Überall auf der Welt gilt die kleine Comicfigur als Maskottchen der Feuerwehren, was mir bis dato immer wieder Rätsel aufgab, aber dieser Tage kam ich dahinter. Dazu muß man aber differenziert beleuchten, wie es um die soziale Stellung des Feuerwehrmannes in der jeweiligen Gesellschaft steht. In den USA z.B hat der 'Firefighter' ein besonders hohes, heroisch gefärbtes Ansehen, was unter anderem darin gipfelt, daß sich Kalender mit Feuerwehrmännern im Adamskostüm, die wie Grisu nur einen Helm und einen Tropfen Schwefelparfüm tragen, wie geschnitten Brot verkaufen. In Deutschland gibt es einen solchen Kalender meines Wissens nicht, ob das nun an der sozialen Stellung besagter Berufsgruppe liegt oder einfach nur am mangelhaften körperlichen Allgemeinzustand der Protagonisten, kann ich nicht beurteilen.
Wer erinnert sich nicht daran, wie es seinerzeit in Westberlin war, wenn die Berufsfeuerwehr ausrückte um löschend einzugreifen. Die konnten nie LKW fahren und haben es scheinbar über die Jahre auch nicht gelernt. War die verbleibende Fahrspur auf dem Weg zum Brandort nicht mindestens vier Meter breit, sind die da nicht eingefahren, und wenn doch, haben die alle PKW-Spiegel abrasiert. Mußten die rückwärts wieder raus, bildeten sich Menschenmengen, um das Schauspiel zu bewundern, nur 100 m rückwärts liessen einem mobilen Imbiss genug Zeit, seelenruhig anzufahren und ohne zu hetzen erst vor Ort die Friteuse anzuwerfen, um die Schaulustigen (nicht die vom Brandgeschehen, sondern die vom Ausparkgeschehen) zu verköstigen (das ist natürlich eine satirische Übertreibung, die die Anschaulichkeit steigern soll, aber bitte....)
Mich fasziniert der Umstand, daß sowohl in den USA als auch im Bundesland Brandenburg die Knäste voll sind von Feuerwehrleuten, die selbst Brände gelegt haben, um dann heroisch als Erste helfend einzugreifen. In Brandenburg vergeht kaum eine Woche, in der nicht bekannt wird, daß ein Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr wieder einmal einen Schuppen in Brand gesteckt hat, um seiner sozialen Stellung pyromanisch Auftrieb zu verleihen. Und genau hier finden wir die unbewusste Ambivalenz, die Feuerwehren auf der ganzen Welt zu Grisu treibt.
Der kleine Drache ist aufgrund seiner Herkunft dazu verdammt, Feuer zu legen, eine Rolle, in die ihn sein Vater immer wieder zwängt. Grisu möchte aber eigentlich löschen und sich als bewunderter Held sehen, nur ist es eben so, daß er immer wieder alles was er bewahren soll (und vielleicht auch will) in Brand steckt und somit einen gegenteiligen Effekt erzielt. Sicher erkennt der Leser so langsam die im wahrsten Sinne des Wortes 'fabelhafte' Tiefsinnigkeit dieser Zeichentrickparabel, die einem Aesop Bewunderung abverlangt hätte. Eigentlich ist der kleine Held ein trauriger, den man an die Hand nehmen sollte, um ihm ehrlich zu sagen, daß das nichts werden kann - manchmal ist das eben so.....
Das beliebte Format 'Wikipedia', die Verherrlichung des unverifizierten Halbwissens, liefert uns zum Thema eine aussagekräftige Aufnahme eines Beispiels des manchmal schon zur Heiligenverehrung entgleisten Grisukults, mit der ich schliessen möchte
1 Kommentar:
Klasse! Einfach Klasse!
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