Heute hörte ich en passant zwei ganz lustige Nachrichten im öffentlich-rechtlichen Radio. Die erste bezog sich auf den Rücktritt eines Ministers, der Opfer seiner zur Schau gestellten Inkompetenz wurde, die für die Bevölkerung dann mit dem Adjektiv 'glücklos' umschrieben wird. Sicher sind Minister immer nur Symbole guten Willens, noch besser bezahlt selbstredend, aber ansonsten sind sie natürlich in ihren Fächern jeweils völlig unbedarft, was unter anderem auch erklärt, daß ein Minister mal ganz schnell in ein anderes Ressort wechseln kann, ohne ein Universalgenie zu sein. Geraten nun diese Symbole massiv unter Beschuss, müssen diese eben zurücktreten, das ist Teil des Spiels und aufgrund der ungeschriebenen Regeln zwangsläufig.
Was in der Politik gilt, sollte im Mikrokosmos eines Vereins auch gelten. Wird da also jemand in Vorstandsämter gewählt - weil er es gern wollte, nicht weil er gezwungen wurde – obwohl er von allem nicht den blassesten Schimmer hat und auch unter galoppierender Lern- und Beratungsresistenz leidet, sollte er nach einer gewissen Häufung auffälliger Stolpersteine auch den glücklosen Minister machen und nicht immer weiter dilettieren, bis nichts mehr übrig ist.
Die zweite Nachricht des Tages betraf den beliebten Volkssänger 'Heino'. Der Barde verlor einen Prozess und muß nun die Kosten für den Ausfall einer Tournee selbst tragen, obwohl er dahingehend eine Versicherung abgeschlossen hatte. Die Tournee des Künstlers, der uns Lieder wie 'Regenbogen Johnny' oder aber 'Der Gott, der Eisen wachsen liess, der brauchte keine Knechte' ans Herz trällerte, wurde abgesagt, weil Heino Ohrensausen hatte – wirklich! Das Problem ist nur, besagtes Ohrensausen, respektive Tinnitus, wie der Mediziner sagt, hatte der Volkskünstler schon vorher, dieses aber der Versicherung verschwiegen - Vorsatz, sagt das Gericht; und Vorsatz zahlt. Minister zahlen, glaube ich, nicht für Vorsatz, Vorsitzende schon, die wie Heino das Ohrensausen für sich behalten und ganz bewusst den Karren an die Wand fahren......arme Kerle.
Vielleicht haben die auch nur was falsch verstanden, diese unschuldigen Täter. Ein Beispiel für Mißverständnisse dieser Art fiel mir unlängst ins Gedächtnis zurück. Es mag mehrere Dekaden zurückliegen, im juvenilen Alter saß man in der Gruppe beim Bier oder Alternativem und redete über dies und das. Am Tisch saß auch eine Freundin von mir, die seinerzeit jemanden anhimmelte, der ebenfalls in der Runde saß, jedoch ohne diesen anzusprechen (jeder wußte es, nur der Mann selbst nicht). Diese Freundin war die in der Gruppe, die kein Fettnäpfchen ausliess und von einer Peinlichkeit in die nächste stapfte – in jeder Gruppe gibt es so jemanden.
Während der lustigen Runde sprach nun der Angehimmelte spontan die ihn Anbetende an mit den Worten: „Soll ich Dir mal meinen Donald zeigen?“. Die Freundin lief hochrot an, jeder am Tisch schwieg und der eine oder andere war bemüht, nicht das Kaltgetränk quer über die Anrichte zu spucken. Als die Freundin mittels Hyperventilation wieder ins Leben geholt war, krempelte der Frauenschwarm ein Hosenbein hoch und enthüllte eine Donaldtätowierung an der Wade, auf die er sehr stolz war......so kann das gehen, man lacht, aber manchmal fällt der Groschen eben nicht, vor allem, wenn es um Comicfiguren geht und diese in Relation zur Realität gesehen werden.
So manche Menschen scheinen aber die Comicwelt für sich umzubiegen und erdreisten sich, als Superhelden das Heft des diktatorischen Handelns selbst in die Hand nehmen zu müssen, so wie gestern die berühmten Meerjungfraumann und sein Handlanger Blaubarschbube, die jeder aus der Serie Spongebob kennt, die ungewöhnlich tiefsinnig ist für Geschichten mit einem Schwamm. Offenbar haben unsere beiden Helden diese Tiefsinnigkeit nicht richtig erkannt und waren der Meinung, Frauen öffentlich einschüchtern zu müssen, obwohl sie ansonsten diesem Geschlecht bereitwillig Untertan sind. Das ist natürlich schlimm für die Glücklosen, aber es steht ihnen ja frei, sich dem Minister anzuschliessen.....bevor noch mehr geschieht.



