
Es ist eine lehrreiche Geschichte, die vom letzten König von Hawaii, Kalakaua, der eigentlich David Laʻamea Kamanakapuʻu Mahinulani Nalaiaehuokalani Lumialani Kalākaua hiess.
Der Mann galt als Freund der europäischen Kultur und der modernen Technik, sein Palast hatte im ausgehenden 19. Jahrhundert mehr technischen Schnickschnack wie z.B. elektrisches Licht als das Weisse Haus.
Seine beiden großen Leidenschaften waren der Walzer im Dreivierteltakt und die Diplomatie, die er unter der Prämisse, König einer untergehenden Kultur zu sein, unter einen Hut bringen musste. Er bereiste Europa und versuchte hier und da politische Verbindungen zu schaffen, die sein Konglomerat paradiesischer Eilande noch möglichst lange vor dem Zugriff der gierigen Amerikaner bewahren sollte, aber nicht ohne Spaß zu haben im Heurigen oder im lasziven Paris......
So entschloss er sich unter dem Eindruck der lustigen Zerstreuungen in Europa dazu, den von eifernden Missionaren verbotenen Hula wieder einzuführen, aber auch verschiedene Kanonen zu kaufen, die den Palast verteidigen sollten. Er versuchte, politisch auf Zeit zu spielen und komponierte Walzer, wohlwissend, daß alles für die Katz ist.....auf Dauer.
Es kam, wie es kommen musste, nach dem Ableben des blaublütigen Lebemannes kam zwar noch dessen Schwester ans Ruder, diese wurde aber kurz nach Machtantritt seitens der Amerikaner in einer Art Revolution ins Exil gebombt und komponierte bis ans Lebensende nur noch kryptische Lieder für das Volk, der daraufhin ernannte erste Präsident Hawaiis, amerikanischer Herkunft, errichtete sogleich ein heute noch dominierendes Südfrüchteimperium.
Die Kanonen, die der damalige Monarch aus diplomatischen Erwägungen erstand, waren den Einheimischen im Konflikt mehr als nur auf die Füße gefallen, da die Amerikaner die einzigen waren, die diese bedienen konnten......
So ist das mit der Diplomatie. Böse Zungen behaupten ja, Verlogenheit sei die Diplomatie des kleinen Mannes, hier ging es doch aber um einen Grande......zumindest hielt er sich dafür.
Und wohin führte all dieses diplomatische Geplänkel?
Eine rhetorische Frage, fürwahr, aber was kann man daraus noch lernen?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen