Letzte Nacht träumte ich, wie man halt so träumt. Mal ist es realistisch, mal ist es Mumpitz, aber immer spielen Emotionen eine Rolle.
Ich träumte, ich musste zur Sitzung unseres Vereins. Ich fühlte das körperliche Unbehagen im Traum, die seelische Folter der Vorträge, die Zurschaustellung offensichtlicher Satzungsverstösse und auch die Aneinandereihung von Lügen und Halbwahrheiten nebst des Verbots zu lachen......dazu alkoholfreie Getränke und maximal etwas ungesalzenes Gebäck.
Etwas schmale Kost, wenn man bedenkt daß der Preis dafür auch noch unangemessenes Maßregeln unter Zuhilfenahme unkontrollierten Anbrüllens wäre.....ein Schaudern überlief meinen Rücken.....im Traum......aber es war ein realistischer Alb....
Wie so oft in Träumen nahm auch dieser eine unerwartete Wende. Mal gehen diese ins Absurde, mal ins Wunschdenken, aber ab und zu auch in Richtung einer akzeptablen Zukunftsversion.
Ich erreichte den Ort der Sitzung - war ich richtig? Laute Musik, überbordende Stimmung und Geräusche tanzender Menschenbeine drangen an mein Ohr....ich betrat den Sitzungssaal.....und der Alb verwandelte sich in einen wirklichen Traum
Sonntag, 13. Dezember 2009
Montag, 30. November 2009
Soll ich Dir mal meinen Donald zeigen?
Heute hörte ich en passant zwei ganz lustige Nachrichten im öffentlich-rechtlichen Radio. Die erste bezog sich auf den Rücktritt eines Ministers, der Opfer seiner zur Schau gestellten Inkompetenz wurde, die für die Bevölkerung dann mit dem Adjektiv 'glücklos' umschrieben wird. Sicher sind Minister immer nur Symbole guten Willens, noch besser bezahlt selbstredend, aber ansonsten sind sie natürlich in ihren Fächern jeweils völlig unbedarft, was unter anderem auch erklärt, daß ein Minister mal ganz schnell in ein anderes Ressort wechseln kann, ohne ein Universalgenie zu sein. Geraten nun diese Symbole massiv unter Beschuss, müssen diese eben zurücktreten, das ist Teil des Spiels und aufgrund der ungeschriebenen Regeln zwangsläufig.
Was in der Politik gilt, sollte im Mikrokosmos eines Vereins auch gelten. Wird da also jemand in Vorstandsämter gewählt - weil er es gern wollte, nicht weil er gezwungen wurde – obwohl er von allem nicht den blassesten Schimmer hat und auch unter galoppierender Lern- und Beratungsresistenz leidet, sollte er nach einer gewissen Häufung auffälliger Stolpersteine auch den glücklosen Minister machen und nicht immer weiter dilettieren, bis nichts mehr übrig ist.
Die zweite Nachricht des Tages betraf den beliebten Volkssänger 'Heino'. Der Barde verlor einen Prozess und muß nun die Kosten für den Ausfall einer Tournee selbst tragen, obwohl er dahingehend eine Versicherung abgeschlossen hatte. Die Tournee des Künstlers, der uns Lieder wie 'Regenbogen Johnny' oder aber 'Der Gott, der Eisen wachsen liess, der brauchte keine Knechte' ans Herz trällerte, wurde abgesagt, weil Heino Ohrensausen hatte – wirklich! Das Problem ist nur, besagtes Ohrensausen, respektive Tinnitus, wie der Mediziner sagt, hatte der Volkskünstler schon vorher, dieses aber der Versicherung verschwiegen - Vorsatz, sagt das Gericht; und Vorsatz zahlt. Minister zahlen, glaube ich, nicht für Vorsatz, Vorsitzende schon, die wie Heino das Ohrensausen für sich behalten und ganz bewusst den Karren an die Wand fahren......arme Kerle.
Vielleicht haben die auch nur was falsch verstanden, diese unschuldigen Täter. Ein Beispiel für Mißverständnisse dieser Art fiel mir unlängst ins Gedächtnis zurück. Es mag mehrere Dekaden zurückliegen, im juvenilen Alter saß man in der Gruppe beim Bier oder Alternativem und redete über dies und das. Am Tisch saß auch eine Freundin von mir, die seinerzeit jemanden anhimmelte, der ebenfalls in der Runde saß, jedoch ohne diesen anzusprechen (jeder wußte es, nur der Mann selbst nicht). Diese Freundin war die in der Gruppe, die kein Fettnäpfchen ausliess und von einer Peinlichkeit in die nächste stapfte – in jeder Gruppe gibt es so jemanden.
Während der lustigen Runde sprach nun der Angehimmelte spontan die ihn Anbetende an mit den Worten: „Soll ich Dir mal meinen Donald zeigen?“. Die Freundin lief hochrot an, jeder am Tisch schwieg und der eine oder andere war bemüht, nicht das Kaltgetränk quer über die Anrichte zu spucken. Als die Freundin mittels Hyperventilation wieder ins Leben geholt war, krempelte der Frauenschwarm ein Hosenbein hoch und enthüllte eine Donaldtätowierung an der Wade, auf die er sehr stolz war......so kann das gehen, man lacht, aber manchmal fällt der Groschen eben nicht, vor allem, wenn es um Comicfiguren geht und diese in Relation zur Realität gesehen werden.
So manche Menschen scheinen aber die Comicwelt für sich umzubiegen und erdreisten sich, als Superhelden das Heft des diktatorischen Handelns selbst in die Hand nehmen zu müssen, so wie gestern die berühmten Meerjungfraumann und sein Handlanger Blaubarschbube, die jeder aus der Serie Spongebob kennt, die ungewöhnlich tiefsinnig ist für Geschichten mit einem Schwamm. Offenbar haben unsere beiden Helden diese Tiefsinnigkeit nicht richtig erkannt und waren der Meinung, Frauen öffentlich einschüchtern zu müssen, obwohl sie ansonsten diesem Geschlecht bereitwillig Untertan sind. Das ist natürlich schlimm für die Glücklosen, aber es steht ihnen ja frei, sich dem Minister anzuschliessen.....bevor noch mehr geschieht.
Freitag, 27. November 2009
Das Märchen vom rücksichtslosen Prinzesschen
Vor gar nicht allzu langer Zeit lebte in einem kleinen Königreich eine Königin, die ihr Volk mit harter Hand regierte. In ihrem Königreich war das Lachen verboten und einmal in der Woche mussten sich alle Untertanen im Hof der königlichen Burg einfinden, um kollektiv von der Königin angebrüllt zu werden. Das Volk war unzufrieden, aber kaum jemand wagte es, seine Unzufriedenheit zu artikulieren, denn die Königin kannte bei Kritik kein Pardon. Schon wer es wagte, ein wenig zu lächeln, wurde mit hundert Stockhieben bedacht, es ist in den Annalen des Reiches nicht genau überliefert, welche Strafen die zu erdulden hatten, die sich beschwerten, so schrecklich mussten diese gewesen sein.
Es war der Königin bewusst geworden, daß sie wahrscheinlich nicht ewig leben würde, auch wenn sie nur unwillig akzeptierte, daß alles mal ein Ende haben sollte. So dachte sie schon seit längerer Zeit darüber nach, wer denn einst ihr Königreich übernehmen sollte, daß zwar kein großes war, aber immerhin zwei Mal größer als Lummerland. Wem sollte sie denn bloss ihr Vermächtnis anvertrauen, all die im Laufe ihres Lebens angesammelten Ländereien, welche sie in all ihrer List und Unrechtmäßigkeit an sich gebracht hatte und worüber das Volk nur hinter vorgehaltener Hand redete?
Immerhin hatte sie vier Kinder, zwei Töchter und zwei Söhne, aber die Erbfolge bestimmte ohnehin, die Krone nur an weibliche Nachkommen weiterzureichen. Das war ihr schon ganz recht, war doch der ältere Sohn ein Luftikus, der in den Schwemmen und Tavernen des Reichs nächtelang das Vermögen der Monarchin verschlemmte und unzählige Metzgergesellen und Pferdeknechte freihielt, die zwar den Königssohn nicht mochten, aber in seiner Gegenwart immerhin ungestraft lachen und tief ins Glas schauen konnten. Der jüngere Sohn war zu überhaupt nichts zu gebrauchen, fand die alternde Königin, sie fragte sich schon oft, wie sie diesen Jungen verdient hatte, dessen täglicher Kampf gegen den Schlaf seine ganze Aufmerksamkeit forderte. Er behauptete gern, an einer merkwürdigen Schlafkrankheit aus dem Morgenland zu leiden, die ihn immer ganz unvorbereitet in einen tiefen Schlaf versetzte, vor allem, wenn die Königin nach ihm verlangte, und das obwohl er das Königreich nie verlassen hatte und Gesandte aus den maghrebinischen, levantinischen und osmanischen Reichen das Königreich mieden, weil sie Angst vor der Königin hatten.
So blieben ihr nur ihre zwei Töchter. Die ältere war sicher die klügere der beiden, auch war sie ihrer Mutter immer treu ergeben. Obwohl sie manchmal, wenn mal wieder ein Untertan hundert hinten drauf bekam, weil er zu lachen wagte, körperlich mitzufühlen vorgab, wandte sie sich nie von der Mutter ab und stand ihr loyal zur Seite. Ihr war es aufgetragen, den Staatsschatz zu hüten. So zählte sie Tag aus Tag ein die Auetaler, so hiessen die Münzen, mit denen man im Königreich handelte. Nur ab und zu, wenn ihr mißratener Bruder mal wieder so viel verzecht hatte, daß der Staatsschatz ein bedenkliches Maß unterschritt, sagte sie ihrer Mutter, diese müsse wieder ein neues Gesetz erlassen, um das Volk noch mehr auszupressen. Die ältere Tochter wollte gern die Favoritin der Königin sein, das hätte ihr gereicht, vielleicht hätte sie dafür sogar auf die Krone verzichtet, aber es hat nicht sollen sein.
Die Gunst der Königin gehörte der jüngsten Tochter. Dieser brachte die Königin all die Zuneigung entgegen, die die ältere Tochter gern gehabt hätte, denn das Leben ist nicht immer gerecht. Es gefiel der Königin, daß ihre Favoritin die Rücksichtslosigkeit an den Tag legte, die sie selbst einst so groß gemacht hatte. Mußte die Königin ein neues Gesetz erlassen, war es die Aufgabe der jüngeren Tochter, dieses zu schreiben. Oftmals verstanden die Untertanen die Gesetze nicht, weil sie unverständlich formuliert waren und gerieten deshalb mit ihnen in Konflikt. Es gab aber auch einfache Gesetze, wie das, daß die jüngere Tochter der Königin bei Spielen immer gewinnen muß. Einmal bat der ältere Bruder seine Schwester, ein Gesetz zu machen, das ihn unentgeltlich zechen lassen sollte. Weil aber die Soldaten und Richter der Königin das Gesetz nicht verstanden, wurde der Königssohn verhaftet und bekam 50 Stockhiebe. Da war der Bruder böse auf die Schwester, wagte es aber nicht, sich bei der Königin über diese zu beschweren und tröstete sich stattdessen mit verschiedenen Braten.
Die jüngere Tochter wollte auch gern das Königreich im Ausland vertreten, aber die Vertreter der anderen Königreiche, all die Könige und Fürsten, wollten die jüngere Tochter in ihren Ländern nicht haben, da diese kein Benehmen hatte, das ihrem königlichem Geblüt entsprochen hätte. Ständig beleidigte sie die ausländischen Fürsten bei ihren Besuchen und sorgte für Verstimmungen in den Beziehungen, was soweit ging, daß Könige anderer Reiche an den Grenzen Armeen aufstellten, um der Königin zu verstehen zu geben, sie solle nie wieder ihre Tochter zu ihnen senden.
Da mußte die Tochter im Lande bleiben und vergnügte sich damit, selbst Stockhiebe an Untertanen zu verteilen, Brücken zu konstruieren, die immer einstürzten und Gedichte zu schreiben, die sie dem Volke vortrug an den Tagen, an dem es von der Königin angebrüllt wurde. Das Volk mußte applaudieren, was aber der Tochter nicht laut genug war. So formulierte sie ein Gesetz, daß das Volk nicht nur zu applaudieren hatte, sondern auch noch aus voller Kehle 'Encore, Encore' skandieren sollte. Zur Durchsetzung der Gesetze wurde dem lyrikfeindlichen Volk mit ein paar Stockhieben auf die Sprünge geholfen, aber der Unmut im Volke wuchs.
Der Königin schwante nichts Gutes, aber niemals würde sie ihre Favoritin preisgeben, im Gegenteil. Sie belohnte ihre Jüngste mit immer mehr Aufgaben, und je mehr Aufgaben diese anging, desto mehr wuchs der Unmut wie in einem Teufelskreis.
Einmal im Jahr offerierte die Königin ihrem Volke eine Audienz, auf welcher den Untertanen die Möglichkeit gegeben wurde, Bitten an sie zu richten. Natürlich richtete niemand eine Bitte an die Herrscherin, denn das Stellen einer Bitte war der offene Ausdruck einer gewissen Unzufriedenheit, und Unzufriedenheit wurde nicht toleriert. Frühe Quellen sprechen wohl von Einem, der dereinst den Mut hatte, eine Bitte an die Monarchin zu richten, nur darf der Name dieses Mutigen nicht laut ausgesprochen werden, und niemand weiß, wo sich seine sterblichen Überreste befinden.
So begab es sich, daß auch in diesem Jahre die Audienz gewährt wurde, wie immer eröffnet durch einige wenige gebrüllte Begrüßungsworte und gefolgt von der Aufforderung, wer denn immer auch etwas vorzutragen hätte, solle nun die Gelegenheit haben. Niemand erwartete natürlich einen Vortrag während der Audienz, die ältere Tochter zählte stumm die Auetaler, der ältere Sohn langte kräftig am Büffet zu, während sein jüngerer Bruder bereits wieder eingenickt war und die jüngere Tochter die Bediensteten beim Kartenspiel um die ohnehin karge Entlohnung prellte.
Doch geschah es, daß ein Bürger es wagte, halblaut die Königin anzugehen.
„Majestät, bei allem Respekte,
ich wollt Euch bitten flehentlich,
uns zu befreien von der Fron der Verse,
zu lauschen gezwungen wir täglich sind,
gebt uns mehr Hiebe, wenn es Euch gefällt,
aber bitte, nicht mehr diese Worte,
die eine schlimmere Folter sind
als alle Streckbänke dieser Welt.“
Der Königin fehlten die Worte ob dieser Dreistigkeit, sie lief hochrot an und es zeigten sich schon die ersten weißen Flecke, als die jüngste Tochter vors Volk sprang und im Namen der Königin verkündete, daß es ab sofort verboten sei, überhaupt das Haus zu verlassen. Wenn das Volk keine Verse wolle, dann könne es auch zu Hause bleiben, und wenn das Volk zu nichts mehr nutze sei, sei es ihm auch verboten, Kinder in die Welt zu setzen, und das würde ab sofort gelten. Die Königin bestätigte sogleich, daß dem ab jetzt so sei, und so ward es Gesetz geworden.
Die ältere Tochter dachte bei sich, sie müssten jetzt alle verhungern, weil ja niemand mehr auf den Feldern arbeitete, und niemand würde sie mehr bedienen, denn alle Lakaien mussten in den Häusern bleiben, und das Volk würde aussterben, wenn es keine Kinder mehr gäbe, und ohne Volk gäbe es auch kein Königreich, aber niemals würde sie der Königin entgegentreten und es ihr erklären. Der älteste Sohn hatte alles nicht so recht verstanden, und entschied sich, erst morgen darüber nachzudenken, da noch einiges Wildbret auf seinen Verzehr wartete, während sein Bruder alles verschlafen hatte. Die Königin unterdessen war es zufrieden, daß ihre Tochter alles so lösen könne, wie es sich gehöre.
Und so geschah es, daß alle Untertanen schmählich verhungerten und die Königsfamilie folgte ihnen nach, und es begab sich, daß ein ganzes Königreich vom Erdboden verschwand. So hatten letztendlich alle verloren, egal welchem Stande sie angehörten, nur weil eine Königin nicht einsichtig war, aber auch weil das Volk mit einer Ausnahme alles klaglos ertrug. Der Schreiber der Chroniken des Reiches soll noch bis zum letzten Atemzug seiner Aufgabe nachgekommen sein und berichtete von einer Königin im Wahn, die mit ihrer jüngsten Tochter noch wochenlang durch die Gänge des Schlosses irrte, über die anderen Kinder ist nichts bekannt.
Das Königreich wurde nie wieder besiedelt, nur die alte Schlossruine steht heute noch. Es geht die Mär, bei Nacht könne man immer noch die Königin und ihre Prinzessin in den Gängen hören.
Es war der Königin bewusst geworden, daß sie wahrscheinlich nicht ewig leben würde, auch wenn sie nur unwillig akzeptierte, daß alles mal ein Ende haben sollte. So dachte sie schon seit längerer Zeit darüber nach, wer denn einst ihr Königreich übernehmen sollte, daß zwar kein großes war, aber immerhin zwei Mal größer als Lummerland. Wem sollte sie denn bloss ihr Vermächtnis anvertrauen, all die im Laufe ihres Lebens angesammelten Ländereien, welche sie in all ihrer List und Unrechtmäßigkeit an sich gebracht hatte und worüber das Volk nur hinter vorgehaltener Hand redete?
Immerhin hatte sie vier Kinder, zwei Töchter und zwei Söhne, aber die Erbfolge bestimmte ohnehin, die Krone nur an weibliche Nachkommen weiterzureichen. Das war ihr schon ganz recht, war doch der ältere Sohn ein Luftikus, der in den Schwemmen und Tavernen des Reichs nächtelang das Vermögen der Monarchin verschlemmte und unzählige Metzgergesellen und Pferdeknechte freihielt, die zwar den Königssohn nicht mochten, aber in seiner Gegenwart immerhin ungestraft lachen und tief ins Glas schauen konnten. Der jüngere Sohn war zu überhaupt nichts zu gebrauchen, fand die alternde Königin, sie fragte sich schon oft, wie sie diesen Jungen verdient hatte, dessen täglicher Kampf gegen den Schlaf seine ganze Aufmerksamkeit forderte. Er behauptete gern, an einer merkwürdigen Schlafkrankheit aus dem Morgenland zu leiden, die ihn immer ganz unvorbereitet in einen tiefen Schlaf versetzte, vor allem, wenn die Königin nach ihm verlangte, und das obwohl er das Königreich nie verlassen hatte und Gesandte aus den maghrebinischen, levantinischen und osmanischen Reichen das Königreich mieden, weil sie Angst vor der Königin hatten.
So blieben ihr nur ihre zwei Töchter. Die ältere war sicher die klügere der beiden, auch war sie ihrer Mutter immer treu ergeben. Obwohl sie manchmal, wenn mal wieder ein Untertan hundert hinten drauf bekam, weil er zu lachen wagte, körperlich mitzufühlen vorgab, wandte sie sich nie von der Mutter ab und stand ihr loyal zur Seite. Ihr war es aufgetragen, den Staatsschatz zu hüten. So zählte sie Tag aus Tag ein die Auetaler, so hiessen die Münzen, mit denen man im Königreich handelte. Nur ab und zu, wenn ihr mißratener Bruder mal wieder so viel verzecht hatte, daß der Staatsschatz ein bedenkliches Maß unterschritt, sagte sie ihrer Mutter, diese müsse wieder ein neues Gesetz erlassen, um das Volk noch mehr auszupressen. Die ältere Tochter wollte gern die Favoritin der Königin sein, das hätte ihr gereicht, vielleicht hätte sie dafür sogar auf die Krone verzichtet, aber es hat nicht sollen sein.
Die Gunst der Königin gehörte der jüngsten Tochter. Dieser brachte die Königin all die Zuneigung entgegen, die die ältere Tochter gern gehabt hätte, denn das Leben ist nicht immer gerecht. Es gefiel der Königin, daß ihre Favoritin die Rücksichtslosigkeit an den Tag legte, die sie selbst einst so groß gemacht hatte. Mußte die Königin ein neues Gesetz erlassen, war es die Aufgabe der jüngeren Tochter, dieses zu schreiben. Oftmals verstanden die Untertanen die Gesetze nicht, weil sie unverständlich formuliert waren und gerieten deshalb mit ihnen in Konflikt. Es gab aber auch einfache Gesetze, wie das, daß die jüngere Tochter der Königin bei Spielen immer gewinnen muß. Einmal bat der ältere Bruder seine Schwester, ein Gesetz zu machen, das ihn unentgeltlich zechen lassen sollte. Weil aber die Soldaten und Richter der Königin das Gesetz nicht verstanden, wurde der Königssohn verhaftet und bekam 50 Stockhiebe. Da war der Bruder böse auf die Schwester, wagte es aber nicht, sich bei der Königin über diese zu beschweren und tröstete sich stattdessen mit verschiedenen Braten.
Die jüngere Tochter wollte auch gern das Königreich im Ausland vertreten, aber die Vertreter der anderen Königreiche, all die Könige und Fürsten, wollten die jüngere Tochter in ihren Ländern nicht haben, da diese kein Benehmen hatte, das ihrem königlichem Geblüt entsprochen hätte. Ständig beleidigte sie die ausländischen Fürsten bei ihren Besuchen und sorgte für Verstimmungen in den Beziehungen, was soweit ging, daß Könige anderer Reiche an den Grenzen Armeen aufstellten, um der Königin zu verstehen zu geben, sie solle nie wieder ihre Tochter zu ihnen senden.
Da mußte die Tochter im Lande bleiben und vergnügte sich damit, selbst Stockhiebe an Untertanen zu verteilen, Brücken zu konstruieren, die immer einstürzten und Gedichte zu schreiben, die sie dem Volke vortrug an den Tagen, an dem es von der Königin angebrüllt wurde. Das Volk mußte applaudieren, was aber der Tochter nicht laut genug war. So formulierte sie ein Gesetz, daß das Volk nicht nur zu applaudieren hatte, sondern auch noch aus voller Kehle 'Encore, Encore' skandieren sollte. Zur Durchsetzung der Gesetze wurde dem lyrikfeindlichen Volk mit ein paar Stockhieben auf die Sprünge geholfen, aber der Unmut im Volke wuchs.
Der Königin schwante nichts Gutes, aber niemals würde sie ihre Favoritin preisgeben, im Gegenteil. Sie belohnte ihre Jüngste mit immer mehr Aufgaben, und je mehr Aufgaben diese anging, desto mehr wuchs der Unmut wie in einem Teufelskreis.
Einmal im Jahr offerierte die Königin ihrem Volke eine Audienz, auf welcher den Untertanen die Möglichkeit gegeben wurde, Bitten an sie zu richten. Natürlich richtete niemand eine Bitte an die Herrscherin, denn das Stellen einer Bitte war der offene Ausdruck einer gewissen Unzufriedenheit, und Unzufriedenheit wurde nicht toleriert. Frühe Quellen sprechen wohl von Einem, der dereinst den Mut hatte, eine Bitte an die Monarchin zu richten, nur darf der Name dieses Mutigen nicht laut ausgesprochen werden, und niemand weiß, wo sich seine sterblichen Überreste befinden.
So begab es sich, daß auch in diesem Jahre die Audienz gewährt wurde, wie immer eröffnet durch einige wenige gebrüllte Begrüßungsworte und gefolgt von der Aufforderung, wer denn immer auch etwas vorzutragen hätte, solle nun die Gelegenheit haben. Niemand erwartete natürlich einen Vortrag während der Audienz, die ältere Tochter zählte stumm die Auetaler, der ältere Sohn langte kräftig am Büffet zu, während sein jüngerer Bruder bereits wieder eingenickt war und die jüngere Tochter die Bediensteten beim Kartenspiel um die ohnehin karge Entlohnung prellte.
Doch geschah es, daß ein Bürger es wagte, halblaut die Königin anzugehen.
„Majestät, bei allem Respekte,
ich wollt Euch bitten flehentlich,
uns zu befreien von der Fron der Verse,
zu lauschen gezwungen wir täglich sind,
gebt uns mehr Hiebe, wenn es Euch gefällt,
aber bitte, nicht mehr diese Worte,
die eine schlimmere Folter sind
als alle Streckbänke dieser Welt.“
Der Königin fehlten die Worte ob dieser Dreistigkeit, sie lief hochrot an und es zeigten sich schon die ersten weißen Flecke, als die jüngste Tochter vors Volk sprang und im Namen der Königin verkündete, daß es ab sofort verboten sei, überhaupt das Haus zu verlassen. Wenn das Volk keine Verse wolle, dann könne es auch zu Hause bleiben, und wenn das Volk zu nichts mehr nutze sei, sei es ihm auch verboten, Kinder in die Welt zu setzen, und das würde ab sofort gelten. Die Königin bestätigte sogleich, daß dem ab jetzt so sei, und so ward es Gesetz geworden.
Die ältere Tochter dachte bei sich, sie müssten jetzt alle verhungern, weil ja niemand mehr auf den Feldern arbeitete, und niemand würde sie mehr bedienen, denn alle Lakaien mussten in den Häusern bleiben, und das Volk würde aussterben, wenn es keine Kinder mehr gäbe, und ohne Volk gäbe es auch kein Königreich, aber niemals würde sie der Königin entgegentreten und es ihr erklären. Der älteste Sohn hatte alles nicht so recht verstanden, und entschied sich, erst morgen darüber nachzudenken, da noch einiges Wildbret auf seinen Verzehr wartete, während sein Bruder alles verschlafen hatte. Die Königin unterdessen war es zufrieden, daß ihre Tochter alles so lösen könne, wie es sich gehöre.
Und so geschah es, daß alle Untertanen schmählich verhungerten und die Königsfamilie folgte ihnen nach, und es begab sich, daß ein ganzes Königreich vom Erdboden verschwand. So hatten letztendlich alle verloren, egal welchem Stande sie angehörten, nur weil eine Königin nicht einsichtig war, aber auch weil das Volk mit einer Ausnahme alles klaglos ertrug. Der Schreiber der Chroniken des Reiches soll noch bis zum letzten Atemzug seiner Aufgabe nachgekommen sein und berichtete von einer Königin im Wahn, die mit ihrer jüngsten Tochter noch wochenlang durch die Gänge des Schlosses irrte, über die anderen Kinder ist nichts bekannt.
Das Königreich wurde nie wieder besiedelt, nur die alte Schlossruine steht heute noch. Es geht die Mär, bei Nacht könne man immer noch die Königin und ihre Prinzessin in den Gängen hören.
Mittwoch, 25. November 2009
Fancy im Ohr, Giordano im Herzen
Ich möchte dem Leser gestehen, daß ich partiell dem Aberglauben nachhänge. Nicht diesen Mainstreamformen, die nur Tot und Verderben aufgrund verschiedener Formen des Glaubens mit sich bringen. Dieser Tage las ich in stockendem Verkehr auf einem Stoßstangenaufkleber Provokatives: „Mein Gott trägt einen Hammer, Deiner wurde an ein Stück Holz genagelt – also, was willst Du mir erzählen?“ Naja, was dem einen Blasphemie, ist dem anderen schlagendes Argument....
Bei mir ist es aber nur die Überzeugung, daß das Wohl und Wehe eines Tagesablaufs mitunter damit zusammenhängt, welches Lied am frühen Morgen im Radio gedudelt wird. So weiß ich, daß man lieber wieder ins Bett schlüpfen sollte, wenn man beim Morgenkaffee mit Phil Collins, Tina Turner oder gar den Beach Boys gefoltert wird. So ein Tag kann nur in die Hose gehen. Heute allerdings versüsste mir der Fancy den Morgen, den wir alle wegen 'Flames of Love' zu Recht verehren, gefolgt von Wolfgang 'Wolle' Petry, dem gottgleichen Idol des kleinen Mannes.
Vielleicht könnte man auch Aufkleber herstellen, auf denen Dinge stehen wie“Gott trägt nicht Hammer, trägt nicht Kreuz er, nur Holzfällerhemd und Schnäuzer“ und diese auf Tankstellen im Ruhrgebiet verkaufen....ain't no fun waiting round to be a millionaire (kann man schon mal bringen kurz vor dem 30. Todestag, wie ich finde).....aber vielleicht ist der Sprung von Wolle Petry zu Bon Scott ein zu heftiger......

Zurück zum Thema. An so Tagen, die vielversprechend beginnen, ziehen einem bei Betrachtung der Entwicklungen auf allen Ebenen immer geschichtliche Maßnahmen durchs Hirn. In diesem Jahr begeht man ja den 2000. Jahrestag der Varusschlacht, die kurioserweise nach dem Verlierer benannt ist. In gewisser Weise ein wegweisendes Ereignis. 'Der hat denen die Schweinskaldaunen ganz schön lang gezogen' wird da der Geschichtsromantiker ausrufen, aber darum geht es nicht. Vielmehr finde ich es wichtig, daß der Protagonist, den einige Quellen Arminius nennen (nach dem im Berliner Arbeiterstadtteil Moabit eine Markthalle benannt ist) in der Lage war, untereinander verfeindete Gruppierungen temporär zu einen in Ermahnung des gemeinsamen Zweckes, des gemeinsamen Wertes.

Oftmals gelingt es despotischen Systemen nur deshalb an der Macht zu bleiben, weil die Opposition uneins ist. Gelingt es jedoch, diese zumindest zeitweise zu einen, ist es immer möglich, auch die überheblichsten Tyrannen in die Knie zu zwingen, vorausgesetzt, man ist taktisch gut aufgestellt. Unser Arminius wäre den Römern sicher nie in offener Feldschlacht gegenübergetreten, seine Taktik war natürlich abgestimmt auf die Gegebenheiten. Manch einer wird kritisieren, daß durchaus drastisch tabula rasa gemacht wurde, nur andererseits ist es vielleicht mitunter nötig, vor allem in Notsituationen, die gesellschaftliche Resettaste zu betätigen......
Helden, die überdauern, können aber auch unerschrockene Einzelkämpfer sein, deren vordergründig heroisches Scheitern durch das Überdauern der Werte im Endeffekt zum Sieg avancierte. Jeder kennt den grandiosen Querdenker Giordano Bruno, der zwei Eigenschaften hatte, die ihm in einer Gesellschaft von Gier und Machtdenken zum Verhängnis wurden – Wissen und Überzeugung. Der alerte Cosmopolit hatte ja wirklich ein bewegtes Leben, welches er immer unter der Prämisse 'Wissen statt Glauben' führte. Natürlich schlug er hier und da über die Stränge, aber nur der langweilige Mensch lebt von lauwarmem Tee und Grapefruitsaft, das ist heute auch nicht anders.
Zwangsläufig mußte dieser Freigeist, der dem Ansehen derer, die sich die Taschen vollstopften und das Volk belogen und dumm hielten, schadete, vor der Inquisition landen. Was soll man schon machen, wenn man wegen Magie und Ketzerei angeklagt wird? Sollte man widerrufen, wird man nichtsdestotrotz verknackt, also kann man auch durch einen großen Auftritt mehr bewegen und womöglich das System für alle erträglich gestalten. Giordano hat das so gehandhabt und wurde prompt zum Scheiterhaufen bestellt.......aber mal ehrlich, wer weiß denn heute noch, wer seinerzeit im BGB-Vorstand der Inquisition war? Wie recht er doch hatte, als er ihnen entgegenrief:
„Mit größerer Furcht verkündet Ihr vielleicht das Urteil gegen mich, als ich es entgegennehme.“
Bei mir ist es aber nur die Überzeugung, daß das Wohl und Wehe eines Tagesablaufs mitunter damit zusammenhängt, welches Lied am frühen Morgen im Radio gedudelt wird. So weiß ich, daß man lieber wieder ins Bett schlüpfen sollte, wenn man beim Morgenkaffee mit Phil Collins, Tina Turner oder gar den Beach Boys gefoltert wird. So ein Tag kann nur in die Hose gehen. Heute allerdings versüsste mir der Fancy den Morgen, den wir alle wegen 'Flames of Love' zu Recht verehren, gefolgt von Wolfgang 'Wolle' Petry, dem gottgleichen Idol des kleinen Mannes.
Vielleicht könnte man auch Aufkleber herstellen, auf denen Dinge stehen wie“Gott trägt nicht Hammer, trägt nicht Kreuz er, nur Holzfällerhemd und Schnäuzer“ und diese auf Tankstellen im Ruhrgebiet verkaufen....ain't no fun waiting round to be a millionaire (kann man schon mal bringen kurz vor dem 30. Todestag, wie ich finde).....aber vielleicht ist der Sprung von Wolle Petry zu Bon Scott ein zu heftiger......

Zurück zum Thema. An so Tagen, die vielversprechend beginnen, ziehen einem bei Betrachtung der Entwicklungen auf allen Ebenen immer geschichtliche Maßnahmen durchs Hirn. In diesem Jahr begeht man ja den 2000. Jahrestag der Varusschlacht, die kurioserweise nach dem Verlierer benannt ist. In gewisser Weise ein wegweisendes Ereignis. 'Der hat denen die Schweinskaldaunen ganz schön lang gezogen' wird da der Geschichtsromantiker ausrufen, aber darum geht es nicht. Vielmehr finde ich es wichtig, daß der Protagonist, den einige Quellen Arminius nennen (nach dem im Berliner Arbeiterstadtteil Moabit eine Markthalle benannt ist) in der Lage war, untereinander verfeindete Gruppierungen temporär zu einen in Ermahnung des gemeinsamen Zweckes, des gemeinsamen Wertes.

Oftmals gelingt es despotischen Systemen nur deshalb an der Macht zu bleiben, weil die Opposition uneins ist. Gelingt es jedoch, diese zumindest zeitweise zu einen, ist es immer möglich, auch die überheblichsten Tyrannen in die Knie zu zwingen, vorausgesetzt, man ist taktisch gut aufgestellt. Unser Arminius wäre den Römern sicher nie in offener Feldschlacht gegenübergetreten, seine Taktik war natürlich abgestimmt auf die Gegebenheiten. Manch einer wird kritisieren, daß durchaus drastisch tabula rasa gemacht wurde, nur andererseits ist es vielleicht mitunter nötig, vor allem in Notsituationen, die gesellschaftliche Resettaste zu betätigen......
Helden, die überdauern, können aber auch unerschrockene Einzelkämpfer sein, deren vordergründig heroisches Scheitern durch das Überdauern der Werte im Endeffekt zum Sieg avancierte. Jeder kennt den grandiosen Querdenker Giordano Bruno, der zwei Eigenschaften hatte, die ihm in einer Gesellschaft von Gier und Machtdenken zum Verhängnis wurden – Wissen und Überzeugung. Der alerte Cosmopolit hatte ja wirklich ein bewegtes Leben, welches er immer unter der Prämisse 'Wissen statt Glauben' führte. Natürlich schlug er hier und da über die Stränge, aber nur der langweilige Mensch lebt von lauwarmem Tee und Grapefruitsaft, das ist heute auch nicht anders.
Zwangsläufig mußte dieser Freigeist, der dem Ansehen derer, die sich die Taschen vollstopften und das Volk belogen und dumm hielten, schadete, vor der Inquisition landen. Was soll man schon machen, wenn man wegen Magie und Ketzerei angeklagt wird? Sollte man widerrufen, wird man nichtsdestotrotz verknackt, also kann man auch durch einen großen Auftritt mehr bewegen und womöglich das System für alle erträglich gestalten. Giordano hat das so gehandhabt und wurde prompt zum Scheiterhaufen bestellt.......aber mal ehrlich, wer weiß denn heute noch, wer seinerzeit im BGB-Vorstand der Inquisition war? Wie recht er doch hatte, als er ihnen entgegenrief:
„Mit größerer Furcht verkündet Ihr vielleicht das Urteil gegen mich, als ich es entgegennehme.“
Mittwoch, 18. November 2009
Am Besten komm' ich durch den Tag, wenn ich mich ganz doll selber mag
Mein lieber C.,
als Leiterin des Ressorts Primzahlen möchte ich Dich bitten, nicht weiterhin öffentlich zu behaupten, die offizielle Sichtweise unseres Vereins ist die, daß Primzahlen nicht immer zwingend ungerade sein müssen.
Diese Aussage ist völliger Unsinn und widerspricht jeder vorgegebenen Sichtweise auf die Definition einer Primzahl (ohne Beachtung von 0 und 2).
Weiterhin verweise ich darauf, daß bei der letzten Herbstzahlenschau in der Klasse 'Primzahlen zwischen 500 und 1000' der Sieger in seinen Aufzählungen die Zahlen 554, 682 und 924 genannt hatte und nicht disqualifiziert wurde, desweiteren finden sich unter den Aufzählungen der ersten zehn Plazierten insgesamt 23 Nicht-Primzahlen. Das ist umso überraschender, als daß sowohl eine brandneue Aufzählordnung zur Verfügung stand und der Leiterin der Veranstaltung zur Kompensation der Dyskalkulie eine differenzierte Liste der zugelassenen Primzahlen zur Verfügung stand.
Ich möchte Dich bitten, Dich der Angelegenheiten anzunehmen und ordnungsgemäß zu korrigieren.
viele Grüße
B.
Hallo B.
Deine Forderungen sind völlig überzogen und Dein Verhalten inakzeptabel. Der BGB-Vorstand hat auf seiner Sitzung mehrheitlich festgestellt, daß es durchaus üblich ist, daß Primzahlen gerade sind. Die Definition der Primzahl ist lediglich eine grobe Empfehlung und im Laufe der Zeit ist es einfach erforderlich, offen für Neues zu sein.
Deine Kritik an der Herbstzahlenschau ist absolut überflüssig und nichts anderes als pure Fehlersucherei. Wir haben im BGB-Vorstand beschlossen, daß Du ab jetzt nicht mehr für das Ressort Primzahlen zuständig bist. Deine letzte Kritik an unseren Veranstaltungen zeigt ganz klar, daß wir Dir einfach kein Vertrauen mehr entgegenbringen können.
Ich möchte Dich daran erinnern, daß Du Dich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckertest, als Du öffentlich die Entscheidung des BGB-Vorstandes, daß die Erde eine Scheibe sei, im Internet in einschlägigen Foren kritisiert und als unsinnig und realitätsfern bezeichnet hast. Der BGB-Vorstand hat durchaus die Kompetenzen, Entscheidungen über die grundsätzliche Form der Erde zum Wohle unseres Vereins zu treffen.
im Namen des BGB-Vorstandes
C.
Freitag, 30. Oktober 2009
Vom Kohlrabi-Apostel und einer kreativen Imperatorin
Sicher würde der eine oder andere den Maler Karl Wilhelm Diefenbach als exzentrisch umreissen, wenn dieser heutzutage leben würde. Da der avantgardistische Pinselschwinger aber vor mehr als 100 Jahren sein Wesen trieb (kann man das so sagen, als positives Gegenteil zu Unwesen, analog zum Geziefer?), hießen ihn seine Zeitgenossen wohl eher verrückt. Immerhin war er wahrscheinlich der Erste, der in so etwas wie einer selbstgegründeten Kommune lebte, wurde Vegetarier und Asket, kleidete sich nur noch in sackartigem Drillich und lebte glaube ich recht gut damit, der Kohlrabi-Apostel genannt zu werden.
Ein anderer Freund des Kohlrabi würde auch gern in einer Kommune leben, oder vielmehr analog zum hominiden Vorbild inmitten eines Harems. Der Leser wird wissen, daß die Rede von Bernd ist, dem sogenannten Pavianloser aus dem Leipziger Zoo. Heute gab es ein Update im MDR, Bernd hat es inzwischen tatsächlich geschafft, sich einen eigenen Harem aufzubauen, der allerdings nur aus einer einzigen Dame besteht, aber es ist ein Anfang. Wieder einmal erzählte der Pfleger Indiskretes über ihn, seine verzögerte Entwicklung und daß er etwas tolpatschig sei (was visuell unterlegt wurde durch Bilder, wie Bernd gerade vor eine Baumwurzel lief), aber auch daß er ihn möge, da er ihn von Kleinauf kannte und betreute. Als es dann Essen gab, Kohlrabi und Blumenkohl, stopfte sich unser Protagonist wieder rasend schnell voll mit allem, bevor er von den anderen Herren wie am Murmeltiertag verjagt wurde. Ob es nun daran lag, daß Fernsehen da war oder ob das immer so ist, weiß ich nicht, jedenfalls implizierte seine panische Schlingerei einen postwendenden Würfelhusten.....liebenswert.
Ebenfalls im Fernsehen, daß ja wie schon erwähnt den Dummen dümmer und den Klugen klüger macht, sah ich einen Beitrag über die Imperatorin von Dänemark, Margrethe II. Diese hatte ihren kreativen Schüben nachgegeben und für die Ballettschule einer Freundin Kostüme entworfen, die Kinder während einer öffentlichen Aufführung tragen sollten. Ich empfinde es immer als besonders volksnah, wenn eigentlich unnahbare Blaublüter aus alten Gardinen und neongrüner Bastelpappe Kostüme entwerfen, auch wenn mir dann die Kinder Leid tun, die diese dann gezwungenermaßen vorführen müssen. Einfach zauberhaft, die Körpersprache und die Mimiken der Kinder zu lesen (auch ohne ein Samy Molcho zu sein), ein Kind wurde sogar vor der Kamera gezwungen (mittels einer auf sich aus dem Off gerichteten Schrotflinte) zu sagen, wie toll es die Verkleidung finden würde. Alles klatschte und würdigte den Einsatz der greisen Monarchin, sogar Kamerateams waren da und schossen Myriaden unnützer Bilder. Niemand erwähnte Dinge wie 'wenn sich bei uns die Kindergärtnerinnen zur Nikolausfeier so etwas ausgedacht hätten, hätte man die rausgeschmissen' oder so, nein, kein Wort der Kritik zu den traumatisierenden Untaten an den juvenilen Untertanen, nur einhellige Zustimmung. Ein Journalist fragte etwas schnippisch, ob denn die Imperatorin fürderhin abdanken und stattdessen kreativ wirken wolle, woraufhin Milady ruckartig zickig wurde und den Mann glaube ich zwanzig Jahre in die Salzminen verbannte und lebenslanges Aquavitverbot verhängte.
Diese Parallelen zum wirklichen Leben, sei es nun in der Analogie zur Tierwelt im Zoo oder zu den Makrokosmen der adeligen Welt im Spiegel der Realität, sind didaktisch wertvoll, und wer hinsieht und lernt, wird damit umgehen können.
Laugh now, cry later......
Ein anderer Freund des Kohlrabi würde auch gern in einer Kommune leben, oder vielmehr analog zum hominiden Vorbild inmitten eines Harems. Der Leser wird wissen, daß die Rede von Bernd ist, dem sogenannten Pavianloser aus dem Leipziger Zoo. Heute gab es ein Update im MDR, Bernd hat es inzwischen tatsächlich geschafft, sich einen eigenen Harem aufzubauen, der allerdings nur aus einer einzigen Dame besteht, aber es ist ein Anfang. Wieder einmal erzählte der Pfleger Indiskretes über ihn, seine verzögerte Entwicklung und daß er etwas tolpatschig sei (was visuell unterlegt wurde durch Bilder, wie Bernd gerade vor eine Baumwurzel lief), aber auch daß er ihn möge, da er ihn von Kleinauf kannte und betreute. Als es dann Essen gab, Kohlrabi und Blumenkohl, stopfte sich unser Protagonist wieder rasend schnell voll mit allem, bevor er von den anderen Herren wie am Murmeltiertag verjagt wurde. Ob es nun daran lag, daß Fernsehen da war oder ob das immer so ist, weiß ich nicht, jedenfalls implizierte seine panische Schlingerei einen postwendenden Würfelhusten.....liebenswert.
Ebenfalls im Fernsehen, daß ja wie schon erwähnt den Dummen dümmer und den Klugen klüger macht, sah ich einen Beitrag über die Imperatorin von Dänemark, Margrethe II. Diese hatte ihren kreativen Schüben nachgegeben und für die Ballettschule einer Freundin Kostüme entworfen, die Kinder während einer öffentlichen Aufführung tragen sollten. Ich empfinde es immer als besonders volksnah, wenn eigentlich unnahbare Blaublüter aus alten Gardinen und neongrüner Bastelpappe Kostüme entwerfen, auch wenn mir dann die Kinder Leid tun, die diese dann gezwungenermaßen vorführen müssen. Einfach zauberhaft, die Körpersprache und die Mimiken der Kinder zu lesen (auch ohne ein Samy Molcho zu sein), ein Kind wurde sogar vor der Kamera gezwungen (mittels einer auf sich aus dem Off gerichteten Schrotflinte) zu sagen, wie toll es die Verkleidung finden würde. Alles klatschte und würdigte den Einsatz der greisen Monarchin, sogar Kamerateams waren da und schossen Myriaden unnützer Bilder. Niemand erwähnte Dinge wie 'wenn sich bei uns die Kindergärtnerinnen zur Nikolausfeier so etwas ausgedacht hätten, hätte man die rausgeschmissen' oder so, nein, kein Wort der Kritik zu den traumatisierenden Untaten an den juvenilen Untertanen, nur einhellige Zustimmung. Ein Journalist fragte etwas schnippisch, ob denn die Imperatorin fürderhin abdanken und stattdessen kreativ wirken wolle, woraufhin Milady ruckartig zickig wurde und den Mann glaube ich zwanzig Jahre in die Salzminen verbannte und lebenslanges Aquavitverbot verhängte.
Diese Parallelen zum wirklichen Leben, sei es nun in der Analogie zur Tierwelt im Zoo oder zu den Makrokosmen der adeligen Welt im Spiegel der Realität, sind didaktisch wertvoll, und wer hinsieht und lernt, wird damit umgehen können.
Laugh now, cry later......
Dienstag, 27. Oktober 2009
Anathema
If people lie to you - be nice!
If people try to ignore you - be nice!
If people want to slur you behind your back - be nice!
I want you to be nice until it's time to not be nice!
Dank für Inspiration an Patrick Swayze, TS Eliot und Hildegard von Bingen
If people try to ignore you - be nice!
If people want to slur you behind your back - be nice!
I want you to be nice until it's time to not be nice!
The dancing's over. Now it gets dirty.
Dank für Inspiration an Patrick Swayze, TS Eliot und Hildegard von Bingen
Freitag, 23. Oktober 2009
Auf ewig 35 dank Toupet und Tabletten
Ich dachte gerade an eine Geschichte, die mir die Mutter einer Freundin mal vor vielen Jahren erzählte. Sie traf in der Westberliner U-Bahn den Frontmann der Formation 'Shakin' Lefty & the Taxmen', die allenfalls lokale Bekanntheit erlangt hatte mittels ihres Kneipen-Rockabilly. Besagter Lefty teilte ihr aufgeregt mit, die Band würde jetzt den letzten Anlauf nehmen, an das ganz große Geld zu kommen und man hätte sich innovativ umbenannt in 'Lefty & Taxmen'. Natürlich wußte die Zuhörerin, daß diese Bemühungen für die Katz waren und das Talent allenfalls für 14-tägliche Auftritte in der 'Eierschale' ausreichten. Just als sie Lefty ihre ehrliche Meinung als Freund und Mensch nahebringen wollte, zog dieser einen 45er Trommelrevolver und rief durch den ganzen Waggon, er würde sich mittels dieser Kurzwaffe ins Jenseits befördern, wenn seine Karriere nicht ruckartig ins Rollen käme. Deutlich irritiert nahm die Erzählerin sogleich Abstand von ihrem Vorhaben und stieg unter einem Vorwand vor ihrem eigentlichen Reiseziel aus, nachdem sie Lefty alles Gute gewünscht hatte......
Eine schöne Analogie zum Thema Realitätsverlust, wie ich finde. Auf der einen Seite der die Realität aus den Augen Verlierende, auf der anderen die Menschen in seiner Umgebung. Ich meine, niemand ist verpflichtet, auf den ihm Nahestehenden einzugehenden, wenn dieser z.B. mit der Realität und dem anhängigen Verlust umgehen kann.
Wenn z.B. Peter Maffay in der Zeitschrift 'Bravo' bekennt, er wäre gern ein wilder Rocker, so beschreibt das zwar einerseits die Realitätsferne, aber man hat auch nicht den Eindruck, der kleine Mann würde nachhaltig unter unerfüllten Träumen leiden. Auch bei temporären Realitätsabwesenheiten besteht kein Zwang zum Eingreifen. Auf einem Musherabend sahen einst mehrere Menschen einen Teilnehmer, der völlig abwesend der aufspielenden Coverband aus dem Sächsischen lauschte, die gerade eine Nummer des großen Achim Reichel intonierte, in welchem die afrikanische Insel Sansibar unter Zuhilfenahme von Klischees aus der christlichen Seefahrt assoziativ in die Südsee befördert wird. Der Mann war völlig textsicher und sang halblaut vor sich hin. Jemand sagte, er würde gerade seinen eigenen Film ablaufen lassen; und siehe da, danach war er wieder in dieser Welt und orderte mehr Bier. Kein Grund zur Sorge.
Anders verhält es sich, wenn Leute daran zugrunde gehen, wie gestern beschrieben in einem Rex Gildo Portrait im TV. Der Mann hatte schon früh jede Urteilskraft verloren, er glaubte unter anderem, seine zurechtgestutzte Indianerperücke und die falsche Bräune würden seinem Typ Internationalität verleihen und niemand würde bemerken, daß sein zur Schau gestelltes Interesse an der Weiblichkeit nur 'gespielt' war. Dazu gab es die üblichen Stellungnahmen semiprominenter Vollpfosten, die 'betroffen' zugaben, ihn nicht direkt vor dem Untergang bewahrt zu haben.....Der Tenor war in etwa 'hätten wir gewußt, daß der Rex nur noch unter Schnaps und Tabletten auf die Bühne konnte, hätten wir bestimmt was gesagt' und ähnliche Ausreden......als ob das keiner gesehen hätte, wenn das Pelztier schief auf dem Kopf saß, aber da wird natürlich selbstschützerisch abgestritten. Immerhin war wohl wenigstens das Testament ungültig, wie ich verstanden zu haben glaube, aber was hilft das, wenn Rex aus dem Fenster gemacht hat?

Es ist einfach Pflicht, bei Realitätsverlust einem nahestehender Personen unabhängig von den eigenen Prioritäten einzugreifen. Man muß klar sagen, daß dort kein Tapir in der Küche ein paar Schnittchen zubereiten würde, anstatt immer wieder die gute Pflege desselben durch den abgedrehten Mentor zu loben - das ist man diesem schuldig.
Der Kapitän der Titanic sagte auch immer, es gäbe hier keine Eisberge, und letztendlich mußte die Kapelle bis zum Ende spielend so tun, als verhalte es sich augenscheinlich wirklich so. 'Aber nein, so ein Unsinn, das kann man so nicht ins Verhältnis setzen', wird da womöglich ein Kapitän von Heute anmerken, der sich sprachlich in der Metaphorik bewegen möchte, 'natürlich achten wir auf Eisberge, wir schauen sogar in voller Kompetenz ganz genau hin, ob da was aus dem Wasser ragt, und seien es nur die 10%, die man sieht, also könne die Kapelle ruhig weiter Musik machen'.......
Eine schöne Analogie zum Thema Realitätsverlust, wie ich finde. Auf der einen Seite der die Realität aus den Augen Verlierende, auf der anderen die Menschen in seiner Umgebung. Ich meine, niemand ist verpflichtet, auf den ihm Nahestehenden einzugehenden, wenn dieser z.B. mit der Realität und dem anhängigen Verlust umgehen kann.
Wenn z.B. Peter Maffay in der Zeitschrift 'Bravo' bekennt, er wäre gern ein wilder Rocker, so beschreibt das zwar einerseits die Realitätsferne, aber man hat auch nicht den Eindruck, der kleine Mann würde nachhaltig unter unerfüllten Träumen leiden. Auch bei temporären Realitätsabwesenheiten besteht kein Zwang zum Eingreifen. Auf einem Musherabend sahen einst mehrere Menschen einen Teilnehmer, der völlig abwesend der aufspielenden Coverband aus dem Sächsischen lauschte, die gerade eine Nummer des großen Achim Reichel intonierte, in welchem die afrikanische Insel Sansibar unter Zuhilfenahme von Klischees aus der christlichen Seefahrt assoziativ in die Südsee befördert wird. Der Mann war völlig textsicher und sang halblaut vor sich hin. Jemand sagte, er würde gerade seinen eigenen Film ablaufen lassen; und siehe da, danach war er wieder in dieser Welt und orderte mehr Bier. Kein Grund zur Sorge.
Anders verhält es sich, wenn Leute daran zugrunde gehen, wie gestern beschrieben in einem Rex Gildo Portrait im TV. Der Mann hatte schon früh jede Urteilskraft verloren, er glaubte unter anderem, seine zurechtgestutzte Indianerperücke und die falsche Bräune würden seinem Typ Internationalität verleihen und niemand würde bemerken, daß sein zur Schau gestelltes Interesse an der Weiblichkeit nur 'gespielt' war. Dazu gab es die üblichen Stellungnahmen semiprominenter Vollpfosten, die 'betroffen' zugaben, ihn nicht direkt vor dem Untergang bewahrt zu haben.....Der Tenor war in etwa 'hätten wir gewußt, daß der Rex nur noch unter Schnaps und Tabletten auf die Bühne konnte, hätten wir bestimmt was gesagt' und ähnliche Ausreden......als ob das keiner gesehen hätte, wenn das Pelztier schief auf dem Kopf saß, aber da wird natürlich selbstschützerisch abgestritten. Immerhin war wohl wenigstens das Testament ungültig, wie ich verstanden zu haben glaube, aber was hilft das, wenn Rex aus dem Fenster gemacht hat?

Es ist einfach Pflicht, bei Realitätsverlust einem nahestehender Personen unabhängig von den eigenen Prioritäten einzugreifen. Man muß klar sagen, daß dort kein Tapir in der Küche ein paar Schnittchen zubereiten würde, anstatt immer wieder die gute Pflege desselben durch den abgedrehten Mentor zu loben - das ist man diesem schuldig.
Der Kapitän der Titanic sagte auch immer, es gäbe hier keine Eisberge, und letztendlich mußte die Kapelle bis zum Ende spielend so tun, als verhalte es sich augenscheinlich wirklich so. 'Aber nein, so ein Unsinn, das kann man so nicht ins Verhältnis setzen', wird da womöglich ein Kapitän von Heute anmerken, der sich sprachlich in der Metaphorik bewegen möchte, 'natürlich achten wir auf Eisberge, wir schauen sogar in voller Kompetenz ganz genau hin, ob da was aus dem Wasser ragt, und seien es nur die 10%, die man sieht, also könne die Kapelle ruhig weiter Musik machen'.......
Positive Vibrations
An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei zwei Mitstreiterinnen bedanken, die die in Deutschland in Vergessenheit geratene Tradition des dual-purpose Siberians zurück ins Leben gerufen haben.
Beide haben es geschafft, mit ihren Hunden alle notwendigen Anwartschaften zu erringen.
Sowohl Chris mir ihrer Blaze http://www.blazes-team.de/page2.php als auch Silvia mit ihrem Ranger http://www.frankoniapower.de/dogs/ranger.htm können jetzt beneidenswerterweise zu Recht behaupten, Veteranen-Champions zu haben.
Positive Vibrations eben
Beide haben es geschafft, mit ihren Hunden alle notwendigen Anwartschaften zu erringen.
Sowohl Chris mir ihrer Blaze http://www.blazes-team.de/page2.php als auch Silvia mit ihrem Ranger http://www.frankoniapower.de/dogs/ranger.htm können jetzt beneidenswerterweise zu Recht behaupten, Veteranen-Champions zu haben.
Positive Vibrations eben
Freitag, 16. Oktober 2009
Tiefsinnige Ambivalenz
Wer liebt ihn nicht, den kleinen Drachen Grisu, der so gern Feuerwehrmann werden möchte. Ein sympathischer kleiner Kerl, dem die zwiespältige Tendenz seiner vorherbestimmten Existenz immer wieder einen Streich spielt.
Überall auf der Welt gilt die kleine Comicfigur als Maskottchen der Feuerwehren, was mir bis dato immer wieder Rätsel aufgab, aber dieser Tage kam ich dahinter. Dazu muß man aber differenziert beleuchten, wie es um die soziale Stellung des Feuerwehrmannes in der jeweiligen Gesellschaft steht. In den USA z.B hat der 'Firefighter' ein besonders hohes, heroisch gefärbtes Ansehen, was unter anderem darin gipfelt, daß sich Kalender mit Feuerwehrmännern im Adamskostüm, die wie Grisu nur einen Helm und einen Tropfen Schwefelparfüm tragen, wie geschnitten Brot verkaufen. In Deutschland gibt es einen solchen Kalender meines Wissens nicht, ob das nun an der sozialen Stellung besagter Berufsgruppe liegt oder einfach nur am mangelhaften körperlichen Allgemeinzustand der Protagonisten, kann ich nicht beurteilen.
Wer erinnert sich nicht daran, wie es seinerzeit in Westberlin war, wenn die Berufsfeuerwehr ausrückte um löschend einzugreifen. Die konnten nie LKW fahren und haben es scheinbar über die Jahre auch nicht gelernt. War die verbleibende Fahrspur auf dem Weg zum Brandort nicht mindestens vier Meter breit, sind die da nicht eingefahren, und wenn doch, haben die alle PKW-Spiegel abrasiert. Mußten die rückwärts wieder raus, bildeten sich Menschenmengen, um das Schauspiel zu bewundern, nur 100 m rückwärts liessen einem mobilen Imbiss genug Zeit, seelenruhig anzufahren und ohne zu hetzen erst vor Ort die Friteuse anzuwerfen, um die Schaulustigen (nicht die vom Brandgeschehen, sondern die vom Ausparkgeschehen) zu verköstigen (das ist natürlich eine satirische Übertreibung, die die Anschaulichkeit steigern soll, aber bitte....)
Mich fasziniert der Umstand, daß sowohl in den USA als auch im Bundesland Brandenburg die Knäste voll sind von Feuerwehrleuten, die selbst Brände gelegt haben, um dann heroisch als Erste helfend einzugreifen. In Brandenburg vergeht kaum eine Woche, in der nicht bekannt wird, daß ein Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr wieder einmal einen Schuppen in Brand gesteckt hat, um seiner sozialen Stellung pyromanisch Auftrieb zu verleihen. Und genau hier finden wir die unbewusste Ambivalenz, die Feuerwehren auf der ganzen Welt zu Grisu treibt.
Der kleine Drache ist aufgrund seiner Herkunft dazu verdammt, Feuer zu legen, eine Rolle, in die ihn sein Vater immer wieder zwängt. Grisu möchte aber eigentlich löschen und sich als bewunderter Held sehen, nur ist es eben so, daß er immer wieder alles was er bewahren soll (und vielleicht auch will) in Brand steckt und somit einen gegenteiligen Effekt erzielt. Sicher erkennt der Leser so langsam die im wahrsten Sinne des Wortes 'fabelhafte' Tiefsinnigkeit dieser Zeichentrickparabel, die einem Aesop Bewunderung abverlangt hätte. Eigentlich ist der kleine Held ein trauriger, den man an die Hand nehmen sollte, um ihm ehrlich zu sagen, daß das nichts werden kann - manchmal ist das eben so.....
Das beliebte Format 'Wikipedia', die Verherrlichung des unverifizierten Halbwissens, liefert uns zum Thema eine aussagekräftige Aufnahme eines Beispiels des manchmal schon zur Heiligenverehrung entgleisten Grisukults, mit der ich schliessen möchte
Überall auf der Welt gilt die kleine Comicfigur als Maskottchen der Feuerwehren, was mir bis dato immer wieder Rätsel aufgab, aber dieser Tage kam ich dahinter. Dazu muß man aber differenziert beleuchten, wie es um die soziale Stellung des Feuerwehrmannes in der jeweiligen Gesellschaft steht. In den USA z.B hat der 'Firefighter' ein besonders hohes, heroisch gefärbtes Ansehen, was unter anderem darin gipfelt, daß sich Kalender mit Feuerwehrmännern im Adamskostüm, die wie Grisu nur einen Helm und einen Tropfen Schwefelparfüm tragen, wie geschnitten Brot verkaufen. In Deutschland gibt es einen solchen Kalender meines Wissens nicht, ob das nun an der sozialen Stellung besagter Berufsgruppe liegt oder einfach nur am mangelhaften körperlichen Allgemeinzustand der Protagonisten, kann ich nicht beurteilen.
Wer erinnert sich nicht daran, wie es seinerzeit in Westberlin war, wenn die Berufsfeuerwehr ausrückte um löschend einzugreifen. Die konnten nie LKW fahren und haben es scheinbar über die Jahre auch nicht gelernt. War die verbleibende Fahrspur auf dem Weg zum Brandort nicht mindestens vier Meter breit, sind die da nicht eingefahren, und wenn doch, haben die alle PKW-Spiegel abrasiert. Mußten die rückwärts wieder raus, bildeten sich Menschenmengen, um das Schauspiel zu bewundern, nur 100 m rückwärts liessen einem mobilen Imbiss genug Zeit, seelenruhig anzufahren und ohne zu hetzen erst vor Ort die Friteuse anzuwerfen, um die Schaulustigen (nicht die vom Brandgeschehen, sondern die vom Ausparkgeschehen) zu verköstigen (das ist natürlich eine satirische Übertreibung, die die Anschaulichkeit steigern soll, aber bitte....)
Mich fasziniert der Umstand, daß sowohl in den USA als auch im Bundesland Brandenburg die Knäste voll sind von Feuerwehrleuten, die selbst Brände gelegt haben, um dann heroisch als Erste helfend einzugreifen. In Brandenburg vergeht kaum eine Woche, in der nicht bekannt wird, daß ein Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr wieder einmal einen Schuppen in Brand gesteckt hat, um seiner sozialen Stellung pyromanisch Auftrieb zu verleihen. Und genau hier finden wir die unbewusste Ambivalenz, die Feuerwehren auf der ganzen Welt zu Grisu treibt.
Der kleine Drache ist aufgrund seiner Herkunft dazu verdammt, Feuer zu legen, eine Rolle, in die ihn sein Vater immer wieder zwängt. Grisu möchte aber eigentlich löschen und sich als bewunderter Held sehen, nur ist es eben so, daß er immer wieder alles was er bewahren soll (und vielleicht auch will) in Brand steckt und somit einen gegenteiligen Effekt erzielt. Sicher erkennt der Leser so langsam die im wahrsten Sinne des Wortes 'fabelhafte' Tiefsinnigkeit dieser Zeichentrickparabel, die einem Aesop Bewunderung abverlangt hätte. Eigentlich ist der kleine Held ein trauriger, den man an die Hand nehmen sollte, um ihm ehrlich zu sagen, daß das nichts werden kann - manchmal ist das eben so.....
Das beliebte Format 'Wikipedia', die Verherrlichung des unverifizierten Halbwissens, liefert uns zum Thema eine aussagekräftige Aufnahme eines Beispiels des manchmal schon zur Heiligenverehrung entgleisten Grisukults, mit der ich schliessen möchte
Dienstag, 13. Oktober 2009
Manfred Sexauers Vertreibung aus dem Paradies
Dieser Tage kann der schlaflose Nachtschwärmer so ab Mitternacht allerorten eine Werbesendung im TV betrachten, in welcher der stark gealterte Manfred Sexauer festgetackert auf einem Hocker in einem Barambiente eine zusammengestückelte CD mit populärer Musik aus den sechziger Jahren bewirbt. Zu Bildern, auf denen unbekleidete junge Leute durch Schlammpfützen gleiten, behauptet Manfred Sexauer, von dem jeder weiß, daß er eigentlich bekennender Sister Sledge Fan ("The Beautiful") ist, unter anderem, daß die Erinnerung das einzige Paradies sei, aus dem man nicht vertrieben werden könne.
Legt man sich zeitnah danach zum Schlafen nieder, geht einem natürlich diese blödsinnige Weisheit nicht mehr aus dem Kopf. Man assoziiert immer Worte zum Thema Paradies wie Illusion, Langeweile, Lüge, Naivität, Realitätsfremde, Gutmütigkeit usw.....und es fallen einem Begebenheiten ein, die Sexauers Bonmot als Humbug entlarven.
Ich erinnerte mich an ein Event so vor fast 15 Jahren oder so, als ich Gast einer Registrierung für nordische Hunde war, auch um selbst einen solchen vorzustellen. Dort sprang mir ein Paar ins Auge....und auch irgendwie ins Ohr.......eine kleinere, lebhafte Frau in Begleitung einer größeren, etwas jüngeren, aber umso schweigsameren Frau, die einen Alaskan an der Leine hatte. Die kleine Frau zeterte wie ein zwei Meter großer Müllkutscher in Richtung der Offiziellen, in einer Lautstärke, die einem startenden Düsenjet zur Ehre gereicht hätte.
Offenbar weigerten sich besagte Offizielle, den Alaskan der schweigsamen Frau als reinrassigen Siberian Husky zu registrieren, was den Lautstärkepegel auf dem Gelände nicht unbedingt senkte. Die kleine, sehr laute Frau drückte krakeelend ihren Unmut darüber aus, daß es der netten, sehr schweigsamen Frau nicht ermöglicht würde, mit ihrem Hundchen Sport zu treiben, denn mehr wolle diese nicht und der Hund solle auch nicht bestraft werden für das, was er ist.
Was daraus wurde, weiß ich nicht, ich vermute aber, daß den vehementen Argumenten nicht stattgegeben wurde, da der Geräuschpegel anhaltend auf dem Niveau eines Motörhead-Konzertes blieb, und irgend etwas war da auch noch mit Akitamischlingen. Komische Erinnerung, ich wüßte aber gern, was aus den beiden ungleichen Damen wurde, ob die eine doch noch mit ihrem Hundchen sporteln durfte und ob die andere sich immer noch fürs Schreien interessiert. Leider habe ich ein schlechtes Personengedächtnis, doch hätte ich die Gelegenheit, würde ich den beiden mitteilen, daß sie schon damals großen Anteil an meiner Desillusionierung hatten.
Manfred, if paradise is half as nice......
Legt man sich zeitnah danach zum Schlafen nieder, geht einem natürlich diese blödsinnige Weisheit nicht mehr aus dem Kopf. Man assoziiert immer Worte zum Thema Paradies wie Illusion, Langeweile, Lüge, Naivität, Realitätsfremde, Gutmütigkeit usw.....und es fallen einem Begebenheiten ein, die Sexauers Bonmot als Humbug entlarven.
Ich erinnerte mich an ein Event so vor fast 15 Jahren oder so, als ich Gast einer Registrierung für nordische Hunde war, auch um selbst einen solchen vorzustellen. Dort sprang mir ein Paar ins Auge....und auch irgendwie ins Ohr.......eine kleinere, lebhafte Frau in Begleitung einer größeren, etwas jüngeren, aber umso schweigsameren Frau, die einen Alaskan an der Leine hatte. Die kleine Frau zeterte wie ein zwei Meter großer Müllkutscher in Richtung der Offiziellen, in einer Lautstärke, die einem startenden Düsenjet zur Ehre gereicht hätte.
Offenbar weigerten sich besagte Offizielle, den Alaskan der schweigsamen Frau als reinrassigen Siberian Husky zu registrieren, was den Lautstärkepegel auf dem Gelände nicht unbedingt senkte. Die kleine, sehr laute Frau drückte krakeelend ihren Unmut darüber aus, daß es der netten, sehr schweigsamen Frau nicht ermöglicht würde, mit ihrem Hundchen Sport zu treiben, denn mehr wolle diese nicht und der Hund solle auch nicht bestraft werden für das, was er ist.
Was daraus wurde, weiß ich nicht, ich vermute aber, daß den vehementen Argumenten nicht stattgegeben wurde, da der Geräuschpegel anhaltend auf dem Niveau eines Motörhead-Konzertes blieb, und irgend etwas war da auch noch mit Akitamischlingen. Komische Erinnerung, ich wüßte aber gern, was aus den beiden ungleichen Damen wurde, ob die eine doch noch mit ihrem Hundchen sporteln durfte und ob die andere sich immer noch fürs Schreien interessiert. Leider habe ich ein schlechtes Personengedächtnis, doch hätte ich die Gelegenheit, würde ich den beiden mitteilen, daß sie schon damals großen Anteil an meiner Desillusionierung hatten.
Manfred, if paradise is half as nice......
Das Soldier Of Fortune ist auch nicht mehr das, was es mal war
Das ist keine Wertung, sondern lediglich eine nüchterne Feststellung. Sicher mag das zusammenhängen mit dem Zahn der Zeit und der rasanten Entwicklung rund um klare, schwarz-weisse Feindbilder, die heute immer mehr zu schwammigen Übergängen tendieren. Auch habe ich den Eindruck, daß der Klassiker unter den Söldnermagazinen ein wenig an Popularität aber auch an Schrecken verloren hat und nicht nur wegen des Internets ein wenig aus dem Bewusstsein der Bevölkerung entschwunden scheint.
Was konnte man früher, so Anfang der 80er, für Schindluder allein mit dem Namen treiben. Wer erinnert sich nicht gern daran, wenn man an das schwarze Brett der philosophischen Fakultät der FU Berlin folgende Anzeige hing?
Soldier of Fortune
80 - 83, komplette Jahrgänge
guter Zustand
Anruf ab 22:00
lange klingeln lassen, öfter versuchen
....und darunter die Telefonnummer des verhassten Nachbarn, von dem man wusste, daß er früh raus musste
Das ist natürlich ein billiger Scherz, aber allemal als Experiment verwertbar, denn kurioserweise haben unglaublich viele kleine Philosophen im Schutze der Anonymität des damaligen Telefonnetzes angerufen, um den Anbieter aufs übelste des Militaristentums usw. zu bezichtigen, aber nie hat sich jemand getraut, den Zettel vom Brett zu nehmen....man weiß ja nie.....höchstens besagter Nachbar, der die Schliche durchschaut hatte. Aber auch so funktionierte die Sache nur, weil die politische Sensibilität eine andere war - so etwas gibt es heute nicht mehr, ob es an der galoppierenden Volksverblödung im Allgemeinen oder in der Zentralisierung der persönlichen Präferenzen im Besonderen liegt, weiß ich nicht.
Was konnte uns das SOF bieten, also jetzt nicht nur den Berufsoptimisten, die glaubten, mit 60 guten Leuten ganz Westberlin besetzen zu können, jedoch nicht vor dem Aufstehen? Die Knarren bekam man ohnehin nicht, und die alliierten Waffengesetze vereinfachten die Situation auch nicht gerade, boten aber doch auch indirekt den Markt durch Bereitstellung bewaffneter Protagonisten. Das Wahre ist aber anders, man kennt ja die Erzählungen von den Leuten, die von Sowjetoffizieren eine Makarov kaufen wollten und nach zähem Ringen Einigung erzielten, aber dann nur ein gefälschtes Autogramm des wohl besten Eishockeyspielers aller Zeiten für viel Geld bekamen. Man schob es letztendlich auf die Sprachbarriere, was konnte man schon einfordern?
Der amerikanische Kontrahent war da offener, aber wer wollte schon als kostenpflichtige Beigabe ein Dutzend 5-Gallonen-Kanister 'Mop & Glow' oder Übergrössen unverkäuflicher 501er in 38/28 kaufen, nur um sich die Chance auf eine angerostete Kurzwaffe nicht zu verderben? Aber 'Mop & Glow' war schon toll und bei den Großeltern zu Weihnachten beliebter als Doppelherz oder Klosterfrau.
Aber halt, auch mir brachte es etwas für mein Wertesystem und das in Form einer comicartigen Grafik. Diese zeigte einen schwerbewaffneten Söldner mit richtiger Hackfresse, in der Sprechblase stand: "I got five or six of them already, even if they get me next, I've won my part of the war." Grossartig und wegweisend zugleich, auch das kleinste Mosaiksteinchen ist wichtig im Konzert des Allumfassenden, und es lohnt sich, sich dafür einzusetzen, auch wenn es vordergründig unsinnig und wenig vielversprechend erscheint.
Was konnte man früher, so Anfang der 80er, für Schindluder allein mit dem Namen treiben. Wer erinnert sich nicht gern daran, wenn man an das schwarze Brett der philosophischen Fakultät der FU Berlin folgende Anzeige hing?
Soldier of Fortune
80 - 83, komplette Jahrgänge
guter Zustand
Anruf ab 22:00
lange klingeln lassen, öfter versuchen
....und darunter die Telefonnummer des verhassten Nachbarn, von dem man wusste, daß er früh raus musste
Das ist natürlich ein billiger Scherz, aber allemal als Experiment verwertbar, denn kurioserweise haben unglaublich viele kleine Philosophen im Schutze der Anonymität des damaligen Telefonnetzes angerufen, um den Anbieter aufs übelste des Militaristentums usw. zu bezichtigen, aber nie hat sich jemand getraut, den Zettel vom Brett zu nehmen....man weiß ja nie.....höchstens besagter Nachbar, der die Schliche durchschaut hatte. Aber auch so funktionierte die Sache nur, weil die politische Sensibilität eine andere war - so etwas gibt es heute nicht mehr, ob es an der galoppierenden Volksverblödung im Allgemeinen oder in der Zentralisierung der persönlichen Präferenzen im Besonderen liegt, weiß ich nicht.
Was konnte uns das SOF bieten, also jetzt nicht nur den Berufsoptimisten, die glaubten, mit 60 guten Leuten ganz Westberlin besetzen zu können, jedoch nicht vor dem Aufstehen? Die Knarren bekam man ohnehin nicht, und die alliierten Waffengesetze vereinfachten die Situation auch nicht gerade, boten aber doch auch indirekt den Markt durch Bereitstellung bewaffneter Protagonisten. Das Wahre ist aber anders, man kennt ja die Erzählungen von den Leuten, die von Sowjetoffizieren eine Makarov kaufen wollten und nach zähem Ringen Einigung erzielten, aber dann nur ein gefälschtes Autogramm des wohl besten Eishockeyspielers aller Zeiten für viel Geld bekamen. Man schob es letztendlich auf die Sprachbarriere, was konnte man schon einfordern?
Der amerikanische Kontrahent war da offener, aber wer wollte schon als kostenpflichtige Beigabe ein Dutzend 5-Gallonen-Kanister 'Mop & Glow' oder Übergrössen unverkäuflicher 501er in 38/28 kaufen, nur um sich die Chance auf eine angerostete Kurzwaffe nicht zu verderben? Aber 'Mop & Glow' war schon toll und bei den Großeltern zu Weihnachten beliebter als Doppelherz oder Klosterfrau.
Aber halt, auch mir brachte es etwas für mein Wertesystem und das in Form einer comicartigen Grafik. Diese zeigte einen schwerbewaffneten Söldner mit richtiger Hackfresse, in der Sprechblase stand: "I got five or six of them already, even if they get me next, I've won my part of the war." Grossartig und wegweisend zugleich, auch das kleinste Mosaiksteinchen ist wichtig im Konzert des Allumfassenden, und es lohnt sich, sich dafür einzusetzen, auch wenn es vordergründig unsinnig und wenig vielversprechend erscheint.
Freitag, 2. Oktober 2009
Wer hat bloss Gloria Gaynor so verärgert?
Gloria Gaynor macht auch nichts mehr umsonst, heißt es immer, wenn die Sprache auf besagte Diva kommt. Weshalb es sich so verhält lässt sich sicher nicht unbedingt so einfach erklären, vieles wird vermutlich reine Spekulation bleiben, aber eigentlich brauchte ich auch nur einen Einstieg in diese Miniatur.......
Viele Menschen wünschen sich hohes soziales Ansehen, welches sie nach Möglichkeit auch noch durch die Realisierung der eigenen Ziele erlangen möchten. Zwangsläufig sind diese Leute dann in der Wahl ihrer Mittel eher rücksichtslos und bisweilen indolent, aber als Persönlichkeit völlig uninteressant. Woran auch immer das liegen mag ist genauso spekulativ wie die Gloria-Gaynor-Geschichte, aber ich möchte nicht ausschliessen, daß es etwas mit der dieser Personen anhaftenden Spassferne zu tun hat. 'Heute wird nicht gelacht, morgen schon' steht auf Schildern, die diese Kandidaten über ihrem Bett mit den asketisch harten Matratzen an der Wand haben, und da sie an ihren starrsinnigen Zielen genau so hängen wie an diesem Schild, erübrigt es sich, diesen Punkt weiter auszuführen.
Was aber geschieht, wenn es zu einer sozialen Konfrontation mit anders gearteten Lebewesen kommt, die das Leben um seiner selbst lebenswert finden?
Beispiele hält die Filmgeschichte für uns bereit, wollen wir sie beleuchten?
Zunächst einmal schauen wir in ein Video eines Streifens, der gedreht wurde in einer tausendjährigen Phase, die auf ein Dutzend Jahre komprimiert wurde, in welchem der große Gustaf Gründgens (der eigentlich Gustav hiess....) einen Komödianten gibt, dessen spassorientiertes OEuvre letztendlich zu Verwicklungen führt.....
Man beachte die Anfänge, wie sie uns nähergebracht werden....eigenwillige Interpretationen, affektierte Attitüde und blasiertes Auftreten, in der Aussage zwar kritikasternd, jedoch immer kompetent formuliert und emotional positiv in Szene gesetzt......nur scheint dann irgend etwas geschehen zu sein, was die Einstellung des meisterlichen Komödianten radikalisiert hat.....optisch eher clownesk heißt es da:
Mit der Peitsche glaubt man ihn,
höhnisch zu erlegen,
doch er wird vom Leder ziehen....
....und wenn man seinen Degen nicht annimmt,
wird man seine Verse annehmen müssen....
....faszinierend auch die Darstellung, wie alles aus dem Ruder läuft am Ende der Szene, nicht nur die darstellerische Kraft fesselt, auch die grotesk überzogenen Kämpfe um den Vorhang....sehr symbolhaft.....
Auch symbolhaft ist der Einstieg Marlon Brandos als Fletcher Christian in der Meuterei auf der Bounty (1962), in der schon in den Anfangsminuten der gebildete, spassorientierte erste Offizier seinem Kapitän begegnet und die Probleme vordefiniert werden, die diesem durch diesen griesgrämigen, ungebildeten Klotz ohne Umgangsformen bereitet werden sollen. M. Brando gibt die Figur nicht zwingend sympathisch, denn wer will schon von allen geliebt und somit zu ständigen Kompromissen gezwungen werden?
Er ist vielmehr der Einzelne, dessen Werte sich am Leben orientieren aber nicht am schwachen Ego, der zwar ein Teil des Systems ist, welches aber zwischen den Stühlen angesiedelt ist. Durch die Konfrontation mit der Rücksichtslosigkeit des Kommandanten, der das eigentliche Ziel recht schnell dem Erlangen persönlichen Glanzes unterordnet und der letztendlich das eigene Versagen aufgrund von Selbstüberschätzung und mangelnder Fachkenntnis nicht akzeptiert, kommt es irgendwann aufgrund häufiger Regelverletzungen seitens des Potentaten, egal ob es sich um Regeln im Sinne von Ordnungen oder Gesetzen oder einfach nur um Regeln im allgemeinen, nichtsoziopathischen Umgang in gewachsenen Gesellschaften handelt, zum berechtigten Aufruhr.
Zwar ist dem ersten Offizier der Einfluss dieser Handlung auf sein Leben bewusst, nur war es eben in diesem Augenblick, einem Augenblick der Unbeherrschtheit, nicht möglich anders zu handeln. Er war an dem Punkt angelangt, an welchem seine Überlegenheit, sowohl sozial als auch bildungsbezogen, nicht mehr ausreichte, die eskalierte Egomanie des Kapitäns zu kontrollieren ohne seine eigenen Werte nachhaltig zu gefährden. So musste der Kapitän notgedrungen das Schiff verlassen, begleitet nur von einigen Getreuen in einer Mischung aus Nibelungentreue und Kadavergehorsam sowie anderen, die persönlich zu viel zu verlieren hatten.
Was aber bringt so ein Handeln dem Lebensbejahenden? Schauen wir auf Brando und Gründgens, oder vielmehr ihre Charaktere. Einerseits wird Brando letztendlich durch Brandstifterei derer, deren Leben er auf Kosten seines eigenen Daseins gerettet hat, eines Besseren belehrt und stirbt, und auch Gründgens, der euphorisiert auf dem Schafott tanzt und singt und ohne Rachegedanken postuliert:
Lasst den alten Narren ziehen,
der sich selbst gerichtet,
in die Zukunft wollen wir ziehen,
die auf ihn verzichtet,
doch wir wollen im Siegesrausch immer memorieren,
Augen auf, Augen auf, dann kann nichts passieren
....offenbar weiß auch er, daß die Revolution ihre Kinder frisst, aber andererseits zählt der Augenblick, und er hat sich kein Bißchen geändert noch sein Verhalten oder seine Attitüde angepasst, genau wie Brando in seiner Darstellung.
Das ist halt der Preis, aber immer noch besser als frustriert wie Gloria Gaynor zu enden.....
Viele Menschen wünschen sich hohes soziales Ansehen, welches sie nach Möglichkeit auch noch durch die Realisierung der eigenen Ziele erlangen möchten. Zwangsläufig sind diese Leute dann in der Wahl ihrer Mittel eher rücksichtslos und bisweilen indolent, aber als Persönlichkeit völlig uninteressant. Woran auch immer das liegen mag ist genauso spekulativ wie die Gloria-Gaynor-Geschichte, aber ich möchte nicht ausschliessen, daß es etwas mit der dieser Personen anhaftenden Spassferne zu tun hat. 'Heute wird nicht gelacht, morgen schon' steht auf Schildern, die diese Kandidaten über ihrem Bett mit den asketisch harten Matratzen an der Wand haben, und da sie an ihren starrsinnigen Zielen genau so hängen wie an diesem Schild, erübrigt es sich, diesen Punkt weiter auszuführen.
Was aber geschieht, wenn es zu einer sozialen Konfrontation mit anders gearteten Lebewesen kommt, die das Leben um seiner selbst lebenswert finden?
Beispiele hält die Filmgeschichte für uns bereit, wollen wir sie beleuchten?
Zunächst einmal schauen wir in ein Video eines Streifens, der gedreht wurde in einer tausendjährigen Phase, die auf ein Dutzend Jahre komprimiert wurde, in welchem der große Gustaf Gründgens (der eigentlich Gustav hiess....) einen Komödianten gibt, dessen spassorientiertes OEuvre letztendlich zu Verwicklungen führt.....
Man beachte die Anfänge, wie sie uns nähergebracht werden....eigenwillige Interpretationen, affektierte Attitüde und blasiertes Auftreten, in der Aussage zwar kritikasternd, jedoch immer kompetent formuliert und emotional positiv in Szene gesetzt......nur scheint dann irgend etwas geschehen zu sein, was die Einstellung des meisterlichen Komödianten radikalisiert hat.....optisch eher clownesk heißt es da:
Mit der Peitsche glaubt man ihn,
höhnisch zu erlegen,
doch er wird vom Leder ziehen....
....und wenn man seinen Degen nicht annimmt,
wird man seine Verse annehmen müssen....
....faszinierend auch die Darstellung, wie alles aus dem Ruder läuft am Ende der Szene, nicht nur die darstellerische Kraft fesselt, auch die grotesk überzogenen Kämpfe um den Vorhang....sehr symbolhaft.....
Auch symbolhaft ist der Einstieg Marlon Brandos als Fletcher Christian in der Meuterei auf der Bounty (1962), in der schon in den Anfangsminuten der gebildete, spassorientierte erste Offizier seinem Kapitän begegnet und die Probleme vordefiniert werden, die diesem durch diesen griesgrämigen, ungebildeten Klotz ohne Umgangsformen bereitet werden sollen. M. Brando gibt die Figur nicht zwingend sympathisch, denn wer will schon von allen geliebt und somit zu ständigen Kompromissen gezwungen werden?
Er ist vielmehr der Einzelne, dessen Werte sich am Leben orientieren aber nicht am schwachen Ego, der zwar ein Teil des Systems ist, welches aber zwischen den Stühlen angesiedelt ist. Durch die Konfrontation mit der Rücksichtslosigkeit des Kommandanten, der das eigentliche Ziel recht schnell dem Erlangen persönlichen Glanzes unterordnet und der letztendlich das eigene Versagen aufgrund von Selbstüberschätzung und mangelnder Fachkenntnis nicht akzeptiert, kommt es irgendwann aufgrund häufiger Regelverletzungen seitens des Potentaten, egal ob es sich um Regeln im Sinne von Ordnungen oder Gesetzen oder einfach nur um Regeln im allgemeinen, nichtsoziopathischen Umgang in gewachsenen Gesellschaften handelt, zum berechtigten Aufruhr.
Zwar ist dem ersten Offizier der Einfluss dieser Handlung auf sein Leben bewusst, nur war es eben in diesem Augenblick, einem Augenblick der Unbeherrschtheit, nicht möglich anders zu handeln. Er war an dem Punkt angelangt, an welchem seine Überlegenheit, sowohl sozial als auch bildungsbezogen, nicht mehr ausreichte, die eskalierte Egomanie des Kapitäns zu kontrollieren ohne seine eigenen Werte nachhaltig zu gefährden. So musste der Kapitän notgedrungen das Schiff verlassen, begleitet nur von einigen Getreuen in einer Mischung aus Nibelungentreue und Kadavergehorsam sowie anderen, die persönlich zu viel zu verlieren hatten.
Was aber bringt so ein Handeln dem Lebensbejahenden? Schauen wir auf Brando und Gründgens, oder vielmehr ihre Charaktere. Einerseits wird Brando letztendlich durch Brandstifterei derer, deren Leben er auf Kosten seines eigenen Daseins gerettet hat, eines Besseren belehrt und stirbt, und auch Gründgens, der euphorisiert auf dem Schafott tanzt und singt und ohne Rachegedanken postuliert:
Lasst den alten Narren ziehen,
der sich selbst gerichtet,
in die Zukunft wollen wir ziehen,
die auf ihn verzichtet,
doch wir wollen im Siegesrausch immer memorieren,
Augen auf, Augen auf, dann kann nichts passieren
....offenbar weiß auch er, daß die Revolution ihre Kinder frisst, aber andererseits zählt der Augenblick, und er hat sich kein Bißchen geändert noch sein Verhalten oder seine Attitüde angepasst, genau wie Brando in seiner Darstellung.
Das ist halt der Preis, aber immer noch besser als frustriert wie Gloria Gaynor zu enden.....
Freitag, 25. September 2009
Bernd – Ein Affenmann geht seinen Weg...
...hiess es unlängst in der Zooshow aus dem Leipziger Etablissement. Mitunter ist die Show recht unterhaltsam, da dort noch verstanden wurde, exponierte Personen hervorzuheben oder skurrile respektive besondere Tiere in den Vordergrund zu rücken, anders als in allen nachgemachten Analogformaten. Kritisieren möchte ich lediglich den Ansager, dessen Intonation den Zuschauer aggressiv macht und bereits, wie ich las, hier und da zu Gewalttätigkeiten wider den familiären Fernsehapparat führte, wofür ich vollstes Verständnis habe. Der Titel dieser Miniatur hätte genauso 'Bernd – das Erfolgsmodell eines Vorzeigeprimaten' heißen können, tut er aber nicht, aber passend wäre es schon gewesen.
Unser Titelheld ist ein Pavian, der im Leipziger Zoo so vor sich hin lebt und irgendwie Protegé des Pflegers zu sein scheint, warum konnte ich der Kürze des Beitrags nicht genau erkennen. Bernd, der Pavian hat das Problem, daß seine Talente und seine Ausstrahlung lediglich für eine untergeordnete Position in der Gruppe reichen. Für ihn geht es einerseits darum, durch angemessenes Verhalten in der Gruppe zur Erfüllung seiner Bedürfnisse zu gelangen, also z.B. sein Stück vom Kohlrabi zu bekommen oder gar dereinst vielleicht auch eine Partnerin, andererseits muß er aber auch aufpassen, daß er bei seinen Umtriebigkeiten nicht dem Falschen auf die Füße tritt. Man weiß ja um die niedrige Hemmschwelle adulter Pavianmännchen, und wenn da einmal richtig hingelangt wird, könnte unser Held sich im Handumdrehen auf dem OP-Tisch der Zootierärztin wiederfinden, zudem wird man ja in streng hierarchischen Gesellschaften schnell mal bis ganz unten durchgereicht wie ein eingeholter Ausreisser bei einer Bergetappe der Tour de France.
Bernd ist davon allerdings weit entfernt – vom OP-Tisch, nicht vom Kohlrabi - denn er weiß um die Begrenztheit seiner Fähigkeiten. Er geht allem aus dem Weg, schlägt nicht über die Stränge und füllt sein kleines Nischenbiotop mit aus anthropologischer Sicht grundsympathischem Leben aus. Das mag der Zuschauer, das mögen Pfleger und Besucher, das scheinen auch seine Mitpaviane so zu empfinden. Ich finde ein solches Vehalten auch zutiefst sozial und angemessen, und hoffe noch vieles über Bernd auf seinem Wege durchs Leben zu erfahren.
more about Bernd:
http://www.mdr.de/elefanttigerundco/rueckblick/6321708.html
Unser Titelheld ist ein Pavian, der im Leipziger Zoo so vor sich hin lebt und irgendwie Protegé des Pflegers zu sein scheint, warum konnte ich der Kürze des Beitrags nicht genau erkennen. Bernd, der Pavian hat das Problem, daß seine Talente und seine Ausstrahlung lediglich für eine untergeordnete Position in der Gruppe reichen. Für ihn geht es einerseits darum, durch angemessenes Verhalten in der Gruppe zur Erfüllung seiner Bedürfnisse zu gelangen, also z.B. sein Stück vom Kohlrabi zu bekommen oder gar dereinst vielleicht auch eine Partnerin, andererseits muß er aber auch aufpassen, daß er bei seinen Umtriebigkeiten nicht dem Falschen auf die Füße tritt. Man weiß ja um die niedrige Hemmschwelle adulter Pavianmännchen, und wenn da einmal richtig hingelangt wird, könnte unser Held sich im Handumdrehen auf dem OP-Tisch der Zootierärztin wiederfinden, zudem wird man ja in streng hierarchischen Gesellschaften schnell mal bis ganz unten durchgereicht wie ein eingeholter Ausreisser bei einer Bergetappe der Tour de France.
Bernd ist davon allerdings weit entfernt – vom OP-Tisch, nicht vom Kohlrabi - denn er weiß um die Begrenztheit seiner Fähigkeiten. Er geht allem aus dem Weg, schlägt nicht über die Stränge und füllt sein kleines Nischenbiotop mit aus anthropologischer Sicht grundsympathischem Leben aus. Das mag der Zuschauer, das mögen Pfleger und Besucher, das scheinen auch seine Mitpaviane so zu empfinden. Ich finde ein solches Vehalten auch zutiefst sozial und angemessen, und hoffe noch vieles über Bernd auf seinem Wege durchs Leben zu erfahren.
more about Bernd:
http://www.mdr.de/elefanttigerundco/rueckblick/6321708.html
Donnerstag, 10. September 2009
Kleine Sünden.....
......bestraft der liebe Gott sofort, wie man so schön sagt.
Doch manchmal, in schwachen Augenblicken, entdecke ich eine starke Affinität zu drastischeren Sofortmaßnahmen in mir.
Musik ab:
Doch manchmal, in schwachen Augenblicken, entdecke ich eine starke Affinität zu drastischeren Sofortmaßnahmen in mir.
Musik ab:
Samstag, 5. September 2009
Der Verdacht
Ein kriminalistischer Schwank in einem Akt und drei Szenen
Die Rollen und ihre Darsteller:
Alfredo Weberknecht, Kleinkrimineller und ehemaliger Zirkusartist - Rolf Zacher
Wachtmeister Dolling, niederrangiger Angehöriger einer Ordnungsbehörde - Dieter Hallervorden
Patrice Lumumba, Hehler - Peter Lorre
Stimme einer Nachbarin (nicht im Bild) - Inge Meysel oder Agnes Kraus, je nach Aufführungsort
1. Szene
Wohnzimmer des Herrn Weberknecht, einfache Ausstattung, Tisch, Bettsofa, Sessel. An der Wand Bilder von Kafka und Laurel & Hardy. Dazu vergilbte Zeitungsartikel über Schleuderbrettartisten.
Auf dem Tisch liegen Schmuck und verschiedene hochwertige Kunstgegenstände sowie eine größere Menge Geld in Scheinen. Auf dem Boden verstreut findet sich weiteres Bargeld. Laute Musik, wahlweise Limbo oder etwas von den Soulful Dynamics.
Weberknecht tanzt mit einem Kerzenständer aus Platin auf der Stirn durch den Raum. Er trägt ein bekleckertes Doppelrippunterhemd und Stoffhosen mit Gürtel, nimmt ab und an einen Schluck aus der Flasche, welche er in der linken Hand hält, offenbar Alkohol.
Es klingelt an der Tür
Ende erste Szene
2.Szene
Hausflur des Mietshauses, in welchem Weberknecht wohnt. Bühnenbild stark angelehnt an die Inszenierung 'Tratsch im Treppenhaus' des Ohnsorg-Theaters von 1968. Wohnungstür des Hernn Weberknecht. Dolling bedient die Türklingel. Weberknecht öffnet.
"Sie wünschen?"
"Guten Tag, Dolling mein Name, Herr Weberknecht?"
"Ja, richtig, Herr Wachtmeister, was kann ich für Sie tun?"
"Dürfte ich nähertreten?"
Weberknecht improvisiert merklich nervös: "Äh, nein.....ich habe gerade Damenbesuch, falls Sie verstehen was ich meine, die Situation ist etwas delikat....." Weberknecht zwinkert mehrfach mit dem linken Auge
Dolling reagiert verständnisvoll: "Oh, ja, sicher, ich verstehe. Ich selbst bin ja auch kein Kind von Traurigkeit und kann mit pikanten Situationen umgehen" zwinkert ebenfalls "
"Worum geht es eigentlich?"
"Nun, heute Nacht wurde die Witwe vom ollen Senator ausgeraubt, Sie hörten davon?"
"Ich? Nein. "
"Nicht .....ah ja, chercher la femme, natürlich. Dann will ich Sie mal kurz aufklären, wie gesagt, die alte Frau von Schwarz wurde um einiges erleichtert, all so häßlicher Kram, den sich reiche, alte Leute so kaufen, den Menschen wie wir uns nicht leisten können, uns aber auch nicht kaufen würden, wenn wir das Geld hätten."
"Häh?"
"Na, so Geschmeide und Münzen, goldenen Nippes und so Gerümpel, und natürlich noch Bargeld aus der Lebensversicherung des alten Knausers, man munkelt von mehr als Hunderttausend."
"Ach was..." kommt etwas ins Schwitzen "wie kann ich da helfen?"
"Es ist mir etwas unangenehm," spricht laut flüsternd, sichtlich um Diskretion bemüht "Jemand behauptet, Sie mit einem Sack über der Schulter aus der Villa kommen gesehen zu haben. Sicher nur ein Mißverständnis, aber bitte verstehen Sie..."
"Keine Ursache, Sie tun ja auch nur Ihre Pflicht. Ich war's nicht"
"Ja sicher, wir haben ja auch Vertrauen in unsere Bürger, aber Sie wissen ja auch, daß sich die Zeiten geändert haben. Der öffentliche Druck, diese ketzerischen Rufe nach Transparenz in der Gesellschaft. Früher hätte es gereicht, wenn sie mir gesagt hätten, Sie seien unschuldig, und die Sache wäre erledigt - aber heute."
"Ich sehe gerade, Sie sind nicht von der Polizei, sehe ich das richtig?"
"Ja, und nein" antwortet ausweichend "wissen Sie, es ist so, wir arbeiten für die Polizei, in deren Auftrag, aber eigentlich...."
"Ach dieses S....."
"Selbstgerechtes Handlanger Commando, genau, sie kennen sich aus, Herr Weberknecht, was?"
"Man tut was man kann"
"Kann ich Ihre Fingerabdrücke haben? Am Tatort wurden welche gefunden"
"Sie wollens wissen, nicht wahr?"
"Ich tue nur meine Pflicht."
"Jetzt gleich, oder wie?"
"Wenns passt"
"Mann, ich habe eine Dame zu Gast."
"Ach ja, sicher. Für diesen Fall habe ich ein Fingerprintkit für Sie. Zwei Bögen für die Abdrücke, ein Stempelkissen und einen Umschlag, frankiert, für portofreien Versand an unsere Dienststelle."
"Oh" schaut irritiert
"Nun, Sie nehmen jeden Finger, drücken ihn ins Stempelkissen...steht ja alles in der Anleitung"
"Wie? Einfach die Abdrücke aufs Blatt und abschicken, das is alles?"
"Na, so einfach ist das nicht. Sie sind ja ein Schlawiner, wo denken Sie hin. Wir brauchen doch einen Beweis, daß das Ihre Abdrücke sind."
"Verstehe, muss alles Hand und Fuss haben, Sie sind ja ein ganz Genauer."
"Alles nur im Namen des Volkes und für die öffentliche Sicherheit, lieber Weberknecht."
Man hört die Haustür, jemand kommt die Treppe hoch. Es ist Patrice Lumumba, der auf dem Weg zu Weberknecht ist. Als er den Polizisten sieht, hält er kurz inne. Weberknecht wirft ihm einen beruhigenden Blick zu. Lumumba tritt heran.
"Herr Wachtmeister, darf ich Ihnen meinen alten Freund Patrice Lumumba vorstellen."
"Angenehm, Dolling, Selbstgerechtes Handlanger Commando. Sie heißen Lumumba?"
"Ja."
"Sie sehen gar nicht aus wie ein Afrikaner."
"Das wird daran liegen, daß ich keiner bin."
"Wie....oh, ja, Verzeihung, wo waren wir gerade?"
"Sie hiessen mich einen Schlawiner."
"Ich? Ach so, ja. Passen Sie auf, das geht so. Während Sie die Abdrücke auf den Bogen machen, lassen Sie sich fotografieren. Haben Sie einen Apparat?"
"Ja."
"Na, dann. Lassen Sie das Bild ausdrucken oder lassen Sie einen Abzug machen. Der, der das Foto geschossen hat setzt einfach seine Unterschrift drauf, dazu die Anschrift und fertig. Das kommt mit in den Umschlag. Bombensicheres System und einfach zu bewerkstelligen. Sollte was schiefgehen mit den Abdrücken, haben Sie ja noch einen zweiten Bogen."
Weberknecht und Lumumba schauen sich noch irritierter an als sie ohnehin schon erscheinen
"Wenn der Herr Lumumba schon mal hier ist, könnte der das doch machen....ach nein, Sie haben ja Damenbesuch."
"Du hast Damenbesuch?"
Weberknecht schaut den Beamten aufgesetzt vorwurfsvoll an, dieser gerät ins Stammeln ob dieser vermeintlichen Indiskretion.
"Ich werde dann mal gehen. Meine Herren, meine Empfehlung." geht schnellen Fußes ab
Weberknecht und Lumumba bleiben verdutzt zurück
Ende zweite Szene
Dritte Szene
Zimmer Weberknecht. Lumumba hält eine Kamera in der Hand, trägt diamantene Ohrstecker und mehrere Colliers übereinander. Weberknecht sitzt am Tisch, die rechte Hand auf dem Fingerabdruckbogen, mit der linken Hand, in welcher er einen edelsteinbesetzten Kelch aus massivem Gold hält, prostet er in die Kamera und macht einen Kussmund wie Johnny Depp. Die Stimmung scheint ausgelassen. Es läuft laute, akkordeonlastige Volksmusik karpatischen Charakters. Es klingelt schon wieder.
Beide schleichen leise an die Tür, Weberknecht fragt:
"Ja?"
man hört nur die Stimme der Nachbarin
"Herr Weberknecht, wenn der Krach nicht aufhört, hole ich die Polizei."
Weberknecht und Lumumba lachen laut. Das Lachen wird lauter, wird danach elektronisch verfremdet und übertönt alle anderen Geräusche, hilfsweise etwas Hall unterlegen.
Vorhang
Auf dem Vorhang überlebensgroß oben beschriebenes 'Beweisfoto'.
ENDE
Die Rollen und ihre Darsteller:
Alfredo Weberknecht, Kleinkrimineller und ehemaliger Zirkusartist - Rolf Zacher
Wachtmeister Dolling, niederrangiger Angehöriger einer Ordnungsbehörde - Dieter Hallervorden
Patrice Lumumba, Hehler - Peter Lorre
Stimme einer Nachbarin (nicht im Bild) - Inge Meysel oder Agnes Kraus, je nach Aufführungsort
1. Szene
Wohnzimmer des Herrn Weberknecht, einfache Ausstattung, Tisch, Bettsofa, Sessel. An der Wand Bilder von Kafka und Laurel & Hardy. Dazu vergilbte Zeitungsartikel über Schleuderbrettartisten.
Auf dem Tisch liegen Schmuck und verschiedene hochwertige Kunstgegenstände sowie eine größere Menge Geld in Scheinen. Auf dem Boden verstreut findet sich weiteres Bargeld. Laute Musik, wahlweise Limbo oder etwas von den Soulful Dynamics.
Weberknecht tanzt mit einem Kerzenständer aus Platin auf der Stirn durch den Raum. Er trägt ein bekleckertes Doppelrippunterhemd und Stoffhosen mit Gürtel, nimmt ab und an einen Schluck aus der Flasche, welche er in der linken Hand hält, offenbar Alkohol.
Es klingelt an der Tür
Ende erste Szene
2.Szene
Hausflur des Mietshauses, in welchem Weberknecht wohnt. Bühnenbild stark angelehnt an die Inszenierung 'Tratsch im Treppenhaus' des Ohnsorg-Theaters von 1968. Wohnungstür des Hernn Weberknecht. Dolling bedient die Türklingel. Weberknecht öffnet.
"Sie wünschen?"
"Guten Tag, Dolling mein Name, Herr Weberknecht?"
"Ja, richtig, Herr Wachtmeister, was kann ich für Sie tun?"
"Dürfte ich nähertreten?"
Weberknecht improvisiert merklich nervös: "Äh, nein.....ich habe gerade Damenbesuch, falls Sie verstehen was ich meine, die Situation ist etwas delikat....." Weberknecht zwinkert mehrfach mit dem linken Auge
Dolling reagiert verständnisvoll: "Oh, ja, sicher, ich verstehe. Ich selbst bin ja auch kein Kind von Traurigkeit und kann mit pikanten Situationen umgehen" zwinkert ebenfalls "
"Worum geht es eigentlich?"
"Nun, heute Nacht wurde die Witwe vom ollen Senator ausgeraubt, Sie hörten davon?"
"Ich? Nein. "
"Nicht .....ah ja, chercher la femme, natürlich. Dann will ich Sie mal kurz aufklären, wie gesagt, die alte Frau von Schwarz wurde um einiges erleichtert, all so häßlicher Kram, den sich reiche, alte Leute so kaufen, den Menschen wie wir uns nicht leisten können, uns aber auch nicht kaufen würden, wenn wir das Geld hätten."
"Häh?"
"Na, so Geschmeide und Münzen, goldenen Nippes und so Gerümpel, und natürlich noch Bargeld aus der Lebensversicherung des alten Knausers, man munkelt von mehr als Hunderttausend."
"Ach was..." kommt etwas ins Schwitzen "wie kann ich da helfen?"
"Es ist mir etwas unangenehm," spricht laut flüsternd, sichtlich um Diskretion bemüht "Jemand behauptet, Sie mit einem Sack über der Schulter aus der Villa kommen gesehen zu haben. Sicher nur ein Mißverständnis, aber bitte verstehen Sie..."
"Keine Ursache, Sie tun ja auch nur Ihre Pflicht. Ich war's nicht"
"Ja sicher, wir haben ja auch Vertrauen in unsere Bürger, aber Sie wissen ja auch, daß sich die Zeiten geändert haben. Der öffentliche Druck, diese ketzerischen Rufe nach Transparenz in der Gesellschaft. Früher hätte es gereicht, wenn sie mir gesagt hätten, Sie seien unschuldig, und die Sache wäre erledigt - aber heute."
"Ich sehe gerade, Sie sind nicht von der Polizei, sehe ich das richtig?"
"Ja, und nein" antwortet ausweichend "wissen Sie, es ist so, wir arbeiten für die Polizei, in deren Auftrag, aber eigentlich...."
"Ach dieses S....."
"Selbstgerechtes Handlanger Commando, genau, sie kennen sich aus, Herr Weberknecht, was?"
"Man tut was man kann"
"Kann ich Ihre Fingerabdrücke haben? Am Tatort wurden welche gefunden"
"Sie wollens wissen, nicht wahr?"
"Ich tue nur meine Pflicht."
"Jetzt gleich, oder wie?"
"Wenns passt"
"Mann, ich habe eine Dame zu Gast."
"Ach ja, sicher. Für diesen Fall habe ich ein Fingerprintkit für Sie. Zwei Bögen für die Abdrücke, ein Stempelkissen und einen Umschlag, frankiert, für portofreien Versand an unsere Dienststelle."
"Oh" schaut irritiert
"Nun, Sie nehmen jeden Finger, drücken ihn ins Stempelkissen...steht ja alles in der Anleitung"
"Wie? Einfach die Abdrücke aufs Blatt und abschicken, das is alles?"
"Na, so einfach ist das nicht. Sie sind ja ein Schlawiner, wo denken Sie hin. Wir brauchen doch einen Beweis, daß das Ihre Abdrücke sind."
"Verstehe, muss alles Hand und Fuss haben, Sie sind ja ein ganz Genauer."
"Alles nur im Namen des Volkes und für die öffentliche Sicherheit, lieber Weberknecht."
Man hört die Haustür, jemand kommt die Treppe hoch. Es ist Patrice Lumumba, der auf dem Weg zu Weberknecht ist. Als er den Polizisten sieht, hält er kurz inne. Weberknecht wirft ihm einen beruhigenden Blick zu. Lumumba tritt heran.
"Herr Wachtmeister, darf ich Ihnen meinen alten Freund Patrice Lumumba vorstellen."
"Angenehm, Dolling, Selbstgerechtes Handlanger Commando. Sie heißen Lumumba?"
"Ja."
"Sie sehen gar nicht aus wie ein Afrikaner."
"Das wird daran liegen, daß ich keiner bin."
"Wie....oh, ja, Verzeihung, wo waren wir gerade?"
"Sie hiessen mich einen Schlawiner."
"Ich? Ach so, ja. Passen Sie auf, das geht so. Während Sie die Abdrücke auf den Bogen machen, lassen Sie sich fotografieren. Haben Sie einen Apparat?"
"Ja."
"Na, dann. Lassen Sie das Bild ausdrucken oder lassen Sie einen Abzug machen. Der, der das Foto geschossen hat setzt einfach seine Unterschrift drauf, dazu die Anschrift und fertig. Das kommt mit in den Umschlag. Bombensicheres System und einfach zu bewerkstelligen. Sollte was schiefgehen mit den Abdrücken, haben Sie ja noch einen zweiten Bogen."
Weberknecht und Lumumba schauen sich noch irritierter an als sie ohnehin schon erscheinen
"Wenn der Herr Lumumba schon mal hier ist, könnte der das doch machen....ach nein, Sie haben ja Damenbesuch."
"Du hast Damenbesuch?"
Weberknecht schaut den Beamten aufgesetzt vorwurfsvoll an, dieser gerät ins Stammeln ob dieser vermeintlichen Indiskretion.
"Ich werde dann mal gehen. Meine Herren, meine Empfehlung." geht schnellen Fußes ab
Weberknecht und Lumumba bleiben verdutzt zurück
Ende zweite Szene
Dritte Szene
Zimmer Weberknecht. Lumumba hält eine Kamera in der Hand, trägt diamantene Ohrstecker und mehrere Colliers übereinander. Weberknecht sitzt am Tisch, die rechte Hand auf dem Fingerabdruckbogen, mit der linken Hand, in welcher er einen edelsteinbesetzten Kelch aus massivem Gold hält, prostet er in die Kamera und macht einen Kussmund wie Johnny Depp. Die Stimmung scheint ausgelassen. Es läuft laute, akkordeonlastige Volksmusik karpatischen Charakters. Es klingelt schon wieder.
Beide schleichen leise an die Tür, Weberknecht fragt:
"Ja?"
man hört nur die Stimme der Nachbarin
"Herr Weberknecht, wenn der Krach nicht aufhört, hole ich die Polizei."
Weberknecht und Lumumba lachen laut. Das Lachen wird lauter, wird danach elektronisch verfremdet und übertönt alle anderen Geräusche, hilfsweise etwas Hall unterlegen.
Vorhang
Auf dem Vorhang überlebensgroß oben beschriebenes 'Beweisfoto'.
ENDE
Freitag, 28. August 2009
IM Fusshupe strikes again (Morrissey möge mir verzeihen)
Dieser Tage konnte man in den sogenannten 'Nachrichtensendungen' verfolgen, wie ein Mann verhaftet wurde, der sich zuvor schwerbewaffnet verschanzt hatte und allerlei kontraproduktive Handlungen ankündigte. Das ist nicht besonders bemerkenswert, da ja in der heutigen Gesellschaft der Weg zu den eigenen fünfzehn Minuten Ruhm nach Warhol durch ein Überangebot an wertloser, aber penetrant auftretender Zerstreuung ein schwerer ist.
Aber es soll nicht um so plakatives Genörgel an gesellschaftlichen Zuständen gehen, vielmehr um das Drumherum und die kleinen Kollateralbeiträge.
Der Mann wurde nun also eingebuchtet und in seinem Keller fand man ein riesiges Arsenal an Knarren und Explosiva, gestapelt bis unter die Decke. Solch medienwirksame Aktionen sind aber auch immer vordergründig dazu geeignet, die Fähigkeiten von Angehörigen der Exekutive positiv darzustellen, um sowohl ein Gefühl der Sicherheit als auch ein solches der Existenz einer gewaltmonopolbesitzenden Staatsmacht zu demonstrieren.
So etwas geht am Besten über Pressekonferenzen. Auf dieser sagte der leitende Beamte: "Wir haben den Eindruck, der Mann hatte eine Affinität zu Schußwaffen und Sprengstoff".
Es ist immer wichtig, auf der mittleren Ebene, also auf der, die tatsächlich handelt, fähige Leute zu haben, denen die Handlangerebene zuarbeitet und auf deren Loyalität die befehlende Ebene sich jederzeit verlassen kann. Besonders in dieser Ebene sind Sachverstand und Intuition untrennbar miteinander verbunden, die beiden Eckpfeiler der Berufung.
In Addition ist es in der Exekutive auch von größter Bedeutung, daß auf jeder Ebene integer gearbeitet wird. Zwar ist es mitunter üblich, sich der besonders in besagter mittleren Ebene weit verbreiteten Eigenschaft zu bedienen, auf Ansage hin falsch Zeugnis wider den Nächsten abzulegen, jedoch ist der erzielte Effekt meist nur von kurzer Dauer und hat nachhaltig weder Wert noch Qualität, denn der Benutzte selbst wird als schwächstes Glied in der Kette unter Druck schnell Mutters Bild zur Wand drehen und nicht nur den Herrn bis zum Morgengrauen drei Mal verleugnen. Das sollte man wissen, wenn man sich schwacher Gemüter bedient.
Dem Leser wird aufgefallen sein, daß christliches Gut mit einfloss. Das ist richtig. Sagt nicht schon die Bibel 'Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Narren Geselle ist, der wird Unglück haben' (Sprüche 13:20) ? Klingt dick aufgetragen und oberflächlich, ist aber nicht ganz so interpretationsfähig wie andere Beiträge aus Gottes Wort.
Homer Simpson sagt 'if the Bible has taught us nothing else - and it hasn't '. Ist das tatsächlich der Fall? Unlängst erfuhr ich im Dialog mit Jehovas Zeugen, daß es die Bibel untersagt, sich tätowieren zu lassen, denn im 3.Mose 19:28 heißt es 'Ihr sollt kein Mal um eines Toten willen an eurem Leibe reißen noch Buchstaben an euch ätzen; denn ich bin der HERR' , wobei die Bibelübersetzung der Zeugen, die eher 'einfacher' in ihrer Wortwahl gestaltet ist, es eindeutiger formuliert.
Nun, wenn man einigermaßen bibelfest ist und im Dialog mit den Zeugen immer Gottes Wort gedruckt parat hat - und wer hat das nicht? - kontert man sicher sogleich mit 3.Mose 19:27, wo es heißt 'Ihr sollt euer Haar am Haupt nicht rundumher abschneiden noch euren Bart gar abscheren', gepaart mit dem Hinweis, daß man noch nie bei Zusammenkünften vor dem Königreichsaal Bart- und Haartrachten gesehen habe, die jeden Sikh neidisch gemacht hätten......
Aber man weiß ja, wie es ist im Umgang mit Starrsinnigen, denen man die eigenen Regeln vorhält.....ein trauriges Kapitel im Gesellschaftsleben.
Erfreuen wir uns lieber weiter der Gedanken, die uns sowohl Gottes Wort wie auch Homer Simpson zwischen nonchalant und pathetisch als Geleit geben. In Sprüche 10:7 lesen wir zur Nachhaltigkeit 'Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen; aber der Gottlosen Name wird verwesen', bei Homer heißt es 'It takes two to lie - one to lie and one to listen.'
Aber es soll nicht um so plakatives Genörgel an gesellschaftlichen Zuständen gehen, vielmehr um das Drumherum und die kleinen Kollateralbeiträge.
Der Mann wurde nun also eingebuchtet und in seinem Keller fand man ein riesiges Arsenal an Knarren und Explosiva, gestapelt bis unter die Decke. Solch medienwirksame Aktionen sind aber auch immer vordergründig dazu geeignet, die Fähigkeiten von Angehörigen der Exekutive positiv darzustellen, um sowohl ein Gefühl der Sicherheit als auch ein solches der Existenz einer gewaltmonopolbesitzenden Staatsmacht zu demonstrieren.
So etwas geht am Besten über Pressekonferenzen. Auf dieser sagte der leitende Beamte: "Wir haben den Eindruck, der Mann hatte eine Affinität zu Schußwaffen und Sprengstoff".
Es ist immer wichtig, auf der mittleren Ebene, also auf der, die tatsächlich handelt, fähige Leute zu haben, denen die Handlangerebene zuarbeitet und auf deren Loyalität die befehlende Ebene sich jederzeit verlassen kann. Besonders in dieser Ebene sind Sachverstand und Intuition untrennbar miteinander verbunden, die beiden Eckpfeiler der Berufung.
In Addition ist es in der Exekutive auch von größter Bedeutung, daß auf jeder Ebene integer gearbeitet wird. Zwar ist es mitunter üblich, sich der besonders in besagter mittleren Ebene weit verbreiteten Eigenschaft zu bedienen, auf Ansage hin falsch Zeugnis wider den Nächsten abzulegen, jedoch ist der erzielte Effekt meist nur von kurzer Dauer und hat nachhaltig weder Wert noch Qualität, denn der Benutzte selbst wird als schwächstes Glied in der Kette unter Druck schnell Mutters Bild zur Wand drehen und nicht nur den Herrn bis zum Morgengrauen drei Mal verleugnen. Das sollte man wissen, wenn man sich schwacher Gemüter bedient.
Dem Leser wird aufgefallen sein, daß christliches Gut mit einfloss. Das ist richtig. Sagt nicht schon die Bibel 'Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Narren Geselle ist, der wird Unglück haben' (Sprüche 13:20) ? Klingt dick aufgetragen und oberflächlich, ist aber nicht ganz so interpretationsfähig wie andere Beiträge aus Gottes Wort.
Homer Simpson sagt 'if the Bible has taught us nothing else - and it hasn't '. Ist das tatsächlich der Fall? Unlängst erfuhr ich im Dialog mit Jehovas Zeugen, daß es die Bibel untersagt, sich tätowieren zu lassen, denn im 3.Mose 19:28 heißt es 'Ihr sollt kein Mal um eines Toten willen an eurem Leibe reißen noch Buchstaben an euch ätzen; denn ich bin der HERR' , wobei die Bibelübersetzung der Zeugen, die eher 'einfacher' in ihrer Wortwahl gestaltet ist, es eindeutiger formuliert.
Nun, wenn man einigermaßen bibelfest ist und im Dialog mit den Zeugen immer Gottes Wort gedruckt parat hat - und wer hat das nicht? - kontert man sicher sogleich mit 3.Mose 19:27, wo es heißt 'Ihr sollt euer Haar am Haupt nicht rundumher abschneiden noch euren Bart gar abscheren', gepaart mit dem Hinweis, daß man noch nie bei Zusammenkünften vor dem Königreichsaal Bart- und Haartrachten gesehen habe, die jeden Sikh neidisch gemacht hätten......
Aber man weiß ja, wie es ist im Umgang mit Starrsinnigen, denen man die eigenen Regeln vorhält.....ein trauriges Kapitel im Gesellschaftsleben.
Erfreuen wir uns lieber weiter der Gedanken, die uns sowohl Gottes Wort wie auch Homer Simpson zwischen nonchalant und pathetisch als Geleit geben. In Sprüche 10:7 lesen wir zur Nachhaltigkeit 'Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen; aber der Gottlosen Name wird verwesen', bei Homer heißt es 'It takes two to lie - one to lie and one to listen.'
Samstag, 22. August 2009
Saisonziele
Sollte man wirklich die eigenen Saisonziele öffentlich machen?
Schliesslich wird man ja daran dann auch öffentlich gemessen. Es ist zwar die gleiche Öffentlichkeit, der mittels infantiler Subjektivität mitgeteilt wird, daß der inoffizielle Titel des wohl besten Siberian-Teams aller Zeiten zumindest temporär vergeben ist, ohne daß Gegenrede merkbar laut wird. Aber, wie ich finde, ist das kein Grund in Phantasie zu schwelgen und ungewollt lustige Fakten zu verbreiten....wobei ich gestehe, es gern zu lesen, wenn mit 30 km/h trabende Hunde fliehkraftinduziert aus der Kurve getragen werden - es ist nicht immer der vordergründige Informationsgehalt, der interessiert, oftmals ist es der mittelbare, der nicht einmal zwingend subtiler Natur sein muss.
Saisonziele müssen auch nicht konkreter Natur sein, es genügt eigentlich, sie erkennbar zu umreissen und womöglich dem Mitdenkenden between the lines das anzusagen, was wichtig ist.
Hier wird es einfach so sein, daß die Ziele dieser Saison unverhüllt auf Zitate einer Troika von ganz Großen basieren, vielmehr auf der Umsetzung der dort postulierten Vorgaben.
Zunächst einmal ist da der Klassiker des bekannten Al Stead : As we have gotten older, we have taken the attitude that success at races amounts to getting the team to do what we trained it to do, and not worrying about where they place.
Dazu gesellt sich eine Aussage eines weniger bekannten Sportlers aus der Peripherie der 'Markusstadt' Bad Camberg, die da lautet: Wenn ich ein Rennen fahre, muß ich mit einem konkurrenzfähigen Team an den Start rollen.
Das hört sich schon mal ganz gut an, nicht nur wegen verschiedener, äußerst dehnbarer Begriffe, aber will man eine Quintessenz aus Zitaten gewinnen, so muß man aus ihnen eine Art Schnittmenge bilden und mit jedem weiteren Zitat wird diese Schnittmenge konkreter. Daher nun die dritte und letzte dieser Weisheiten, sie stammt von dem begrenzt eloquenten Torwart Oliver Kahn (im Bild links) und ist die Zutat, die die Quintessenz schmackhaft macht:
Wir müssten mal gewinnen, und das werden wir versuchen zu probieren.
In diesem Sinne!

Schliesslich wird man ja daran dann auch öffentlich gemessen. Es ist zwar die gleiche Öffentlichkeit, der mittels infantiler Subjektivität mitgeteilt wird, daß der inoffizielle Titel des wohl besten Siberian-Teams aller Zeiten zumindest temporär vergeben ist, ohne daß Gegenrede merkbar laut wird. Aber, wie ich finde, ist das kein Grund in Phantasie zu schwelgen und ungewollt lustige Fakten zu verbreiten....wobei ich gestehe, es gern zu lesen, wenn mit 30 km/h trabende Hunde fliehkraftinduziert aus der Kurve getragen werden - es ist nicht immer der vordergründige Informationsgehalt, der interessiert, oftmals ist es der mittelbare, der nicht einmal zwingend subtiler Natur sein muss.
Saisonziele müssen auch nicht konkreter Natur sein, es genügt eigentlich, sie erkennbar zu umreissen und womöglich dem Mitdenkenden between the lines das anzusagen, was wichtig ist.
Hier wird es einfach so sein, daß die Ziele dieser Saison unverhüllt auf Zitate einer Troika von ganz Großen basieren, vielmehr auf der Umsetzung der dort postulierten Vorgaben.
Zunächst einmal ist da der Klassiker des bekannten Al Stead : As we have gotten older, we have taken the attitude that success at races amounts to getting the team to do what we trained it to do, and not worrying about where they place.
Dazu gesellt sich eine Aussage eines weniger bekannten Sportlers aus der Peripherie der 'Markusstadt' Bad Camberg, die da lautet: Wenn ich ein Rennen fahre, muß ich mit einem konkurrenzfähigen Team an den Start rollen.
Das hört sich schon mal ganz gut an, nicht nur wegen verschiedener, äußerst dehnbarer Begriffe, aber will man eine Quintessenz aus Zitaten gewinnen, so muß man aus ihnen eine Art Schnittmenge bilden und mit jedem weiteren Zitat wird diese Schnittmenge konkreter. Daher nun die dritte und letzte dieser Weisheiten, sie stammt von dem begrenzt eloquenten Torwart Oliver Kahn (im Bild links) und ist die Zutat, die die Quintessenz schmackhaft macht:
Wir müssten mal gewinnen, und das werden wir versuchen zu probieren.
In diesem Sinne!

Donnerstag, 20. August 2009
Vorsicht Gold !!!!
Als Kind liebte ich meine Schallplatte mit der Geschichte des Räubers Hotzenplotz. Im Grunde sollte diese Geschichte ja den Kindern den Unterschied zwischen Gut und Böse erklären ohne sich der sonst üblichen traumatisierenden Brutalitäten zu bedienen, erreicht wurde aber nur, daß man beim Hören der Moritat seine frühkindliche Distanz zur Kriminalität überdachte und relativierte, was sicher nicht im Sinne des Erfinders war - aber man weiß es nicht.
Ich dachte unlängst an den sympathischen Räuber, der der Greisin keine über die Rübe zog, sondern lediglich deren Kaffeemühle entwendete - nicht, weil er Kaffee mahlen wollte, sondern weil diese beim Kurbeln die Volksweise 'Alles neu macht der Mai' intonierte. Zur Strafe hatte der Missetäter nun den Enkel der Greisin und dessen Passmann am Hals, Kaspar und Seppel, welche den perfiden Plan entwickelten, ihn zu überlisten.
Man nahm eine Holzkiste und schrieb deutlich sichtbar die Worte 'VORSICHT GOLD' darauf und hatte vor, den Dieb auf frischer Tat beim Diebstahl besagten Lockvogels (oder Hasen, wie es in 'The Big Lebowski' heißt) zu stellen.....was auch irgendwie funktionierte oder auch nicht....weiß ich nicht mehr so genau. Ist aber auch irrelevant, worum es geht, ist, daß ich daran dachte, als ich an einem Feld vorbeifuhr, auf welchem Genmais angebaut wird.
Schon als Kind hielt man diese Idee mit der Holzkiste für eine absolute Schnapsidee, in der selben Liga angesiedelt wie diese Sache mit den Eingeborenen auf der Insel, die einen riesigen Schutzwall errichteten, um King Kong abzuhalten, aber gleichzeitig ein gigantisches Tor einbauten, durch das sich der Megaprimat im Ernstfalle jederzeit Entrée verschaffen könnte. Völlig unrealistisch.....
Nun ist der Anbau von Genmais ja etwas, was sicher gesellschaftliche Ächtung auf breiter Front nach sich zieht - und nicht nur das, man muß sogar nachhaltigen Vandalismus fürchten. Nun stellt sich mir aber die Frage, weshalb die Leute unbedingt an diese Felder riesige Schilder, groß wie das King-Kong-Tor, aufstellen müssen, auf denen unübersehbar Dinge stehen wie 'Hier steht Genmais....bitte auf jeden Fall umhauen oder abfackeln'....im übertragenden Sinne. Niemand kann doch diesen Mais von anderem, unmutierten Gemüse per Anblick unterscheiden. Warum also schreiben die das da so plakativ 'rauf? Ich hätte Verständnis, wenn die Schildaufsteller nebenher mit Macheten oder Brandbeschleunigern handeln würden, aber ich denke, das werden nur handelsübliche Landwirte mit dem landwirtüblichen Hang zur Umweltzerstörung sein. Völlig rätselhaft, aber immerhin hilft es, Hotzenplotz und King Kong in einem ganz anderen Licht zu sehen.
An Feldern, auf welchen Kartoffeln angebaut werden, stehen oft auch Schilder, die uns die Namen der Erdäpfel verraten, vielmehr den Namen der Kartoffelsorte, keineswegs die Rufnamen der Kartoffeln als Individuum. Diese haben ja immer Frauennamen wie Erdhilde oder Sieglinde, und obwohl beklagt wird, daß immer mehr Kartoffelsorten verschwinden und fast nur noch McDonalds-kompatible Arten angebaut werden, würde niemand auf die Idee kommen, Kartoffelfelder zu verwüsten und dabei Dinge zu rufen wie 'Sieglinde, stirb' nur weil da so ein Schild steht.
Das hängt mit dem Stellenwert der Kartoffel in unserer Gesellschaft zusammen, denn diese gilt allgemein als sympathisches Gemüse.
Ich dachte unlängst an den sympathischen Räuber, der der Greisin keine über die Rübe zog, sondern lediglich deren Kaffeemühle entwendete - nicht, weil er Kaffee mahlen wollte, sondern weil diese beim Kurbeln die Volksweise 'Alles neu macht der Mai' intonierte. Zur Strafe hatte der Missetäter nun den Enkel der Greisin und dessen Passmann am Hals, Kaspar und Seppel, welche den perfiden Plan entwickelten, ihn zu überlisten.
Man nahm eine Holzkiste und schrieb deutlich sichtbar die Worte 'VORSICHT GOLD' darauf und hatte vor, den Dieb auf frischer Tat beim Diebstahl besagten Lockvogels (oder Hasen, wie es in 'The Big Lebowski' heißt) zu stellen.....was auch irgendwie funktionierte oder auch nicht....weiß ich nicht mehr so genau. Ist aber auch irrelevant, worum es geht, ist, daß ich daran dachte, als ich an einem Feld vorbeifuhr, auf welchem Genmais angebaut wird.
Schon als Kind hielt man diese Idee mit der Holzkiste für eine absolute Schnapsidee, in der selben Liga angesiedelt wie diese Sache mit den Eingeborenen auf der Insel, die einen riesigen Schutzwall errichteten, um King Kong abzuhalten, aber gleichzeitig ein gigantisches Tor einbauten, durch das sich der Megaprimat im Ernstfalle jederzeit Entrée verschaffen könnte. Völlig unrealistisch.....
Nun ist der Anbau von Genmais ja etwas, was sicher gesellschaftliche Ächtung auf breiter Front nach sich zieht - und nicht nur das, man muß sogar nachhaltigen Vandalismus fürchten. Nun stellt sich mir aber die Frage, weshalb die Leute unbedingt an diese Felder riesige Schilder, groß wie das King-Kong-Tor, aufstellen müssen, auf denen unübersehbar Dinge stehen wie 'Hier steht Genmais....bitte auf jeden Fall umhauen oder abfackeln'....im übertragenden Sinne. Niemand kann doch diesen Mais von anderem, unmutierten Gemüse per Anblick unterscheiden. Warum also schreiben die das da so plakativ 'rauf? Ich hätte Verständnis, wenn die Schildaufsteller nebenher mit Macheten oder Brandbeschleunigern handeln würden, aber ich denke, das werden nur handelsübliche Landwirte mit dem landwirtüblichen Hang zur Umweltzerstörung sein. Völlig rätselhaft, aber immerhin hilft es, Hotzenplotz und King Kong in einem ganz anderen Licht zu sehen.
An Feldern, auf welchen Kartoffeln angebaut werden, stehen oft auch Schilder, die uns die Namen der Erdäpfel verraten, vielmehr den Namen der Kartoffelsorte, keineswegs die Rufnamen der Kartoffeln als Individuum. Diese haben ja immer Frauennamen wie Erdhilde oder Sieglinde, und obwohl beklagt wird, daß immer mehr Kartoffelsorten verschwinden und fast nur noch McDonalds-kompatible Arten angebaut werden, würde niemand auf die Idee kommen, Kartoffelfelder zu verwüsten und dabei Dinge zu rufen wie 'Sieglinde, stirb' nur weil da so ein Schild steht.
Das hängt mit dem Stellenwert der Kartoffel in unserer Gesellschaft zusammen, denn diese gilt allgemein als sympathisches Gemüse.
Freitag, 14. August 2009
Teamvorstellung - Die Führungsriege
Dem aufmerksamen Leser werden zwei Eigenheiten der Teamvorstellung nicht entgangen sein. Zunächst einmal fehlt der gesamten Mannschaft noch so etwas wie geistige Führung aber auch ein ausgleichendes, feminines Element, waren doch alle bisher eingeführten Protagonisten Herren. Das soll sich nun ändern, denn hier kann der Interessierte lesen, wer es denn im Kopf hat und sagt, wo es lang geht.
Für beide vorgestellten Ladies gilt, daß diese nicht nur gut aussehen und auch im Ring für Aufsehen sorgen können. Nein, sie können auch große Teams gestandener Rüden führen, gemeinsam oder auch jede unabhängig voneinander mit anderen Co-Leadern. Ein beneidenswerter Zustand, wie ich finde.
Zunächst einmal ist da die, über die der große Charles Aznavour singt 'She, maybe the face I can't forget'. Sicher divenhaft, aber immer verlässlich, mag es nicht, wenn man sich ihren Anweisungen widersetzt und ist, wie es sich gehört, im Umgang mit Artgenossen zuweilen ungeschmeidig....doch was soll eine Primadonna Assoluta schon erwarten als servilen Gehorsam. So einen Hund braucht jeder im Team, auch wenn es so mancher noch nicht weiß.

Eine andere Form der Diva ist Yuki, eher so jemand wie Barbra Streisand, die in Funny Girl sagt 'Ich bin Komikerin'. Wenn sie da ist, geht die Sonne auf im Team und jeder ist begeistert. Von den beiden Zutaten für eine funktionierende Führung, den berühmten 'Zuckerbrot und Peitsche', ist sie sicher Ersteres und die oben genannte Dame das Andere. Sie repräsentiert die unbedingte Leichtigkeit des Seins und ist eine kongeniale Ergänzung an der Spitze. In ihrer Kaderakte ist zu lesen 'Lässt sich im Privatleben zuweilen gehen und hat eine Affinität zum Latschen und zu Gewichtsproblemen, straft in anspruchsvoller Bewegung aber jeden Zweifler Lügen'. Was soll man da noch schreiben, wenn sie schon die Kaderakte in höchsten Tönen lobt?

Für beide vorgestellten Ladies gilt, daß diese nicht nur gut aussehen und auch im Ring für Aufsehen sorgen können. Nein, sie können auch große Teams gestandener Rüden führen, gemeinsam oder auch jede unabhängig voneinander mit anderen Co-Leadern. Ein beneidenswerter Zustand, wie ich finde.
Zunächst einmal ist da die, über die der große Charles Aznavour singt 'She, maybe the face I can't forget'. Sicher divenhaft, aber immer verlässlich, mag es nicht, wenn man sich ihren Anweisungen widersetzt und ist, wie es sich gehört, im Umgang mit Artgenossen zuweilen ungeschmeidig....doch was soll eine Primadonna Assoluta schon erwarten als servilen Gehorsam. So einen Hund braucht jeder im Team, auch wenn es so mancher noch nicht weiß.

Eine andere Form der Diva ist Yuki, eher so jemand wie Barbra Streisand, die in Funny Girl sagt 'Ich bin Komikerin'. Wenn sie da ist, geht die Sonne auf im Team und jeder ist begeistert. Von den beiden Zutaten für eine funktionierende Führung, den berühmten 'Zuckerbrot und Peitsche', ist sie sicher Ersteres und die oben genannte Dame das Andere. Sie repräsentiert die unbedingte Leichtigkeit des Seins und ist eine kongeniale Ergänzung an der Spitze. In ihrer Kaderakte ist zu lesen 'Lässt sich im Privatleben zuweilen gehen und hat eine Affinität zum Latschen und zu Gewichtsproblemen, straft in anspruchsvoller Bewegung aber jeden Zweifler Lügen'. Was soll man da noch schreiben, wenn sie schon die Kaderakte in höchsten Tönen lobt?

Sind Zeugen Jehovas Linkshänder?
Gestern war Tag des Linkshänders, nun weiß ich nicht, ob das ein internationales Ding war oder nur ein lokaler Ehrentag. Medien schwadronierten über berühmte Linkshänder in Kunst und Kultur und darüber, daß unter den amerikanischen Präsidenten dieses Jahrhunderts unverhältnismäßig viele Linkshänder waren.
Die Umwelt konfrontiert einen ja ständig mit irgendwelchen Tagen selbsternannter Minderheiten, wobei ich mich immer frage, ob die Minderheiten diese selbst ausgerufen haben oder ob es gar eine gönnerhafte Geste einer Mehrheit war, diesen der jeweiligen Minderheit zuzugestehen. Wenn es einen Tag der Linkshänder gibt, heißt das nicht automatisch, daß jeder andere Tag ein Tag des Rechtshänders ist, es gibt auch keinen speziellen Tag des Rechtshänders, denn der Rechtshänder ist statistisch betrachtet in so ziemlich jeder Gesellschaft in der Mehrheit und hat somit kein Anrecht auf 'seinen' Tag.
Es gibt auch Tage wie den Tag der Umwelt, Tag des Motorrollers oder den Tag der Leibesübungen, das sind aber alles überflüssige Würdigungen von Dingen, die die Leute ohnehin nicht interessieren. Gestern war auch der Tag des Baus der Berliner Mauer, vielmehr dessen 48. turnusmäßige Wiederkehr. Dazu fanden allerlei Genkveranstaltungen statt, kurioserweise war aber keine dabei, die diesen Tag in positiver Erinnerung zelebrierte, es gab ausschliesslich Events mit Politikern und Pfarrern, die das weltberühmte Bauwerk verteufelten und als Schandmauer betitelten.
Interessanter sind da doch die Minderheitentage, allerdings nur diese selbstinszenierten wie die Linkshänderkiste, nicht diese tragikschattenwerfenden Gedenktage wie der Tag der Kriegsversehrten. Ich denke, viele Leute wollen unbedingt mal einer Minderheit angehören, es ist dieser tief innewohnende Wunsch, zumindest mal temporär anders zu sein, was darin gipfelt, daß man sich bisweilen auch mal als 'sympathisch verrückt' präsentiert und wie Doofmann & Doofmann 'Himbeereis zum Frühstück' verzehrt. Es streichelt doch das Ego, wenn man im Großraumbüro skandieren kann 'Wir Linkshänder sind ganz schlimme Finger.'
Ob es einen Tag des Mittelaltermarktes gibt, weiß ich nicht, es fällt mir nur auf, daß gerade die Leute, die zuhauf auf Veranstaltungen solcher Art rennen, sich gern mal als anders oder gar interessiert an Geschichte und so bezeichnen. Man ist doch aber nicht anders, wenn man etwas macht, was alle anderen auch machen. Diese Leute sollten verstehen, daß der, der anders im gesellschaftlichen Sinne ist, es entweder nicht registriert, daß er anders ist und, wenn er es doch bemerkt, gar nicht anders sein möchte als die, die so gern 'anders', 'verrückt' oder 'chaotisch' wären.
Gestern waren auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Watchtower Society da, die in gewisser Weise auch anders sind, aber eigentlich nur das Produkt ihrer forcierten Labilität repräsentieren. Diese Leute haben auch ihren Tag, der allerdings nicht aus jährlicher Wiederkehr seinen Reiz bezieht, sondern aus dem Fakt, daß besagter Tag der ist, der mit Sicherheit nicht der Tag aller anderen ist. Wem das jetzt zu kompliziert war, sollte sich damit zufrieden geben, Linkshänder zu sein und das 'Anderssein' nicht auf die Spitze treiben.
Die Umwelt konfrontiert einen ja ständig mit irgendwelchen Tagen selbsternannter Minderheiten, wobei ich mich immer frage, ob die Minderheiten diese selbst ausgerufen haben oder ob es gar eine gönnerhafte Geste einer Mehrheit war, diesen der jeweiligen Minderheit zuzugestehen. Wenn es einen Tag der Linkshänder gibt, heißt das nicht automatisch, daß jeder andere Tag ein Tag des Rechtshänders ist, es gibt auch keinen speziellen Tag des Rechtshänders, denn der Rechtshänder ist statistisch betrachtet in so ziemlich jeder Gesellschaft in der Mehrheit und hat somit kein Anrecht auf 'seinen' Tag.
Es gibt auch Tage wie den Tag der Umwelt, Tag des Motorrollers oder den Tag der Leibesübungen, das sind aber alles überflüssige Würdigungen von Dingen, die die Leute ohnehin nicht interessieren. Gestern war auch der Tag des Baus der Berliner Mauer, vielmehr dessen 48. turnusmäßige Wiederkehr. Dazu fanden allerlei Genkveranstaltungen statt, kurioserweise war aber keine dabei, die diesen Tag in positiver Erinnerung zelebrierte, es gab ausschliesslich Events mit Politikern und Pfarrern, die das weltberühmte Bauwerk verteufelten und als Schandmauer betitelten.
Interessanter sind da doch die Minderheitentage, allerdings nur diese selbstinszenierten wie die Linkshänderkiste, nicht diese tragikschattenwerfenden Gedenktage wie der Tag der Kriegsversehrten. Ich denke, viele Leute wollen unbedingt mal einer Minderheit angehören, es ist dieser tief innewohnende Wunsch, zumindest mal temporär anders zu sein, was darin gipfelt, daß man sich bisweilen auch mal als 'sympathisch verrückt' präsentiert und wie Doofmann & Doofmann 'Himbeereis zum Frühstück' verzehrt. Es streichelt doch das Ego, wenn man im Großraumbüro skandieren kann 'Wir Linkshänder sind ganz schlimme Finger.'
Ob es einen Tag des Mittelaltermarktes gibt, weiß ich nicht, es fällt mir nur auf, daß gerade die Leute, die zuhauf auf Veranstaltungen solcher Art rennen, sich gern mal als anders oder gar interessiert an Geschichte und so bezeichnen. Man ist doch aber nicht anders, wenn man etwas macht, was alle anderen auch machen. Diese Leute sollten verstehen, daß der, der anders im gesellschaftlichen Sinne ist, es entweder nicht registriert, daß er anders ist und, wenn er es doch bemerkt, gar nicht anders sein möchte als die, die so gern 'anders', 'verrückt' oder 'chaotisch' wären.
Gestern waren auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Watchtower Society da, die in gewisser Weise auch anders sind, aber eigentlich nur das Produkt ihrer forcierten Labilität repräsentieren. Diese Leute haben auch ihren Tag, der allerdings nicht aus jährlicher Wiederkehr seinen Reiz bezieht, sondern aus dem Fakt, daß besagter Tag der ist, der mit Sicherheit nicht der Tag aller anderen ist. Wem das jetzt zu kompliziert war, sollte sich damit zufrieden geben, Linkshänder zu sein und das 'Anderssein' nicht auf die Spitze treiben.
Dienstag, 11. August 2009
Die PUHDYS vermitteln barockes Lebensgefühl
Darüber kann man sicher geteilter Meinung sein, wie über so vieles im täglichen Zusammenleben. Überschriebenes wurde mir vermittelt in einer Magazinsendung des RBB, die der legitime Nachfolger der beliebten Nachrichtensendung 'Aktuelle Kamera' des DDR-Fernsehens sein möchte. Dieses Format vermittelt seit Jahrzehnten Pseudoinformationen für die gemeine Bevölkerung unter Maßgabe des unbedingten Erhalts von Privilegien einiger Weniger mittels Volksverblödung. Nun wurde berichtet, daß es im restaurierten Schloss Oranienburg auch in diesem Jahre wieder kulturelle Highlights (an Anglizismen kommt auch die AK in der heutigen Zeit nicht mehr vorbei) geben wird, die sicher an die Erfolge der Vorjahre anschließen werden.
Da freut sich der kulturbewusste Mitbürger zunächst einmal, daß man in der Denke schon soweit ist, Schlösser wieder als etwas Erhaltenswertes zu betrachten, diese nicht durch die Politbrille zu verteufeln und FDGB-Ferienheime daraus macht, nachdem man jeden überflüssigen Stuckschnörkel beseitigt und verspieltes Interieur durch ein einheitliches Schleiflackambiente aus sozialistischer Produktion ersetzt hat. Umso härter ist dann natürlich der Schlag, wenn der Bürgermeister vor laufender Kamera verkündet, demnächst werden die Puhdys vor Ort barockes Lebensgefühl vermitteln.
Was soll man da noch sagen? So ist das eben, wenn man Menschen ohne Kultur in Positionen bringt, die sie ermächtigen, Entscheidungen aufgrund ihrer stark eingeschränkten Weltsicht zu treffen, könnte man sarkastisch einwerfen. Schlimm daran ist doch aber, daß so etwas auch noch einer großen Masse schafsgehirniger Humanoider gefällt, die hernach wahrscheinlich noch verstärkt dafür sorgen, daß man mit Barock nicht etwa Bach assoziiert, sondern eher 'Maschine', den Frontmann der Puhdys mit den Säuferaugen.
Das ist aber in allen Bereichen so. Die Frage, die sich stellt ist doch aber, was gefällt den Tätern der Kulturlosigkeit denn daran, ein kritikloses Publikum zum folgsamen Anhang zu degradieren? 'Das viele Geld, ganz klar', ruft da der Pragmatiker, was sicher nicht von der Hand zu weisen ist. Es ist wahrhaftig lustig, sich Matratzen mit 100 €-Scheinen auszustopfen, aber füllt das den aktiven Geist aus? Oder sind letztendlich die, die die verschiedenen Popanze aufbauen und zum Gesetze machen, überhaupt nicht geistig aktiv und werden sozial überbewertet? Diese Leute müssen doch auch in den Spiegel schauen und zu sich selbst sagen, sie wären die Reinkarnation des barocken Grundgedankens oder gar der Prototyp des neuen Übermenschen eines finalen Jahrtausends.
Oft bemerkt man Zweifel in diesen Leuten, nicht selten gibt es diese Exemplare, die ihre Talente unter Wert verkaufen, und damit ist nicht der materielle gemeint. Nehmen wir als Beispiel den großen Neil Diamond, der nicht nur tatsächlich so heißt, sondern auch einige geniale, zeitlose Lieder geschrieben hat, von denen kaum jemand weiß, daß sie aus seiner Feder sind. Dieser Mann hat zwar Milliarden auf dem Konto, nur bedauert er seinen Stellenwert, den er beim kulturell interessierten Bevölkerungsteil hat. Wohlbewußt seiner Schandtaten wählte er immer Arrangements, die auf zwei bestimmte Zielgruppen, aus je einem Teilbereich der männlichen und weiblichen Bevölkerung, abzielten. Von den Falschen verehrt, von anderen verlacht, gehasst oder bedauert, je nach eigenem Dafürhalten. War es das wert, Neil?
Ich glaube, daß es unabdingbar ist, über einen starken Charakter zu verfügen, wenn man zumindest in Teilbereichen des Lebens die Kultur über den Pragmatismus und den zeitweiligen Glanz stellen möchte. Schwache Menschen suchen nur den eigenen Glanz unter Ihresgleichen, und kommen sie in geeignete Positionen, machen sie vor allem denen das Leben sauer, die ihre Schwächen durchschauen. Das ist ein Teufelskreis der Ignoranz, dessen unabdingbare Auswirkungen jeden Tag mehr spürbar sind.
Zitate wie 'Keep your friends close, but keep your enemies closer' oder 'To control the future, understand the past' mögen zwar nette Leitfäden sein, erscheinen aber angesichts temporärer Bedingungen weltfremd. Man sollte sich aber nicht den Spaß verderben lassen. In einem Textausschnitt irgendeiner Band heißt es in einem Zweizeiler 'Sagt ein Kerl mir dreist ins Ohr, reißt die Welt den Arsch hoch, nimm es mit Humor'....da müssen wir uns aber bemühen, wie ich finde.
Diese allgegenwärtige Schwäche, die zumeist in Begleitung ihrer Verwandten Dummheit, Dreistigkeit, Inkompetenz und Ignoranz auftritt, ist schon ein ernstzunehmendes Warnsignal
Da freut sich der kulturbewusste Mitbürger zunächst einmal, daß man in der Denke schon soweit ist, Schlösser wieder als etwas Erhaltenswertes zu betrachten, diese nicht durch die Politbrille zu verteufeln und FDGB-Ferienheime daraus macht, nachdem man jeden überflüssigen Stuckschnörkel beseitigt und verspieltes Interieur durch ein einheitliches Schleiflackambiente aus sozialistischer Produktion ersetzt hat. Umso härter ist dann natürlich der Schlag, wenn der Bürgermeister vor laufender Kamera verkündet, demnächst werden die Puhdys vor Ort barockes Lebensgefühl vermitteln.
Was soll man da noch sagen? So ist das eben, wenn man Menschen ohne Kultur in Positionen bringt, die sie ermächtigen, Entscheidungen aufgrund ihrer stark eingeschränkten Weltsicht zu treffen, könnte man sarkastisch einwerfen. Schlimm daran ist doch aber, daß so etwas auch noch einer großen Masse schafsgehirniger Humanoider gefällt, die hernach wahrscheinlich noch verstärkt dafür sorgen, daß man mit Barock nicht etwa Bach assoziiert, sondern eher 'Maschine', den Frontmann der Puhdys mit den Säuferaugen.
Das ist aber in allen Bereichen so. Die Frage, die sich stellt ist doch aber, was gefällt den Tätern der Kulturlosigkeit denn daran, ein kritikloses Publikum zum folgsamen Anhang zu degradieren? 'Das viele Geld, ganz klar', ruft da der Pragmatiker, was sicher nicht von der Hand zu weisen ist. Es ist wahrhaftig lustig, sich Matratzen mit 100 €-Scheinen auszustopfen, aber füllt das den aktiven Geist aus? Oder sind letztendlich die, die die verschiedenen Popanze aufbauen und zum Gesetze machen, überhaupt nicht geistig aktiv und werden sozial überbewertet? Diese Leute müssen doch auch in den Spiegel schauen und zu sich selbst sagen, sie wären die Reinkarnation des barocken Grundgedankens oder gar der Prototyp des neuen Übermenschen eines finalen Jahrtausends.
Oft bemerkt man Zweifel in diesen Leuten, nicht selten gibt es diese Exemplare, die ihre Talente unter Wert verkaufen, und damit ist nicht der materielle gemeint. Nehmen wir als Beispiel den großen Neil Diamond, der nicht nur tatsächlich so heißt, sondern auch einige geniale, zeitlose Lieder geschrieben hat, von denen kaum jemand weiß, daß sie aus seiner Feder sind. Dieser Mann hat zwar Milliarden auf dem Konto, nur bedauert er seinen Stellenwert, den er beim kulturell interessierten Bevölkerungsteil hat. Wohlbewußt seiner Schandtaten wählte er immer Arrangements, die auf zwei bestimmte Zielgruppen, aus je einem Teilbereich der männlichen und weiblichen Bevölkerung, abzielten. Von den Falschen verehrt, von anderen verlacht, gehasst oder bedauert, je nach eigenem Dafürhalten. War es das wert, Neil?
Ich glaube, daß es unabdingbar ist, über einen starken Charakter zu verfügen, wenn man zumindest in Teilbereichen des Lebens die Kultur über den Pragmatismus und den zeitweiligen Glanz stellen möchte. Schwache Menschen suchen nur den eigenen Glanz unter Ihresgleichen, und kommen sie in geeignete Positionen, machen sie vor allem denen das Leben sauer, die ihre Schwächen durchschauen. Das ist ein Teufelskreis der Ignoranz, dessen unabdingbare Auswirkungen jeden Tag mehr spürbar sind.
Zitate wie 'Keep your friends close, but keep your enemies closer' oder 'To control the future, understand the past' mögen zwar nette Leitfäden sein, erscheinen aber angesichts temporärer Bedingungen weltfremd. Man sollte sich aber nicht den Spaß verderben lassen. In einem Textausschnitt irgendeiner Band heißt es in einem Zweizeiler 'Sagt ein Kerl mir dreist ins Ohr, reißt die Welt den Arsch hoch, nimm es mit Humor'....da müssen wir uns aber bemühen, wie ich finde.
Diese allgegenwärtige Schwäche, die zumeist in Begleitung ihrer Verwandten Dummheit, Dreistigkeit, Inkompetenz und Ignoranz auftritt, ist schon ein ernstzunehmendes Warnsignal
Abonnieren
Posts (Atom)
