...hiess es unlängst in der Zooshow aus dem Leipziger Etablissement. Mitunter ist die Show recht unterhaltsam, da dort noch verstanden wurde, exponierte Personen hervorzuheben oder skurrile respektive besondere Tiere in den Vordergrund zu rücken, anders als in allen nachgemachten Analogformaten. Kritisieren möchte ich lediglich den Ansager, dessen Intonation den Zuschauer aggressiv macht und bereits, wie ich las, hier und da zu Gewalttätigkeiten wider den familiären Fernsehapparat führte, wofür ich vollstes Verständnis habe. Der Titel dieser Miniatur hätte genauso 'Bernd – das Erfolgsmodell eines Vorzeigeprimaten' heißen können, tut er aber nicht, aber passend wäre es schon gewesen.
Unser Titelheld ist ein Pavian, der im Leipziger Zoo so vor sich hin lebt und irgendwie Protegé des Pflegers zu sein scheint, warum konnte ich der Kürze des Beitrags nicht genau erkennen. Bernd, der Pavian hat das Problem, daß seine Talente und seine Ausstrahlung lediglich für eine untergeordnete Position in der Gruppe reichen. Für ihn geht es einerseits darum, durch angemessenes Verhalten in der Gruppe zur Erfüllung seiner Bedürfnisse zu gelangen, also z.B. sein Stück vom Kohlrabi zu bekommen oder gar dereinst vielleicht auch eine Partnerin, andererseits muß er aber auch aufpassen, daß er bei seinen Umtriebigkeiten nicht dem Falschen auf die Füße tritt. Man weiß ja um die niedrige Hemmschwelle adulter Pavianmännchen, und wenn da einmal richtig hingelangt wird, könnte unser Held sich im Handumdrehen auf dem OP-Tisch der Zootierärztin wiederfinden, zudem wird man ja in streng hierarchischen Gesellschaften schnell mal bis ganz unten durchgereicht wie ein eingeholter Ausreisser bei einer Bergetappe der Tour de France.
Bernd ist davon allerdings weit entfernt – vom OP-Tisch, nicht vom Kohlrabi - denn er weiß um die Begrenztheit seiner Fähigkeiten. Er geht allem aus dem Weg, schlägt nicht über die Stränge und füllt sein kleines Nischenbiotop mit aus anthropologischer Sicht grundsympathischem Leben aus. Das mag der Zuschauer, das mögen Pfleger und Besucher, das scheinen auch seine Mitpaviane so zu empfinden. Ich finde ein solches Vehalten auch zutiefst sozial und angemessen, und hoffe noch vieles über Bernd auf seinem Wege durchs Leben zu erfahren.
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http://www.mdr.de/elefanttigerundco/rueckblick/6321708.html
Freitag, 25. September 2009
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