Freitag, 28. August 2009

IM Fusshupe strikes again (Morrissey möge mir verzeihen)

Dieser Tage konnte man in den sogenannten 'Nachrichtensendungen' verfolgen, wie ein Mann verhaftet wurde, der sich zuvor schwerbewaffnet verschanzt hatte und allerlei kontraproduktive Handlungen ankündigte. Das ist nicht besonders bemerkenswert, da ja in der heutigen Gesellschaft der Weg zu den eigenen fünfzehn Minuten Ruhm nach Warhol durch ein Überangebot an wertloser, aber penetrant auftretender Zerstreuung ein schwerer ist.

Aber es soll nicht um so plakatives Genörgel an gesellschaftlichen Zuständen gehen, vielmehr um das Drumherum und die kleinen Kollateralbeiträge.

Der Mann wurde nun also eingebuchtet und in seinem Keller fand man ein riesiges Arsenal an Knarren und Explosiva, gestapelt bis unter die Decke. Solch medienwirksame Aktionen sind aber auch immer vordergründig dazu geeignet, die Fähigkeiten von Angehörigen der Exekutive positiv darzustellen, um sowohl ein Gefühl der Sicherheit als auch ein solches der Existenz einer gewaltmonopolbesitzenden Staatsmacht zu demonstrieren.

So etwas geht am Besten über Pressekonferenzen. Auf dieser sagte der leitende Beamte: "Wir haben den Eindruck, der Mann hatte eine Affinität zu Schußwaffen und Sprengstoff".

Es ist immer wichtig, auf der mittleren Ebene, also auf der, die tatsächlich handelt, fähige Leute zu haben, denen die Handlangerebene zuarbeitet und auf deren Loyalität die befehlende Ebene sich jederzeit verlassen kann. Besonders in dieser Ebene sind Sachverstand und Intuition untrennbar miteinander verbunden, die beiden Eckpfeiler der Berufung.

In Addition ist es in der Exekutive auch von größter Bedeutung, daß auf jeder Ebene integer gearbeitet wird. Zwar ist es mitunter üblich, sich der besonders in besagter mittleren Ebene weit verbreiteten Eigenschaft zu bedienen, auf Ansage hin falsch Zeugnis wider den Nächsten abzulegen, jedoch ist der erzielte Effekt meist nur von kurzer Dauer und hat nachhaltig weder Wert noch Qualität, denn der Benutzte selbst wird als schwächstes Glied in der Kette unter Druck schnell Mutters Bild zur Wand drehen und nicht nur den Herrn bis zum Morgengrauen drei Mal verleugnen. Das sollte man wissen, wenn man sich schwacher Gemüter bedient.

Dem Leser wird aufgefallen sein, daß christliches Gut mit einfloss. Das ist richtig. Sagt nicht schon die Bibel 'Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Narren Geselle ist, der wird Unglück haben' (Sprüche 13:20) ? Klingt dick aufgetragen und oberflächlich, ist aber nicht ganz so interpretationsfähig wie andere Beiträge aus Gottes Wort.

Homer Simpson sagt 'if the Bible has taught us nothing else - and it hasn't '. Ist das tatsächlich der Fall? Unlängst erfuhr ich im Dialog mit Jehovas Zeugen, daß es die Bibel untersagt, sich tätowieren zu lassen, denn im 3.Mose 19:28 heißt es 'Ihr sollt kein Mal um eines Toten willen an eurem Leibe reißen noch Buchstaben an euch ätzen; denn ich bin der HERR' , wobei die Bibelübersetzung der Zeugen, die eher 'einfacher' in ihrer Wortwahl gestaltet ist, es eindeutiger formuliert.

Nun, wenn man einigermaßen bibelfest ist und im Dialog mit den Zeugen immer Gottes Wort gedruckt parat hat - und wer hat das nicht? - kontert man sicher sogleich mit 3.Mose 19:27, wo es heißt 'Ihr sollt euer Haar am Haupt nicht rundumher abschneiden noch euren Bart gar abscheren', gepaart mit dem Hinweis, daß man noch nie bei Zusammenkünften vor dem Königreichsaal Bart- und Haartrachten gesehen habe, die jeden Sikh neidisch gemacht hätten......

Aber man weiß ja, wie es ist im Umgang mit Starrsinnigen, denen man die eigenen Regeln vorhält.....ein trauriges Kapitel im Gesellschaftsleben.

Erfreuen wir uns lieber weiter der Gedanken, die uns sowohl Gottes Wort wie auch Homer Simpson zwischen nonchalant und pathetisch als Geleit geben. In Sprüche 10:7 lesen wir zur Nachhaltigkeit 'Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen; aber der Gottlosen Name wird verwesen', bei Homer heißt es 'It takes two to lie - one to lie and one to listen.'

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