Ein anderer Freund des Kohlrabi würde auch gern in einer Kommune leben, oder vielmehr analog zum hominiden Vorbild inmitten eines Harems. Der Leser wird wissen, daß die Rede von Bernd ist, dem sogenannten Pavianloser aus dem Leipziger Zoo. Heute gab es ein Update im MDR, Bernd hat es inzwischen tatsächlich geschafft, sich einen eigenen Harem aufzubauen, der allerdings nur aus einer einzigen Dame besteht, aber es ist ein Anfang. Wieder einmal erzählte der Pfleger Indiskretes über ihn, seine verzögerte Entwicklung und daß er etwas tolpatschig sei (was visuell unterlegt wurde durch Bilder, wie Bernd gerade vor eine Baumwurzel lief), aber auch daß er ihn möge, da er ihn von Kleinauf kannte und betreute. Als es dann Essen gab, Kohlrabi und Blumenkohl, stopfte sich unser Protagonist wieder rasend schnell voll mit allem, bevor er von den anderen Herren wie am Murmeltiertag verjagt wurde. Ob es nun daran lag, daß Fernsehen da war oder ob das immer so ist, weiß ich nicht, jedenfalls implizierte seine panische Schlingerei einen postwendenden Würfelhusten.....liebenswert.
Ebenfalls im Fernsehen, daß ja wie schon erwähnt den Dummen dümmer und den Klugen klüger macht, sah ich einen Beitrag über die Imperatorin von Dänemark, Margrethe II. Diese hatte ihren kreativen Schüben nachgegeben und für die Ballettschule einer Freundin Kostüme entworfen, die Kinder während einer öffentlichen Aufführung tragen sollten. Ich empfinde es immer als besonders volksnah, wenn eigentlich unnahbare Blaublüter aus alten Gardinen und neongrüner Bastelpappe Kostüme entwerfen, auch wenn mir dann die Kinder Leid tun, die diese dann gezwungenermaßen vorführen müssen. Einfach zauberhaft, die Körpersprache und die Mimiken der Kinder zu lesen (auch ohne ein Samy Molcho zu sein), ein Kind wurde sogar vor der Kamera gezwungen (mittels einer auf sich aus dem Off gerichteten Schrotflinte) zu sagen, wie toll es die Verkleidung finden würde. Alles klatschte und würdigte den Einsatz der greisen Monarchin, sogar Kamerateams waren da und schossen Myriaden unnützer Bilder. Niemand erwähnte Dinge wie 'wenn sich bei uns die Kindergärtnerinnen zur Nikolausfeier so etwas ausgedacht hätten, hätte man die rausgeschmissen' oder so, nein, kein Wort der Kritik zu den traumatisierenden Untaten an den juvenilen Untertanen, nur einhellige Zustimmung. Ein Journalist fragte etwas schnippisch, ob denn die Imperatorin fürderhin abdanken und stattdessen kreativ wirken wolle, woraufhin Milady ruckartig zickig wurde und den Mann glaube ich zwanzig Jahre in die Salzminen verbannte und lebenslanges Aquavitverbot verhängte.
Diese Parallelen zum wirklichen Leben, sei es nun in der Analogie zur Tierwelt im Zoo oder zu den Makrokosmen der adeligen Welt im Spiegel der Realität, sind didaktisch wertvoll, und wer hinsieht und lernt, wird damit umgehen können.
Laugh now, cry later......
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