Dienstag, 13. Oktober 2009

Manfred Sexauers Vertreibung aus dem Paradies

Dieser Tage kann der schlaflose Nachtschwärmer so ab Mitternacht allerorten eine Werbesendung im TV betrachten, in welcher der stark gealterte Manfred Sexauer festgetackert auf einem Hocker in einem Barambiente eine zusammengestückelte CD mit populärer Musik aus den sechziger Jahren bewirbt. Zu Bildern, auf denen unbekleidete junge Leute durch Schlammpfützen gleiten, behauptet Manfred Sexauer, von dem jeder weiß, daß er eigentlich bekennender Sister Sledge Fan ("The Beautiful") ist, unter anderem, daß die Erinnerung das einzige Paradies sei, aus dem man nicht vertrieben werden könne.

Legt man sich zeitnah danach zum Schlafen nieder, geht einem natürlich diese blödsinnige Weisheit nicht mehr aus dem Kopf. Man assoziiert immer Worte zum Thema Paradies wie Illusion, Langeweile, Lüge, Naivität, Realitätsfremde, Gutmütigkeit usw.....und es fallen einem Begebenheiten ein, die Sexauers Bonmot als Humbug entlarven.

Ich erinnerte mich an ein Event so vor fast 15 Jahren oder so, als ich Gast einer Registrierung für nordische Hunde war, auch um selbst einen solchen vorzustellen. Dort sprang mir ein Paar ins Auge....und auch irgendwie ins Ohr.......eine kleinere, lebhafte Frau in Begleitung einer größeren, etwas jüngeren, aber umso schweigsameren Frau, die einen Alaskan an der Leine hatte. Die kleine Frau zeterte wie ein zwei Meter großer Müllkutscher in Richtung der Offiziellen, in einer Lautstärke, die einem startenden Düsenjet zur Ehre gereicht hätte.

Offenbar weigerten sich besagte Offizielle, den Alaskan der schweigsamen Frau als reinrassigen Siberian Husky zu registrieren, was den Lautstärkepegel auf dem Gelände nicht unbedingt senkte. Die kleine, sehr laute Frau drückte krakeelend ihren Unmut darüber aus, daß es der netten, sehr schweigsamen Frau nicht ermöglicht würde, mit ihrem Hundchen Sport zu treiben, denn mehr wolle diese nicht und der Hund solle auch nicht bestraft werden für das, was er ist.

Was daraus wurde, weiß ich nicht, ich vermute aber, daß den vehementen Argumenten nicht stattgegeben wurde, da der Geräuschpegel anhaltend auf dem Niveau eines Motörhead-Konzertes blieb, und irgend etwas war da auch noch mit Akitamischlingen. Komische Erinnerung, ich wüßte aber gern, was aus den beiden ungleichen Damen wurde, ob die eine doch noch mit ihrem Hundchen sporteln durfte und ob die andere sich immer noch fürs Schreien interessiert. Leider habe ich ein schlechtes Personengedächtnis, doch hätte ich die Gelegenheit, würde ich den beiden mitteilen, daß sie schon damals großen Anteil an meiner Desillusionierung hatten.

Manfred, if paradise is half as nice......


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