die Benediktiner, obwohl ihm die Franziskaner näher stünden, aber die dürften nun mal keine Socken tragen.
Das wirft zwei Aspekte auf. Zunächst einmal sollte man sich fragen, ob man denn wisse, was man tut, wenn man zukunftsträchtige Entscheidungen für ein Leben in Kontemplation von der Sockenfrage abhängig macht, ob man denn wirklich mit dem Herzen bei der Sache ist.
In einem christlichen Forum las ich unlängst in einem Thema, in dem es um Schnittmuster für Mönchskutten ginge - also weltliches Geplänkel um Äußerlichkeiten ..... bis zu dem Augenblick, als sich ein weiterer User in autoritärem Ton einschaltete und Klartext redete wider die Oberflächlichkeit. Höhepunkt seiner Brandrede war die Aussage : 'In der Klerikerszene brauchen wir keine Lotterpfaffen'. Das saß - und es gefiel mir, beinhaltet es doch die Forderung nach wahrer Hingabe an die Sache jenseits jeder Oberflächenkratzerei und Labeldenken.
Der zweite Aspekt ist der der absoluten Suche nach Unterordnung, nach dem Aufgehen in einer Gruppe unter hierarchischer Führung ohne Beachtung eigener Ansprüche. Fehlen denn da die eigenen Ansprüche und man sucht nach Vorgaben oder zumindest klaren Ansagen, die jedem Tag, der ins Land geht, einen Sinn geben oder diesen zumindest überstehen lassen? In einem Text der slowenischen Kapelle 'Laibach' heißt es, 'ein Volk, ein Reich, ein wahrer Glaube - gib mir ein Leitbild'......ist das so weltfremd?
Warum sind denn die Leute nicht in der Lage, sich selbst Gedanken zu machen, über ihr Leben, über ihre Extreme und über alles andere. Das muß doch schrecklich sein, jeden Morgen zu hoffen, daß jemand kommt und sagt, was abläuft. Ich muss nicht mehr Lesen und Schreiben können, es wird mir ja alles erzählt und jemand artikuliert sich an meiner Statt in meinem Namen.
Als Gegenleistung muß ich nichts weiter sein als ein treuer Jünger meines Mentors, der nicht hinterfragt, der auch jederzeit gegenüber der Außenwelt positiv Zeugnis ablegt nebst dem Akzeptieren des Zuckerbrot-und-Peitsche-Systems, das die Illusion des eigenen Willens vorgaukelt, in dem man z.B. zur 'freien' Wahl' Socken zulässt oder eben nicht.
Der große Tom Cruise sagte einmal anlässlich irgendeiner Feierstunde einer hierarchischen Organisation gegenüber seinen Anhängern 'I do care very, very, very much'......mehr braucht es nicht, der könnte sogar Socken verbieten und zusätzlich auch Schlüpfer, man würde ihm das abnehmen.
Bedenkt man dabei, daß es das Streben von 95% der Menschheit ist, ein Leitbild vorgesetzt zu bekommen, könnte man glatt in Pessimismus abgleiten. Man kann aber auch hartnäckig am Ball bleiben, damit man dereinst nicht genauso rumschreit wie Donald Sutherland am Ende von 'Invasion of the Bodysnatchers'.

Schliessen möchte ich semioptimistisch mit einem Witz von einer christlichen Kalauerseite, deren Motto heißt 'Jesus lacht mit Dir':
Was ist der Unterschied zwischen einem Apotheker und einem Franziskaner?
Der Apotheker hat ein Heil Serum und der Franziskaner ein Seil Herum.
Was auch immer man daraus mitnimmt, zumindest versteht man jetzt, was Tim Curry in seiner Glanzrolle meint, wenn er sagt:
It's not easy having a good time! Even smiling makes my face ache!









