Mittwoch, 29. Juli 2009

Franziskaner dürfen keine Socken tragen

Ob das nun noch so stimmt, spielt eigentlich keine Rolle. Wird man mit derlei Aussagen konfrontiert, versucht man zwar halbherzig, zu verifizieren oder eben nicht, nur kommt man dabei meist vom Wege ab, weil einem allerlei andere Abstrusitäten über den Weg laufen. Nur soviel, die Franziskaner wurden auch 'die Barfüßler' genannt, aber das ist auch nicht so interessant.

Interessanter ist vielmehr, in welchem Kontext das so auftauchte. Im Fernsehen schnappte ich auf, jenes Fernsehen, von dem man sagt, daß es Dumme dümmer macht und Kluge klüger, wie jemand erzählte, daß er ein in Afghanistan dienender Soldat der BW war und nach der Entlassung sogleich einen Orden suchte, um sich dem kontemplativen Klosterleben zu widmen und so weiter. Er entschied sich für die Benediktiner, obwohl ihm die Franziskaner näher stünden, aber die dürften nun mal keine Socken tragen.

Das wirft zwei Aspekte auf. Zunächst einmal sollte man sich fragen, ob man denn wisse, was man tut, wenn man zukunftsträchtige Entscheidungen für ein Leben in Kontemplation von der Sockenfrage abhängig macht, ob man denn wirklich mit dem Herzen bei der Sache ist.

In einem christlichen Forum las ich unlängst in einem Thema, in dem es um Schnittmuster für Mönchskutten ginge - also weltliches Geplänkel um Äußerlichkeiten ..... bis zu dem Augenblick, als sich ein weiterer User in autoritärem Ton einschaltete und Klartext redete wider die Oberflächlichkeit. Höhepunkt seiner Brandrede war die Aussage : 'In der Klerikerszene brauchen wir keine Lotterpfaffen'. Das saß - und es gefiel mir, beinhaltet es doch die Forderung nach wahrer Hingabe an die Sache jenseits jeder Oberflächenkratzerei und Labeldenken.

Der zweite Aspekt ist der der absoluten Suche nach Unterordnung, nach dem Aufgehen in einer Gruppe unter hierarchischer Führung ohne Beachtung eigener Ansprüche. Fehlen denn da die eigenen Ansprüche und man sucht nach Vorgaben oder zumindest klaren Ansagen, die jedem Tag, der ins Land geht, einen Sinn geben oder diesen zumindest überstehen lassen? In einem Text der slowenischen Kapelle 'Laibach' heißt es, 'ein Volk, ein Reich, ein wahrer Glaube - gib mir ein Leitbild'......ist das so weltfremd?

Warum sind denn die Leute nicht in der Lage, sich selbst Gedanken zu machen, über ihr Leben, über ihre Extreme und über alles andere. Das muß doch schrecklich sein, jeden Morgen zu hoffen, daß jemand kommt und sagt, was abläuft. Ich muss nicht mehr Lesen und Schreiben können, es wird mir ja alles erzählt und jemand artikuliert sich an meiner Statt in meinem Namen.

Als Gegenleistung muß ich nichts weiter sein als ein treuer Jünger meines Mentors, der nicht hinterfragt, der auch jederzeit gegenüber der Außenwelt positiv Zeugnis ablegt nebst dem Akzeptieren des Zuckerbrot-und-Peitsche-Systems, das die Illusion des eigenen Willens vorgaukelt, in dem man z.B. zur 'freien' Wahl' Socken zulässt oder eben nicht.

Der große Tom Cruise sagte einmal anlässlich irgendeiner Feierstunde einer hierarchischen Organisation gegenüber seinen Anhängern 'I do care very, very, very much'......mehr braucht es nicht, der könnte sogar Socken verbieten und zusätzlich auch Schlüpfer, man würde ihm das abnehmen.

Bedenkt man dabei, daß es das Streben von 95% der Menschheit ist, ein Leitbild vorgesetzt zu bekommen, könnte man glatt in Pessimismus abgleiten. Man kann aber auch hartnäckig am Ball bleiben, damit man dereinst nicht genauso rumschreit wie Donald Sutherland am Ende von 'Invasion of the Bodysnatchers'.




Schliessen möchte ich semioptimistisch mit einem Witz von einer christlichen Kalauerseite, deren Motto heißt 'Jesus lacht mit Dir':

Was ist der Unterschied zwischen einem Apotheker und einem Franziskaner?

Der Apotheker hat ein Heil Serum und der Franziskaner ein Seil Herum.


Was auch immer man daraus mitnimmt, zumindest versteht man jetzt, was Tim Curry in seiner Glanzrolle meint, wenn er sagt:

It's not easy having a good time! Even smiling makes my face ache!

Montag, 27. Juli 2009

Team die 2.

Wenn man schon einmal dabei ist, damit zu beginnen, das Team vorzustellen - in loser Folge - kann man auch sofort weitermachen.

Setzen wir es doch einfach fort, die Neulinge vorzustellen, die in diesem Jahr noch dazu kommen und was diese so machen könnten unter Berücksichtigung ihrer Talente.

Fängt man mit Ren an, ist natürlich die erste Option, ihn an einen Wanderzirkus zu verkaufen. Seine vielfältigen Talente würden es ihm wahrscheinlich dereinst ermöglichen, in den Manegen dieser Welt jenseits irgendwelcher Pudelnummern Weltruhm zu erlangen und letztendlich in Monaco von Prinz Albert oder gar einer seiner mißratenen Schwestern als erster Siberian Husky den goldenen Clown (oder wie das heißt) überreicht zu bekommen.

Für den Schlittenhundesport ist er eigentlich schwer einzuschätzen, seine körperlichen Vorausetzungen sind mit Ausnahme der Körpergrösse sicher hervorragend, seine Bewegungsintelligenz fiel schon im frühen Welpenalter auf, sein Wesen ist dauerfreundlich und das Antizipieren neuer Situationen seine Spezialität.

Für ihn gilt aber das, was auch für seinen Vater gilt. Je nach Aufgabe im Team besteht nicht die Gefahr, ihn zu überfordern, sondern ihn zu unterfordern. Kann man das kompensieren, ist alles möglich.



Rens Halbbruder Stimpy ist ein ganz anderes Kaliber. Schon auf den ersten Blick körperlich sehr präsent, wird sein Aufgabenbereich da sein, wo die schon beschriebene Welle ihren höchsten Punkt hat. Will man dieses Kraftpaket beschreiben, kann man sich vielleicht der Welt des Fußballs bedienen.

Man erinnere sich an den bekannten Nationalspieler Bernd Schneider. In einer Show antwortete er einst auf die Frage, was denn ein Quintett sei, daß dies seines Erachtens ist, wenn man vier Gleiche beim Kartenspiel hat. Aber auf dem Platz, sei es defensiv oder offensiv, erfüllte er immer überdurchschnittlich seine Aufgabe und bündelte seine Talente gezielt.

Nachdem es Stimpy mittlerweile gelungen ist, seine vier Beine und den Rest des Körpers dauerhaft koordiniert zu bewegen, sollte er in der Lage sein, in der Kraftabteilung des Teams neben Gleichgesinnten seine Aufgaben zu erfüllen.

Noch ein Neuzugang ist Riddick, der als Rohdiamant mit allerbesten Aussichten verpflichtet wurde und der eine interessante körperliche Entwicklung durchgemacht hat. An diesem Hund ist alles rund und geschmeidig, auch jede Bewegung kommt ohne Ecken und Kanten aus. Auch wenn er sich immer noch in erkennbar distinguierter Zurückhaltung bedeckt hält, ist allein das, was er durchblicken lässt extrem ungewöhnlich und vielversprechend.
Mit ihm sollte fern jeder Übertreibung oder übersteigerter Erwartung alles möglich sein, und niemand sollte sich täuschen lassen, wenn er immer dreinschaut wie die Kuh, wenn es donnert.





Team 2009/2010

Demnächst steht ja schon wieder die neue Saison ins Haus, unsere erste nach dem Umzug ins Mittelgebirge. Da ist es durchaus üblich, sich schon im Vorfeld Gedanken zu machen, welcher Hund wofür geeignet ist, sein wird oder auch nur sein könnte. Und um diese Gedanken nach außen zu tragen, wird in diesem Blog nun in loser Folge unser Team für die kommende Saison vorgestellt.

Grundsätzlich glauben wir ja an die Theorie des Gespanns in Wellenform, wie es ein bekannter Musher aus Bad Camberg, der zweitbekannteste Bürger der Stadt nach dem NDW-Superstar "Markus", propagiert.

Zweiter Grundgedanke, vor allem unter Beachtung der Prioritäten, die ein Einsatz im Mittelgebirge mit sich bringt, ist der, daß ein Team genau so schnell den Berg hinauf geht wie hinunter im Gegensatz zu den Anhängern der Sichtweise, die sich in dem antiquierten Sinnspruch des LKW-Fahrer-Milieus widerspiegelt, der da lautet :'Rauf wie ein Rumäne, runter wie ein Däne'.

Fangen wir doch einfach mal an mit der Wheelsection, nach der Wellenvorgabe dementsprechend mittelgroße Hunde, die kräftig und fest zusammengestellt sind bei gut ausbalancierter Beweglichkeit. Erster Anwärter und einer derer, die ihren Startplatz bereits sicher haben, ist unser Iggy, der demnächst schon vier Jahre alt wird.




Sein bisheriger Partner auf dieser Position war bisher das Amunchen, der die gleichen Eigenschaften wie sein Onkel Iggy mitbringt, diese jedoch in etwas anderer Gewichtung. Da aber beide jederzeit die nötige Kopfhärte mit in die Waagschale werfen können, gibt es zur Zeit eigentlich keinerlei Grund, an diesen Beiden zu zweifeln.




Es ist immer schön, für jede Position einen Ersatzmann zu haben, der im Ernstfall eine exponierte Position ausfüllen kann und ansonsten eben ein guter Teamdog wird. Aus dem Nachwuchskader der Yearlings bietet sich da in erster Linie Rubomir an, der natürlich seine Eignung erst noch unter Beweis stellen muß, nur sind eben die körperlichen und vor allem geistigen Anlagen Anlass für realistische Hoffnungen in dieser Richtung.





Es ist einfach ein gutes Gefühl, die Auswahl zu haben, völlig zwanglos Teamgröße und -zusammenstellung nach Gutdünken und Beobachtungen zu definieren. Die beliebte Klamaukzeitschrift MAD schrieb dereinst 'Wer den Wal hat, hat die Qual', und ich weiß nicht, weshalb mir das gerade einfällt, denn es ist niemals eine Qual, die Wahl zu haben.

Freitag, 24. Juli 2009

Do Androids Dream of Electric Sheep.....

....oder auch können Hunde politisch sein?

Sicher sind das zwei Fragen, auf die nicht jeder Leser sofort eine Antwort parat hat. Ich will da etwas ausholen, um vielleicht den einen oder anderen auf die richtige Spur zu leiten.

In meiner Kindheit wurde ich zwei, drei Mal zum Zwecke des Verwandtenbesuchs nach 'Drüben' geschliffen, genauer gesagt zu Tante Frieda nach Bad Langensalza. Dort war alles, so meine Erinnerung, etwas altmodisch aber beschaulich. Tante Frieda hatte einen Nachbarn, dessen Hühner ich mir immer gerne anschaute - Erich. Nun hiess es aber immer: "Geh nicht zum Erich, denn Erich ist politisch." Mit sechs, sieben Jahren kann man damit nicht unbedingt viel anfangen, und es sollten noch Jahre ins Land gehen, bis ich begriff, was das bedeutete.

Ich war da auch auf dem Rummel an der Losbude. Nun denken Kinder ja von der Welt immer als Einheit, also überall ist das selbe Wetter, es kommt immer das gleiche Fernsehprogramm und alles hat den gleichen Namen. Ich war ja von Berlin (West) gewohnt, daß an der Losbude die Gewinne mit Namen von Berliner Bezirken beschrieben wurden, die Preise waren analog gestaltet zur Kaufkraft der Einwohner der aufgedruckten Bezirke, hatte man also 'Wedding', konnte man maximal auf ein gebrauchtes Kaugummi hoffen, bei 'Steglitz' oder 'Zehlendorf' durfte man auf 'Freie Auswahl' drängen.

Wie es sich begab, stand auf einem meiner Lose ein Gewinn mit Namen 'Schlaraffenland'. Es ist nun nicht so, daß man mit sechs Jahren denkt, die würden ganz schön auf den Putz hauen, nein, überhaupt nicht. Langer Rede, kurzer Sinn, ich bekam einen Streifen Kaubonbon aus DDR-Produktion und war ein wenig enttäuscht, kompensierte das aber schnell dadurch, daß ich ja aus dem goldenen Westen kam, wo schon im Arbeitermilieu goldene Wasserhähne Standard waren, täglich Coq au Vin an Pellkartoffeln gereicht und Katzen mit russischem Kaviar aus der 1kg-Dose verköstigt wurden......so etwas tröstet.

Was ich sagen will ist......so als Kind denkt man doch, wenn ein Kaubonbon das Schlaraffenland repräsentiert, was werden dann wohl die Kleingewinne sein und assoziiert dann voreilig Grundsätzliches über den eigentlichen Zustand der Wirtschaft der DDR und die Zufriedenheit der Bevölkerung.

Heute, nachdem vierzig Jahre ins Land gegangen sind, weiß ich, daß der Losbudenlümmel mich betrogen hat, der DDR-Bürger auch damals schon nicht ein Kaubonbon für das Schlaraffenland hielt und Erich ein informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit war, der sich hinter seinen Hühnern versteckte.

Dieses Verständnis erlangt man mit der Zeit, wenn man Wissen anhäuft oder lernt, Zusammenhänge zu deuten. Unlängst sah ich im Fernsehen einen Bericht aus Nordkorea, in einer revolutionären Ballettdarbietung tanzten Leute als Kartoffeln verkleidet, was sicher ein augenzwinkernder Beitrag zur Mangelversorgung dort ist und dem Ausland gegenüber eine sogenannte 'Jetzt erst recht Attitüde' signalisiert.

So ist das auch mit der Ursprungsfrage, ob denn Hunde politisch sein können oder gar dürfen. Mir kam zu Ohren, daß Züchtern abgesagt wurde, weil der Erwerb eines Welpen am Orte persönliche (selbstredend negative) Konsequenzen für den Käufer in der Welt des Rassehundes haben könnte und man sich dementsprechend andernorts umtun würde.

Ein Film von Rosa von Praunheim hat den interessanten Titel 'Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt'. "Ach, der Rosa", wird so mancher ausrufen, "der hat doch immer nur eins im Kopf", aber darum geht es nicht. Manchmal muß man plakativ agieren, und da genügt es, die Worte 'Homosexueller' und 'pervers' gegen 'Hund' und 'politisch' auszutauschen, dann ist die Aussage leicht nachvollziehbar.

Ich finde, ich habe jetzt die Optionen, die analog auch der Nordkoreaner hat, wenn der Magen knurrt. Entweder ich schaue zu, wie Kartoffeln tanzen und stimme mit ein, oder ich sehe zu, daß ich selbst zu realen Kartoffeln komme zum Zwecke des Verzehrs. Man sollte immer die Wahl haben, immer die Chance zum eigenverantwortlichen Handeln.

Nur ist das hier kein Missionarsblog - wenn z.B. George Clooney in 'From Dusk Till Dawn' tönt "Ich sagte nicht, tut was ich tue, sondern tut was ich sage" in bewußter Anlehnung an ein Margaret Thatcher Zitat, so ist das eine klare Aufforderung zum Gehorsam. Missionare landen schnell im Kochtopf, da sie das Denken verhindern, das braucht niemand.

Ich will nur, daß es nicht dereinst heißt: 'Bleib weg von Iggy, denn Iggy ist politisch."




Montag, 13. Juli 2009

Kalakaua, König von Hawaii


Es ist eine lehrreiche Geschichte, die vom letzten König von Hawaii, Kalakaua, der eigentlich David Laʻamea Kamanakapuʻu Mahinulani Nalaiaehuokalani Lumialani Kalākaua hiess.


Der Mann galt als Freund der europäischen Kultur und der modernen Technik, sein Palast hatte im ausgehenden 19. Jahrhundert mehr technischen Schnickschnack wie z.B. elektrisches Licht als das Weisse Haus.


Seine beiden großen Leidenschaften waren der Walzer im Dreivierteltakt und die Diplomatie, die er unter der Prämisse, König einer untergehenden Kultur zu sein, unter einen Hut bringen musste. Er bereiste Europa und versuchte hier und da politische Verbindungen zu schaffen, die sein Konglomerat paradiesischer Eilande noch möglichst lange vor dem Zugriff der gierigen Amerikaner bewahren sollte, aber nicht ohne Spaß zu haben im Heurigen oder im lasziven Paris......


So entschloss er sich unter dem Eindruck der lustigen Zerstreuungen in Europa dazu, den von eifernden Missionaren verbotenen Hula wieder einzuführen, aber auch verschiedene Kanonen zu kaufen, die den Palast verteidigen sollten. Er versuchte, politisch auf Zeit zu spielen und komponierte Walzer, wohlwissend, daß alles für die Katz ist.....auf Dauer.


Es kam, wie es kommen musste, nach dem Ableben des blaublütigen Lebemannes kam zwar noch dessen Schwester ans Ruder, diese wurde aber kurz nach Machtantritt seitens der Amerikaner in einer Art Revolution ins Exil gebombt und komponierte bis ans Lebensende nur noch kryptische Lieder für das Volk, der daraufhin ernannte erste Präsident Hawaiis, amerikanischer Herkunft, errichtete sogleich ein heute noch dominierendes Südfrüchteimperium.
Die Kanonen, die der damalige Monarch aus diplomatischen Erwägungen erstand, waren den Einheimischen im Konflikt mehr als nur auf die Füße gefallen, da die Amerikaner die einzigen waren, die diese bedienen konnten......
So ist das mit der Diplomatie. Böse Zungen behaupten ja, Verlogenheit sei die Diplomatie des kleinen Mannes, hier ging es doch aber um einen Grande......zumindest hielt er sich dafür.
Und wohin führte all dieses diplomatische Geplänkel?
Eine rhetorische Frage, fürwahr, aber was kann man daraus noch lernen?


Samstag, 11. Juli 2009

CAUSA

I join these words for four people,
Some others may overhear them,
O world, I am sorry for you,
You do not know these four people

Es ist nicht so, daß beklagt wird, daß womöglich nur vier Leute diesen Blog lesen - mitnichten. Es ist nur wieder soweit, daß wie jedes Jahr einmal Pound-Wochen sind, eine Zeit, die nicht nach dem Kalender ausgerichtet ist sondern eher an dem Bedürfnis nach schwer verständlicher Kost aus kryptischer Hand. Dann sucht man sich die betreffenden Schwarten aus dem Regal und erfreut sich an diesen Worten, die nicht von dieser Welt scheinen.

Die Frage, die mir momentan im Kopfe unhergeistert ist die, ob es womöglich eine Frühform von Neurose ist, eine große Anzahl von Vierbeinern zu halten, nur um ihrer Selbst Willen und natürlich weil sie Herz und Seele erfreuen. Neurose ist vielleicht zu abgehoben psychoanalytisch, damit wollen wir gar nicht erst anfangen. Eher sollte so etwas diskutiert werden mit der erfreulich tiefsinnigen Einfachheit eines Dean Martin, der in dem völlig unterschätzten Klassiker 'Patient mit Dachschaden' eine Situation mit den Worten 'da kämpfen die Leukozyten mit den Neurosen' beschreibt.

Geht man nicht analytisch an die Sache, sondern eher gesellschaftswissenschaftlich, stellt sich die Frage, ob das Halten einer großen Anzahl von Hunden nicht doch eher dekadent sei, ist es doch nicht essentiell für das Überleben an sich......aber wo ist der Stellenwert einer solchen Sache als Notwendigkeit eines Lebensinhalts fernab von jedweder Vorgabe durch eine modernistische Umwelt?

Am Anfang einer solchen Handlung steht immer ein Antrieb, der wiederum aus etwas geboren sein muss - der sogenannten Idee. Sehr gut umschrieben ist ein solcher Ablauf in dem Film 'The Magnificent Seven', in welchem Steve McQueen in einer Szene die Geschichte eines Mannes zum Besten gibt, der nackt in einen Kaktus sprang. Die von den verständlicherweise irritierten Zuhörern eingeforderte Begründung für ein solches Verhalten war ebenso entwaffnend wie selbsterklärend : 'Er hat es für eine gute Idee gehalten'!

Also völlig unabhängig vom Umfeld und einer dominierenden öffentlichen Meinung wurde einfach aus einem Antrieb heraus gehandelt - einer Idee, die aus persönlichen Gutdünken für angemessen befunden wurde. Der in der heutigen Zeit oftmals vorhandene innere Zwang zur Rechtfertigung des eigenen Handelns wurde beispielhaft behandelt in dem Meisterwerk 'Die Sieben Säulen der Weisheit' von T.E. Lawrence, in welchem eine reale Figur namens Auda sich selbst und sein Tun jederzeit der Welt gegenüber durch die Worte 'Weil es mir so gefällt' erklärt.

Also zusammengefasst nichts weiter als das Umsetzen einer guten Idee und die eigene Zufriedenheit mit dem Handeln als ausreichende Rechtfertigung unter Beachtung elementarer Regeln des Zusammenlebens.

Durch ein solch Handeln wird man aber sein mögliches Umfeld nachhaltig reduzieren, werden launige Stimmen sicher einwerfen. Vielleicht ist das der Preis, aber da Quantität und Qualität sehr oft umgekehrt proportionale Halbgeschwister sind, erscheint dieser angemessen -da aber Pound-Wochen sind, lasse ich den Meister selbst antworten:

I am homesick after mine own kind
Oh I know that there are folk about me, friendly faces,
But I am homesick after mine own kind.
........
For I am homesick after mine own kind
And ordinary people touch me not.
And I am homesick
after mine own kind that know, and feel
And have some breath for beauty and the arts





Freitag, 10. Juli 2009

Over the Line

Wie fragte doch John Goodman in seiner Glanzrolle als 'Walter Sobchak' so treffend:
'Am I the only one around here who gives a shit about the rules?'

Nun, ich kann dazu nur soviel sagen, daß Ren es mit den Regeln nicht so genau nimmt, obwohl seine Ballbehauptung gegenüber Riddick von großem Willen gesteuert wird......eine Art von Pragmatismus....








Ich denke aber, daß sich Ren im Laufe der Zeit an die Regeln des Ballsports gewöhnen wird, in der spaßorientierten Hundegesellschaft wird er sonst sehr schnell bemerken, daß eine getunnelte 'Me-First-Einstellung' am Ball ganz schnell ins Abseits führt....
Es ist ja nicht so, wie es uns Otto Rehhagel immer verkaufen wollte, daß es Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift, sondern dann, wenn eine entsprechende Position eingenommen wird....aber Ren ist ja ausgesprochen lernfähig

Montag, 6. Juli 2009

All that we see or seem
is but a dream within a dream

ist nicht nur von Poe und hört sich toll an, es ist auch das, was ich gerade denke, wenn ich mir so meinen Kadar anschaue.

Bestätigung in der Arbeit bekommt man nicht dadurch, daß Leute einem Höflichkeiten ins Gästebuch schreiben oder einem von Angesicht zu Angesicht mit Schimpansenlächeln sagen, wie toll sie alles finden. Auch findet man wenig Bestätigung, wenn man sich die Welt im eigenen Blog schönschreibt.

Nein, wahre Bestätigung ist die, die von Leuten kommt, die absolut keinen Grund haben zu loben, die aber eigentlich wissen müßten, wovon sie reden, sei es aufgrund ihrer Erfahrung oder einfach nur weil sie lesen können. Ein einfacher und ehrlicher Maßstab.

Nach Kadars letzter Ausstellung freute sich ein Aussteller derart, daß er seinen Sieg gegen ihn alsgleich auf seiner Internetpräsenz in die Welt posaunen musste. So sprach dieser trotz seiner Pedigreekenntnisse von einem Gewinn gegen einen ausgesprochenen Showhund, und, was soll ich sagen - kann es mehr Komplimente geben, sowohl für Züchter und Handler, wenn Experten seines Schlages solche Zugeständnisse an das Auftreten einer Lokiboden/Seppala-Linienzucht machen?

Ich denke nicht. Ich bin daher sehr stolz auf meinen Showman und weiß, mich in die richtige Richtung zu bewegen.